Designer toben sich aus: Das Web wird immer schwerer lesbar

Auge, Mensch, Iris Bildquelle: Laitr Keiows (CC BY-SA 3.0)
Das Web wird zunehmend unleserlich. Die aktuellen Design-Trends sorgen zwar dafür, dass viele Seiten hübscher aussehen, doch für eine Reihe von Nutzern wird es so immer schwerer bis unmöglich, an relevante Informationen zu kommen - und um diese geht es ja eigentlich.
Langjährige Nutzer werden sich noch an die Zeiten erinnern können, als Webseiten vor allem von Technikern zusammengebaut wurden und eher selten richtige Designer ihre Ideen umsetzten. Das sah oft nicht besonders schick aus, war aber meist recht praktisch. Denn es wurde noch viel Wert darauf gelegt, dass dem Besucher relevante Informationen gut zugänglich gemacht wurden. Vorherrschend waren Seiten mit weißem Hintergrund, auf denen Texte in schwarzen, relativ dicken Fonts zu lesen waren.

Immer häufiger stößt man inzwischen aber auf Inhalte, die in sehr schlanken Fonts und leichteren Farben dargestellt werden. Grau- und Blautöne werden immer häufiger genutzt. Laut dem einflussreichen britischen Blogger Kevin Marks befolgen inzwischen nicht einmal mehr die großen Konzerne ihre eigenen Typographie-Richtlinien, in denen Regeln verankert sind, die die Zugänglichkeit von Inhalten gewährleisten sollen.

Apple & Google sind schlechte Vorbilder

Marks illustriert dies am Beispiel des Kontrastverhältnisses von Texten im Web. 21:1 ist der klassische Schwarz-Weiß-Gegensatz, während 1:1 etwa ein weißer Text auf weißem Grund wäre. Apple hat in seinen Typographie-Richtlinien für Entwickler beispielsweise festgehalten, dass ein Minimum des Kontrastverhältnisses von 7:1 eingehalten werden sollte. Genau dieser Hinweis ist allerdings Dunkelgrau auf Hellgrau mit einem Verhältnis von 5,5:1 geschrieben.
Problematisches Web-DesignGoogle App Engine vor... Problematisches Web-Design...und nach dem Neu-Design.


Auch Google empfiehlt mindestens 7:1. Nur einen Gedankengang weiter wird in den Stil-Guidelines dann aber auch eine 54-prozentige Transparenz für einige Elemente verankert - und diese übersetzt sich an den entsprechenden Stellen dann in ein Kontrastverhältnis von 4,6:1. Die Design-Praxis auf den Angeboten der beiden Unternehmen ist insofern besonders problematisch, da sich natürlich viele andere Designer bei der Gestaltung von Seiten und auch Apps an diesen orientieren.

Viele Nutzer sind von dem daraus resultierenden Problem nicht besonders stark betroffen. Wohl aber solche, die ohnehin mit eingeschränkter Sehkraft zu kämpfen haben. Angesichts dessen, dass an vielen Stellen immer mehr Wert auf eine leichtere Zugänglichkeit liegt und sich sogar technische Standards an dieser orientieren, ist es dann doch verwunderlich, dass insbesondere die Vorzeige-Bereiche des Webs immer weiter von dem Ideal abweichen. Auge, Mensch, Iris Auge, Mensch, Iris Laitr Keiows (CC BY-SA 3.0)
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