Ex-HP-Chefin ist stolz auf Hilfe für NSA und verteidigt CIA-Folter

Hewlett-Packard, Republikaner, Carly Fiorina Bildquelle: Gage Skidmore (CC BY-SA 2.0)
Der Computer-Konzern Hewlett-Packard befindet sich angesichts seiner aktuellen Aufspaltung und einer neuen riesigen Entlassungswelle in einer kritischen Phase. Zusätzlich kommt nun hinzu, dass seine ehemalige Chefin versucht, sich im Rennen um die Kandidatur zur US-Präsidentschaft als Hardlinerin zu profilieren.
Carly Fiorina, die bis zum Jahr 2005 an der Spitze des Unternehmens stand, plauderte gerade erst in einem Interview mit Yahoo News Details zur Zusammenarbeit Hewlett-Packards mit dem US-Geheimdienst NSA aus, die man bei dem Konzern derzeit wohl lieber nicht gerade an die große Glocke hängen würde. Denn Fiorina posaunte in einem Interview geradezu stolz heraus, welch wichtigen Beitrag das Unternehmen zum schnellen Ausbau der NSA-Überwachungsprogramme leistete.

Mit der Geheimdienst-Szene des Landes pflegte die damalige Managerin offenbar schon einen persönlichen Kontakt, als die Terrorangriffe des 11. September 2001 stattfanden. Wie Fiorina berichtete, erhielt sie kurz darauf einen dringenden Anruf des damaligen NSA-Chefs Michael Hayden. "Carly, ich brauche Sachen und ich brauche sie jetzt", habe dieser damals gesagt.

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Dem habe sie direkt entsprochen und dafür gesorgt, dass ganze LKW-Ladungen mit Servern, die gerade vom Lager im US-Bundesstaat Tennessee aus an den Handel ausgeliefert werden sollten, zum NSA-Hauptquartier in Fort Meade umgeleitet wurden. Die Rechner bildeten dann den Grundstock für ein auch in den USA höchst umstrittenes Überwachungsprogramm namens "Stellar Wind", mit dem das Kommunikationsverhalten zahlreicher Menschen im In- und Ausland ausspioniert wurde.

"Ich sah mich in der Pflicht, zu helfen, und so wurde es gemacht", erzählte Fiorina. "Sie haben damals eine ganze Reihe von Programmen auf den Weg gebracht und brauchten eine Menge Kapazität zur Datenverarbeitung, um eine Vielzahl von Bedrohungen zu überwachen." Vergessen wurde ihre Hilfsbereitschaft nicht. Als Fiorina im Jahr 2006 nicht mehr HP-Chefin war und Hayden den Chef-Posten der CIA übernahm, machte er sie zur Chefin eines Beratungsgremiums des Geheimdienstes.

Kritik an Waterboarding lässt sie nicht zu

In dieser Funktion hatte sie vermutlich auch einen gewissen Einblick in die Praktiken der Organisation - mit der sie allerdings keine Probleme hat. Als der US-Senat im vergangenen Jahr seinen Bericht zum so genannten Waterboarding veröffentlichte und diese Anwendung der Folter - die ohnehin kaum relevante Erkenntnisse brachte - verurteilte, wurde Fiorina deutlich: Der Bericht sei unredlich und eine Schande, erklärte sie. Er "untergräbt die Moral vieler Menschen, die ihr Leben einsetzen, die Sicherheit des Landes zu sichern".

"Ich glaube, dass alle Beweise klar auf dem Tisch liegen: Waterboarding kam in sehr wenigen Fällen zm Einsatz und wurde stets von medizinischem Personal überwacht", sagte die Ex-HP-Chefin in dem Interview. "Und ich bin überzeugt, dass Waterboarding dann genutzt wurde, wenn keine andere Möglichkeit bestand, an die benötigten Informationen zu kommen." Hewlett-Packard, Republikaner, Carly Fiorina Hewlett-Packard, Republikaner, Carly Fiorina Gage Skidmore (CC BY-SA 2.0)
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