3G- und 4G-Chips: EU startet Kartell-Untersuchung gegen Qualcomm

Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Bildquelle: Nicolas Raymond / Flickr
Der Halbleiterhersteller Qualcomm ist schon lange im Visier der europäischen Wettbewerbshüter, nun hat die EU-Kommission auch formell eine Kartell-Untersuchung in die Wege geleitet. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine Marktposition missbraucht zu haben, im Raum stehen zwei unterschiedliche Vorwürfe.
Qualcomm ist derzeit der beherrschende Name im Geschäft mit Chips für Smartphones oder Tablets. Das liegt in erster Linie daran, dass das 1985 gegründete Unternehmen deutlich früher als die Konkurrenz, allen voran Intel und AMD, den Trend zu mobilen Geräten erkannt hat. Das dürfte auch für die EU-Kartellhüter außer Frage stehen, doch die Kommission der Europäischen Union wirft dem US-Unternehmen vor, seine Marktposition mit unlauteren Mitteln gefestigt und ausgebaut zu haben.

Wie das Politico berichtet, erhebt die EU formell zwei Vorwürfe: Einerseits soll Qualcomm seinen (Branchen-)Kunden "finanzielle Anreize" geboten haben, wenn sie Baseband-Prozessoren exklusiv oder fast exklusiv bei Qualcomm kaufen. Andererseits will die EU klären, ob der Chiphersteller seine Produkte unter dem Herstellungswert verkauft hat, um Konkurrenten vom Markt zu drängen.

Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb, sagte dazu: "Wir starten diese Untersuchungen, weil wir sicherstellen wollen, dass High-Tech-Lieferanten auf Basis der Vorzüge ihrer Produkte konkurrieren können."

Baseband-Prozessoren

In beiden Fällen geht es allerdings nicht um die Snapdragon-CPUs von Qualcomm, sondern um jene Chips, die für UMTS und LTE, also 3G und 4G, zum Einsatz kommen. Hierzu gibt es eine Beschwerde des britischen und zu Nvidia gehörenden Herstellers Icera, diese wurde im Vorjahr offiziell der EU übermittelt.

Qualcomm ließ dazu ausrichten, dass man die Eröffnung der Untersuchung gelassen sehe, da das nicht bedeute, dass die EU die Vorwürfe als begründet betrachte, so Qualcomm-Manager Mathew Heim. Man sei zwar grundsätzlich enttäuscht, werde aber vollständig mit der EU kooperieren, um die Vorwürfe zu enthärten. Eu, Europa, EU-Kommission, Karte Eu, Europa, EU-Kommission, Karte k.a.
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