Streit um Urheberrechte: Sender spielt nur noch Songs von vor 1946
Ein bulgarischer öffentlich-rechtlicher Radiosender hat sich in einem Streit rund um Urheberrechte bzw. die in diesem Zusammenhang geforderten Abgaben zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Das bulgarische nationale Radio BNR spielt seit kurzem nur noch Musikstücke, die vor 1946 aufgenommen worden sind.
Der Radiosender hat diese nicht ganz freiwillige musikalische Neuorientierung mit Anfang des Jahres durchgeführt. Hintergrund ist ein Streit mit der Musik- Verwertungsgesellschaft Musicautor, das ist im Wesentlichen das bulgarische Gegenstück zur deutschen GEMA. Wie die New York Times berichtet (via derStandard) hat Musicautor Anfang des Jahres die Tarife für bulgarische und auch internationale Musikstücke kräftig angehoben und verlangt vom Staatssender seither deutlich mehr Geld.
Und deshalb beschloss man, nur noch Musik zu spielen, die vor dem Jahr 1946 aufgenommen und veröffentlicht worden ist. Denn laut dem Urheberrecht der Europäischen Union laufen Ansprüche nach 70 Jahren aus, die Pre-1946-Musikstücke sind also lizenzfrei. Seither spielt BNR also nur noch Klassik, Jazz des frühen 20. Jahrhunderts und Konzertaufnahmen traditioneller bulgarischer Volksmusik.
Der Effekt der Maßnahme war durchaus überraschend: Denn den Hörern des Senders gefällt das neue Musikprogramm, im Januar konnte man einen 20-prozentigen Anstieg der Hörerschaft verzeichnen.
Musicautor und BNR wollen die Verhandlungen weiterführen, schon jetzt scheint aber klar, dass die Verwertungsgesellschaft in Sachen Sympathien wohl nicht als Gewinner aus dem Streit hervorgehen wird. Denn einige lokale und internationale Interpreten haben dem BNR ein befristetes Recht eingeräumt, die Stücke lizenzfrei spielen zu dürfen.
Erhöhung der Jahrespauschale
So wollte die Verwertungsgesellschaft statt wie bisher 500.000 bulgarischer Lew (rund 255.000 Euro) mit Beginn von 2017 eine Jahrespauschale von 1,8 Millionen Lew (rund 916.000 Euro) haben. Doch dieser rund vier Mal so hohe Betrag war dem öffentlich-rechtlichen Sender zu hoch, also entschied man sich der Musicautor-Forderung aus dem Weg zu gehen.Und deshalb beschloss man, nur noch Musik zu spielen, die vor dem Jahr 1946 aufgenommen und veröffentlicht worden ist. Denn laut dem Urheberrecht der Europäischen Union laufen Ansprüche nach 70 Jahren aus, die Pre-1946-Musikstücke sind also lizenzfrei. Seither spielt BNR also nur noch Klassik, Jazz des frühen 20. Jahrhunderts und Konzertaufnahmen traditioneller bulgarischer Volksmusik.
Der Effekt der Maßnahme war durchaus überraschend: Denn den Hörern des Senders gefällt das neue Musikprogramm, im Januar konnte man einen 20-prozentigen Anstieg der Hörerschaft verzeichnen.
Musicautor und BNR wollen die Verhandlungen weiterführen, schon jetzt scheint aber klar, dass die Verwertungsgesellschaft in Sachen Sympathien wohl nicht als Gewinner aus dem Streit hervorgehen wird. Denn einige lokale und internationale Interpreten haben dem BNR ein befristetes Recht eingeräumt, die Stücke lizenzfrei spielen zu dürfen.
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