Spotify: Die Alternative zur Piraterie war anfangs gar nicht besser

Spotify, Musik-Streaming, Streamingportal Bildquelle: Spotify
Der führende Musik-Streamingdienst Spotify wird immer wieder für seine Rolle dabei gefeiert, zahlreiche Nutzer zu einer legalen Nutzung von Musik im Internet gebracht zu haben. Allerdings verfügt das Unternehmen nicht nur über Wurzeln in der Filesharing-Szene, sondern wäre ohne diese vielleicht auch nie so gut gestartet.
"Spotifys Beta-Version war eigentlich ein Piraten-Dienst", offenbart nun Rasmus Fleischer in seinem neuen Buch "Spotify Teardown - Inside the Black Box of Streaming Music". Fleischer, so ein aktueller Bericht von TorrentFreak, gehörte zu den frühen Mitgliedern des berüchtigten Piratbyrån und spielte auch bei The Pirate Bay eine wichtige Rolle. Außerdem ist er als Autor, Wissenschaftler und Musiker tätig und promovierte 2012 über die politische Ökonomie der Musikbranche.

In dem neuen Buch, das Fleischer gemeinsam mit mehreren anderen Kollegen schrieb, werden auch einige bisher unbekannte Details aus der frühen Zeit von Spotify beleuchtet. Demnach ging man bei dem Angebot anfangs ziemlich pragmatisch an die Sache heran. Der erste Musikkatalog bestand im Wesentlichen aus den MP3-Dateien, die sich auf den Festplatten der Mitarbeiter finden ließen.


Woher diese stammten, wurde klar, wenn man die Dateien aus dem Streaming-Player herausholte. Denn die Metadaten enthielten diverse Auszeichnungen, die eindeutig auf die Piraterie-Szene zurückzuführen waren. Einige Dateien waren dabei klar zu The Pirate Bay zurückverfolgbar - was durchaus eine pikante Note hat, da die Gründer von Spotify sich gegenüber der Musikindustrie als Lösung des Problems mit dieser Plattform präsentierten.

Fleischer selbst sei damals in einer Band gewesen, die ihr neues Album ausschließlich auf The Pirate Bay veröffentlichte - und wenig später war es auch bei Spotify abrufbar. "Ich fand das lustig. Also habe ich Spotify angeschrieben, woher sie es haben. Sie erklärten, dass sie jetzt in der Test-Phase einfach die Musik nehmen, die sie so finden können", berichtete er.

Andere Parallelen sind schon länger bekannt. Firmenchef Daniel Ek arbeitete ursprünglich im Entwickler-Team des populären BitTorrent-Clients uTorrent mit. Bis 2011 beruhte außerdem die technische Basis des Dienstes auf einem P2P-System, das so zeitweise zum größten seiner Art wurde.

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