UK: Sexistische Attacken im Netz entfachen Debatte

Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Bildquelle: Ed Yourdon / Flickr
Sexistische Angriffe auf Frauen im Internet sorgen derzeit in Großbritannien für Diskussionen. Mit wortwörtlicher Gewalt klammert man sich an veralteten Rollenbildern fest.
Die größte Aufmerksamkeit erhielten die Attacken auf Caroline Criado-Perez. Diese hatte sich seit längerem dafür engagiert, dass prominente Frauen auch im Alltag sichtbarer und dafür ebenfalls auf Banknoten abgebildet werden. Sie hatte damit jetzt Erfolg: Auf den neuen 10-Pfund-Scheinen, die ab dem Jahr 2017 ausgegeben werden sollen, wird die berühmte Schriftstellerin Jane Austen abgebildet sein, deren Werk oft in einem Zuge mit William Shakespeare erwähnt wird.

Die Entscheidung führte in den Social Networks zu heftigen Angriffen auf Criado-Perez. Es gab Beschimpfungen und Vergewaltigungsdrohungen - und dies in einer Intensität, die auch Criado-Perez, die als feministische Aktivistin durchaus einiges gewohnt ist, überraschte. Mindestens in einem Fall reagierten die Behörden mit einer Verhaftung auf die Äußerungen.

Der Fall sorgte ähnlich wie die #aufschrei-Aktion im deutschsprachigen Twitter-Raum dafür, dass sich auch unbekanntere Frauen zu Wort meldeten, die bisher über ihre Erfahrungen geschwiegen haben. Von einer von ihnen berichtete nun der Guardian. Bei ihr handelt es sich um eine Gamerin, die vom harschen Ton in dem von ihr genutzten Online-Rollenspiel berichtete, in dem weibliche Nutzer klar in der Unterzahl sind.

Sie berichtete, dass sie als Spielerin wohl recht gut war. "Immer wenn ich gegen meinen Gegner gewonnen habe, was fast immer der Fall war, drohten einige männliche Spieler, mich vergewaltigen, verstümmeln oder mich sogar ermorden zu wollen, aber Vergewaltigungen waren mit Abstand die häufigste Drohung", sagte sie.

Als sie sich mit dem Problem an die zuständigen Admins wandte, erfolgte von deren Seite die klassische Täter-Opfer-Umkehr. Ihr wurde gesagt, dass sie solche Reaktionen letztlich selbst provoziert habe, indem sie einen weiblichen Namen wählte. Der Ratschlag bestand lediglich darin, sich einen neutralen Namen auszusuchen und wenn sie sich ernsthaft Sorgen macht, an die Polizei zu wenden.

Als sie sich sogar an den Chef der Spielefirma wandte, um ihr Anliegen vorzutragen, sei ihr Account schlicht gesperrt worden. Offenbar war dem Management eher daran gelegen, eine vermeintliche Querulantin loszuwerden, statt sich ernsthaft mit der Sache zu beschäftigen. Hinzu kam, dass ein Moderator, der bei dem Unternehmen angestellt war, sogar persönliche Daten von ihr veröffentlichte - den vollen Namen, Adresse, Telefonnummer, Facebook-Account. Einige Spieler nutzten dies, um die Angriffe so über andere Kanäle fortzusetzen.

"Ich wollte ja einfach nur ein Online-Game spielen", zitiert der Guardian die Frau. "Ich kann mir vorstellen, wie viel stärker die Beschimpfungen sein müssen, wenn man ein Aktivist mit einem wichtigen Anliegen wie Caroline Criado-Perez ist." Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Macbook, Frauen, Spielen, Wiese Ed Yourdon / Flickr
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren51
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 00:00 Uhr Showlite SN-1200 Nebelmaschine (1200W, 350m³ Nebelausstoß/min, 7 Min. Aufwärmzeit) inkl. Funk Fernbedienung
Showlite SN-1200 Nebelmaschine (1200W, 350m³ Nebelausstoß/min, 7 Min. Aufwärmzeit) inkl. Funk Fernbedienung
Original Amazon-Preis
87,99
Im Preisvergleich ab
87,99
Blitzangebot-Preis
76,00
Ersparnis zu Amazon 14% oder 11,99

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden