Online bezahlen: Kartellamt geht Bankmonopol an

Geld, Bezahlen, Geldbörse Bildquelle: StockMonkeys.com / Flickr
Das Bundeskartellamt will im Internet für mehr Konkurrenz unter den Anbietern von Geldtransaktionen sorgen und dafür insbesondere die weitgehende Monopolstellung von Banken als Dienstanbieter beschränken.
Dabei geht es vor allem um Überweisungen, zwischen Handelspartnern, die online miteinander in direktem Kontakt stehen. Der Händler kann hier binnen Sekunden sehen, ob ein Kunde gezahlt hat und entsprechend schnell mit dem Versand der Waren reagieren. Der von den Banken betriebene Dienst Giropay, über den solche schnellen Überweisungen getätigt werden können, hat allerdings Konkurrenz bekommen.

Neben der Deutschen Telekom ist hier vor allem die Sofort AG mit ihrem Service "Sofortüberweisung" schwer aktiv und nimmt inzwischen die führende Position ein. Und dies, obwohl das Unternehmen im Grunde einen klaren Wettbewerbs-Nachteil gegenüber Giropay hat. Das berichtete der 'Tagesspiegel'. Denn die Banken verbieten es ihren Kunden in den Vertragsbedingungen eigentlich, ihre PINs und TANs bei Angeboten Dritter anzugeben.

Bei der Verwendung dieser Transaktionsform drohen zwar erst einmal keine direkten Konsequenzen, wohl aber, wenn es zu Problemen kommt. Gelingt es beispielsweise Betrügern sich in die Transaktion einzuklinken, ist der Nutzer nicht gegen Schäden gesichert, wie es beispielsweise bei unbefugten Abbuchungen bei einem reinen Bankgeschäft der Fall wäre.

"Die Banken versuchen, Überweisungen im Internet komplett auf ihre Banksysteme zu ziehen", erläuterte Andreas Mundt, der Chef des Bundeskartellamtes, das Problem. Seine Behörde will daher aktiv werden. Denn: "Es besteht die Gefahr, dass die PIN nicht zur Sicherheit genutzt wird, sondern um Wettbewerb auszuschalten", so Mundt.

Zukünftig soll es möglich sein, dass Anbieter entsprechender Zahlungsdienste den Nutzern die gleichen Garantien bieten können, wie es bei den Banken der Fall ist. Voraussetzung dafür soll natürlich sein, dass ihre Systeme hinsichtlich der Sicherheitsstandards vergleichbar sind. Ist dies der Fall, gibt es nach Ansicht des Kartellamtes quasi keinen Grund, den Banken ein Privileg einzuräumen. Eine entsprechende Veränderung der Ausgangslage habe für Mundts Behörde sogar oberste Priorität, um den Wettbewerb im Internet anzuheizen und so für Händler und Kunden günstigere Angebote zu ermöglichen. Geld, Bezahlen, Geldbörse Geld, Bezahlen, Geldbörse StockMonkeys.com / Flickr
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