NSA-Kenner: Es geht um mehr als Gesetzes-Verstöße

Usa, Politik, John Podesta Bildquelle: Center for American Progress Action Fund (CC BY-ND 2.0)
Selbst hochrangige Insider fordern inzwischen, dass die Überwachungs-Aktivitäten der US-Geheimdienste stärker kontrolliert und eingeschränkt werden. So nun beispielsweise John Podesta. Bei ihm handelt es sich um den ehemaligen Stabschef von US-Präsident Bill Clinton und den Leiter von Barack Obamas Übergangsregierung. Im Interview mit dem Nachrichten-Magazin Der Spiegel (heutige Ausgabe), sagte Podesta: "Der rasante technologische Fortschritt überfordert die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen."

Als zuletzt im Jahr 2005 in den USA über die National Security Agency (NSA) diskutiert worden sei, verstieß die Behörde gegen bestehende Gesetze, als sie amerikanische Bürger ohne Gerichtsbeschluss überwachte. Allerdings stehe man heute vor einer anderen Ausgangssituation. "Prism und andere Abhörprogramme sind nach US-Recht legal. Also geht es nicht um juristische Verstöße, sondern um viel mehr: Daten lassen sich heute schneller verarbeiten und durchsuchen, die Kosten für ihre Speicherung sind dramatisch gesunken. Zum ersten Mal ist umfassende IT-Überwachung nicht nur technologisch, sondern auch finanziell möglich. Wir müssen endlich eine landesweite Diskussion führen, wie unsere Gesetze mit dieser Entwicklung mithalten können", führte Podesta aus.

Der Demokrat, der zu den engsten Vertrauten von US-Präsident Barack Obama gehört, äußerte sich auch kritisch zu den Aktivitäten der NSA im Ausland: "Wir brauchen mehr Kontrolle und Transparenz für unsere Überwachungsaktivitäten im Ausland. Es ist möglich, unsere nationale Sicherheit zu garantieren, ohne das amerikanische Ideal einer geschützten Privatsphäre aufzugeben. Präsident Obama könnte den Ärger in Deutschland dämpfen, wenn er genauer erklären würde, was die US-Behörden dort eigentlich tun", sagte er.

Allerdings hielt Podesta, der als Stabschef im Weißen Haus lange mit Geheimdienstaktivitäten befasst war, den Europäern auch Heuchelei vor. "Die meisten Regierungen dort wissen ja tatsächlich seit langem genau, was wir Amerikaner tun. Und sie haben dabei zumeist kooperiert und davon profitiert. Ich verstehe, warum europäische Politiker nun öffentlich gegen Prism und andere Programme protestieren müssen - aber es ist ein wenig scheinheilig", führte Podesta aus. Usa, Politik, John Podesta Usa, Politik, John Podesta Center for American Progress Action Fund (CC BY-ND 2.0)
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren37
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 16:59Harman Kardon HKTS 9 BQ 5.1 LautsprechersystemHarman Kardon HKTS 9 BQ 5.1 Lautsprechersystem
Original Amazon-Preis
369
Blitzangebot-Preis
285
Ersparnis 23% oder 84
Im WinFuture Preisvergleich

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden