Prinzip oder Pragmatismus? - DRM steht vor Einzug in Web-Standards
Das Web steht gerade vor einer der größten Richtungsentscheidungen seit seinem Bestehen. In die offiziellen Standards, die bisher stets von Offenheit geprägt waren, wird in Kürze wohl tatsächlich eine DRM-Technologie mit aufgenommen. Das galt bis vor einiger Zeit noch als undenkbar.
In der Sache geht es um den Umgang mit den so genannten Encrypted Media Extensions (EME), wie aus einem Bericht von Ars Technica hervorgeht. Diese sollen zukünftig zum Tragen kommen, wenn Anbieter von Video-Streams ihre Inhalte schützen wollen, ohne zusätzliche Plugins einsetzen zu müssen. Die Browser sollen das komplette Verschlüsselungsverfahren von Haus aus beherrschen.
Die Aufnahme der EME in den offiziellen Katalog der Webstandards wäre dabei auf der einen Seite natürlich ein nachvollziehbarer Schritt. HTML5 soll möglichst alle Inhalte abdecken, um die seit vielen Jahren existierenden, aber bei allen unbeliebten Plugin-Techniken wie Flash oder Silverlight endlich loszuwerden. Damit aber die großen Inhalte-Anbieter ihre Filme und Serien für das Streaming im Web freigeben, beharren sie eben auch auf DRM.
Pragmatisch steht nun also die Entscheidung ins Haus, ob man selbst zur Umsetzung von alltäglich und von nahezu allen Usern genutzten Funktionen weiterhin Plugins in den Browsern akzeptiert - was letztlich immer wieder Probleme mit sich bringt - oder ob man es zulässt, dass eine Technologie in den Standard-Kanon aufgenommen wird, die der Offenheit des Webs eine klare Grenze setzt.
Die Spezifikationen der EME sind dieser Tage in den Proposed Recommendation übergegangen und stehen damit kurz vor der Verabschiedung als offizieller Standard. Bis zum 13. April - also noch vor Ostern - wird nun die endgültige Entscheidung fallen, ob das Prinzip der Offenheit zu Gunsten pragmatischer, aber eben auch sehr nachvollziehbarer Lösungen über den Haufen geworfen wird.
Wenn die EME nicht als offizieller Web-Standard angenommen werden, verschwinden sie wohl trotzdem nicht. Die Browser-Hersteller haben sie bereits als Entwurf in ihre Produkte eingebaut und werden sich dann wohl gemeinsam mit den großen Streaming-Anbietern informell über die konkreten Spezifikationen austauschen.
Die Aufnahme der EME in den offiziellen Katalog der Webstandards wäre dabei auf der einen Seite natürlich ein nachvollziehbarer Schritt. HTML5 soll möglichst alle Inhalte abdecken, um die seit vielen Jahren existierenden, aber bei allen unbeliebten Plugin-Techniken wie Flash oder Silverlight endlich loszuwerden. Damit aber die großen Inhalte-Anbieter ihre Filme und Serien für das Streaming im Web freigeben, beharren sie eben auch auf DRM.
Pragmatisch steht nun also die Entscheidung ins Haus, ob man selbst zur Umsetzung von alltäglich und von nahezu allen Usern genutzten Funktionen weiterhin Plugins in den Browsern akzeptiert - was letztlich immer wieder Probleme mit sich bringt - oder ob man es zulässt, dass eine Technologie in den Standard-Kanon aufgenommen wird, die der Offenheit des Webs eine klare Grenze setzt.
Die Spezifikationen der EME sind dieser Tage in den Proposed Recommendation übergegangen und stehen damit kurz vor der Verabschiedung als offizieller Standard. Bis zum 13. April - also noch vor Ostern - wird nun die endgültige Entscheidung fallen, ob das Prinzip der Offenheit zu Gunsten pragmatischer, aber eben auch sehr nachvollziehbarer Lösungen über den Haufen geworfen wird.
Wenn die EME nicht als offizieller Web-Standard angenommen werden, verschwinden sie wohl trotzdem nicht. Die Browser-Hersteller haben sie bereits als Entwurf in ihre Produkte eingebaut und werden sich dann wohl gemeinsam mit den großen Streaming-Anbietern informell über die konkreten Spezifikationen austauschen.
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Christian Kahle
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