Nie wieder Intros: Der Skip-Button in Spotify verändert Musik enorm
Dass kommerziell erfolgreiche Musiker ihre Werke nicht aus lauter Kreativität in der veröffentlichten Fassung gestalteten, sondern sie auf den Markt ausrichteten, ist eigentlich klar. Eine Untersuchung zeigte nun, wie stark sich das Streaming auf diesen Prozess auswirkt.
Fakt ist: Quasi kein Song, der ganz oben in den Charts steht, ist genau so arrangiert, weil der Künstler ihn so am schönsten fand. Das zeigt sich auch daran, wie stark sich die Gegebenheiten am Markt auf die Titel auswirken. Der Doktorant Hubert Leveille Gauvin von der Ohio State University hat genau das untersucht.
Er untersuchte beispielsweise, nach welcher Zeit in den Songs mit hohen Chart-Platzierungen zum ersten Mal die Stimme zu hören ist. Im Jahr 1986 bekamen die Hörer so im Durchschnitt satte 23 Sekunden lang erst einmal nur Instrumente zu hören, dann erst ging es auch mit dem gesungenen Text los. Diese Zeit hat sich inzwischen extrem stark reduziert. Heute geht der Gesang schon nach gut fünf Sekunden los.
Berechnet man hier ein, dass auch einfach durchlaufende Alben und Playlists mit enthalten sind, bekommt man eine Ahnung davon, wie die Realität aussieht, wenn Nutzer mit dem Mauszeige auf dem "Nächster"-Button dasitzen und nach neuer Musik suchen. Die jeweiligen Künstler müssen extrem schnell das Interesse der Hörer wecken, um überhaupt eine Chance zu haben.
Ein unbestrittener Pop-Superhit wie "Nothing's Gonna Stop Us Now" aus dem Jahr 1987 hätte hier nie eine Chance gehabt. Die ersten 22 Sekunden bekommt man hier erst einmal recht unspezifisches Gedudel zu hören, dann geht der Gesang zwar los. Doch der eigentlich eingängige Refrain ist zum ersten Mal erst nach über einer Minute zu hören. Um zu den entscheidenden Zeilen "I'm hurting baby / I'm broken down." zu gelangen, brauchten Maroon 5 in "Sugar" in 2015 nur noch 7 Sekunden.
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Er untersuchte beispielsweise, nach welcher Zeit in den Songs mit hohen Chart-Platzierungen zum ersten Mal die Stimme zu hören ist. Im Jahr 1986 bekamen die Hörer so im Durchschnitt satte 23 Sekunden lang erst einmal nur Instrumente zu hören, dann erst ging es auch mit dem gesungenen Text los. Diese Zeit hat sich inzwischen extrem stark reduziert. Heute geht der Gesang schon nach gut fünf Sekunden los.
Ausrichtung auf Spotify-Skipper
Das könnte natürlich reiner Zufall sein und daher kommen, dass sich der Musikgeschmack in den letzten 20 Jahren entsprechend geändert hat. Ein Abgleich mit anderen Untersuchungen gibt aber Hinweise darauf, dass dem nicht so ist. So zeigten Daten von Spotify aus dem Jahr 2014, dass 21 Prozent aller angefangenen Songs binnen fünf Sekunden übersprungen wurden.Berechnet man hier ein, dass auch einfach durchlaufende Alben und Playlists mit enthalten sind, bekommt man eine Ahnung davon, wie die Realität aussieht, wenn Nutzer mit dem Mauszeige auf dem "Nächster"-Button dasitzen und nach neuer Musik suchen. Die jeweiligen Künstler müssen extrem schnell das Interesse der Hörer wecken, um überhaupt eine Chance zu haben.
Ein unbestrittener Pop-Superhit wie "Nothing's Gonna Stop Us Now" aus dem Jahr 1987 hätte hier nie eine Chance gehabt. Die ersten 22 Sekunden bekommt man hier erst einmal recht unspezifisches Gedudel zu hören, dann geht der Gesang zwar los. Doch der eigentlich eingängige Refrain ist zum ersten Mal erst nach über einer Minute zu hören. Um zu den entscheidenden Zeilen "I'm hurting baby / I'm broken down." zu gelangen, brauchten Maroon 5 in "Sugar" in 2015 nur noch 7 Sekunden.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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