Krise bei Qualcomm: Nach schlechten Zahlen kommen Entlassungen

Prozessoren, Qualcomm Snapdragon, Arm Prozessor Bildquelle: Qualcomm
Der Chipentwickler Qualcomm hat zwar eine dominante Position im Markt für mobile Prozessoren, doch jetzt zieht man auf Grund eines Umsatzeinbruchs die Notbremse - bis zu 15 Prozent der Mitarbeiter werden entlassen und intern sollen tiefgreifende "Restrukturierungen" greifen, um die Kosten zu senken. Die Gründe für Qualcomms Probleme sind dabei vielfältiger Natur.
Qualcomm hat soeben seine jüngsten Geschäftszahlen bekanntgegeben und musste dabei auch mitteilen, dass der Umsatz im letzten Quartal um 14 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar fiel. Der operative Gewinn sank um ganze 40 Prozent, während die Nettoeinkünfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ebenfalls um 47 Prozent zurückgingen.

Als Konsequenz will Qualcomm nun eine "frische Prüfung" seiner Firmenstruktur vornehmen, wobei auch eine Aufspaltung des Konzerns in die Chipsparte und die äußerst profitable Patentlizenzierungssparte in Frage kommt, so dass diese künftig als eigenständige Unternehmen agieren könnten. Dieser Vorgang soll bis Ende 2015 abgeschlossen werden, man will also recht kurzfristig Fakten schaffen.

Qualcomm wird laut Firmenchef Steve Mollenkopf außerdem die Zahl der Mitarbeiter um bis zu 15 Prozent reduzieren, also letztlich bis zu 4.000 Stellen streichen. Dabei wird die Zahl der Mitarbeiter mit zeitlich befristeten Verträgen gesenkt und es soll auch Einschnitte im Bereich der Chipentwicklung geben. Gleichzeitig soll die Zahl der Niederlassungen reduziert werden und Qualcomm will jährlich rund 300 Millionen Dollar weniger in Bereiche investieren, die nicht zum Kerngeschäft der Chipentwicklung gehören. Insgesamt will man so 1,4 Milliarden Dollar pro Jahr einsparen.

Qualcomm hat derzeit mit diversen Faktoren zu kämpfen, die dem Unternehmen massive Schwierigkeiten bereiten. Unter anderem verzichtete Samsung, weltweiter Marktführer bei Smartphones, jüngst bei seinen aktuellen Flaggschiff-Modellen auf die Verwendung von Qualcomm-SoCs und versucht auch sonst, sich zunehmend unabhängiger von dem US-Chiphersteller zu machen.

Außerdem hat man beim Umstieg auf 64-Bit-SoCs wohl den Trend verschlafen, denn nachdem es ursprünglich hieß, dies würde keine Vorteile bringen, schloss man sich erst spät den anderen ARM-Chipherstellern an. Um nicht außen vor zu bleiben, verwendete Qualcomm für seine ersten 64-Bit-Prozessoren wie den Snapdragon 810 zunächst das Standard-Design von ARM, statt wie bisher vor allem stark angepasste eigene Varianten der von ARM entwickelten Designs zu verwenden. Dies hatte Konsequenzen, denn sowohl bei der Leistung als auch in Sachen Energie-Management hat der Snapdragon 810 einige Probleme, so dass es zu einer Überhitzung kommen kann.

Gleichzeitig sorgt der taiwanische Konkurrent MediaTek mit seinen günstigen und inzwischen ebenfalls ausreichend leistungsstarken ARM-Plattformen für einen massiven Konkurrenzdruck. Gerade bei günstigeren Smartphones kommen immer häufiger MediaTek-SoCs zum Einsatz und durch die neuen High-End-Chips des Unternehmens muss Qualcomm zunehmend auch um seine Position als Lieferant der Plattformen teurerer Smartphones fürchten. MediaTek und einige andere kleinere Anbieter entwickeln inzwischen ebenfalls eigene Mobilfunkmodems, so dass Qualcomm ein weiteres traditionelles Alleinstellungsmerkmal eingebüßt hat.

Mit dem kommenden Snapdragon 820 soll es für Qualcomm nach dem Willen der Unternehmensführung wieder aufwärts gehen. Dann wird nicht nur wieder auf eigene 64-Bit-Kerne umgestellt, sondern auch die Strukturbreite in der Fertigung auf 16 Nanometer gesenkt. Damit sollte man in Sachen Leistung und Energieeffizienz wieder die Spitzenposition erobern können. Um seine Position wiederzuerlangen, will Qualcomm in den nächsten Jahren mehr als vier Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung pumpen, hieß es. Prozessoren, Qualcomm Snapdragon, Arm Prozessor Prozessoren, Qualcomm Snapdragon, Arm Prozessor Qualcomm
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