Facebook wirft dem Fiskus zynisch einige Brotkrumen hin

Geld, Gold, Münzen Bildquelle: tao_zhyn / Flickr
Immer mehr Nutzern stößt es ziemlich sauer auf, dass die großen IT-Konzerne inzwischen gigantische Gewinne abschöpfen, sich aber so strukturieren, dass sie faktisch kaum Steuern zahlen. Wie dies in der Praxis aussieht, zeigen auch aktuelle Zahlen zu Facebook.
Die britischen Kollegen haben die öffentlich verfügbaren Informationen zur Geschäftstätigkeit und den Steuerzahlungen des Unternehmens unter die Lupe genommen. Auf den ersten Blick zeigt sich dabei eine - aus Sicht der normalen Steuerzahler - durchaus erfreuliche Entwicklung: Facebook zahlte zuletzt in Großbritannien Steuern in Höhe von 4,6 Millionen Euro, nachdem im vorhergehenden Jahr lediglich etwas mehr als 4.800 Euro beim Fiskus landeten.

Dass jetzt zumindest eine halbwegs nennenswerte Summe an den Staat fließt, relativiert sich aber schnell bei einem Blick auf die staatlichen Förderungen, die Facebook in Großbritannien im gleichen Zeitraum bekam. Diese sind immerhin fast dreimal so hoch: 12,5 Millionen Euro bekam das Social Network über Maßnahmen, die der Wirtschaftsförderung dienen sollen.


Facebook ist stolz auf UK-Abteilung

Die Steuerzahlungen wirken auch ziemlich gering, wenn man bedenkt, dass Facebook im Fiskaljahr 233,2 Millionen Euro Umsatz in Großbritannien generierte. Die Diskrepanz liegt unter anderem daran, dass vor allem die Gewinne aus der Geschäftstätigkeit besteuert werden. Und rein Formal fällt da in Großbritannien wenig ab - hier werden vor allem die eher unprofitablen Bereiche in den Bilanzen vermerkt, während die gewinnbringenden Geschäfte der Niederlassung in Irland zugeschrieben werden, wo wesentlich geringere Steuersätze warten.

So kommt es dann zu der Sonderlichkeit, dass Facebook in einem wirtschaftlich starken Land angeblich nur rund 22 Millionen Euro Gewinn in einem Jahr machte. Das wären lediglich 0,6 Prozent des weltweiten Konzerngewinns von 3,22 Milliarden Euro. Es wirkt fast schon zynisch, wenn das Unternehmen dann noch verkündet, wie stolz man auf das Wachstum des Geschäfts in Großbritannien sei - und aufgrund des steigenden Drucks die vorherigen Steuersparmodelle ein wenig abändert. Geld, Gold, Münzen Geld, Gold, Münzen tao_zhyn / Flickr
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