Linux: Noch immer kein leichter Start auf Win-8-PCs

Es wird offenbar noch etwas dauern, bis Linux Live-CDs oder USB-Sticks bei Geräten mit Windows 8 und UEFI genutzt werden können. Nach Angaben eines Vertreters der Linux Foundation, die daran arbeitet, dies zu ermöglichen, gibt es Verzögerungen auf Seiten von Microsoft.

Die neue Sicherheitstechnologie Secure Boot, mit der der Startvorgang von Windows 8 bei Geräten mit UEFI vor Malware geschützt wird, sorgt auch dafür, dass man nicht einfach mittels einer Live-CD oder einem anderen Boot-Medium Linux installieren kann. Inzwischen gibt es zwar einen Weg, dies zu ermöglichen, doch während die Linux-Entwickler angeblich alle Vorbereitungen getroffen haben, hapert es an der nötigen Unterstützung von Microsoft.

Wie James Bottomley, CTO für Server Virtualization bei Parallels und gleichzeitig einer der Maintainer des Linux-Kernels, gegenüber 'ZDNet' erklärte, gibt es Probleme bei der Signierung eines speziellen "Pre-Bootloaders" durch das zuständige Team von Microsoft. Dieser sei zwar nach anfänglichen Problemen inzwischen mit dem UEFI-Key von Microsoft signiert, doch die Redmonder würden behaupten, dies sei nicht auf die notwendige Art und Weise erfolgt.

Bottomley und seine Unterstützer planen eigentlich, einen "kleinen Pre-Bootloader" signieren zu lassen, der dann einen vorbestimmten Bootloader ohne weitere Prüfung der Signatur lädt, welcher wiederum Linux oder ein beliebiges anderes Betriebssystem starten lassen kann. Der "Pre-Bootloader" wurde mit einer Funktion ausgerüstet, die prüft, ob tatsächlich ein Nutzer vor dem jeweiligen Rechner sitzt, um die Möglichkeit zur automatisierten Ausführung von UEFI-Malware auszuschließen.

Der "Pre-Bootloader" soll unter anderem für das Starten eines Installers von CD oder DVD, den Start einer Live-CD oder den Start eines installierten Betriebssystems nutzbar sein, abhängig ob die an der Linux Foundation beteiligten Distributionsanbieter dies nutzen wollen, so Bottomleys Plan.

Im Grunde soll es wie bisher auf einfache Art und Weise möglich sein, technisch unerfahrene Nutzer Linux-Betriebssysteme ausprobieren zu lassen. Bisher muss für den Start von alternativen Medien die Secure Boot-Funktion von Geräten mit Windows 8 und UEFI deaktiviert werden, was manche Linux-Interessierte ohne technisches Wissen nicht bewältigen könnten.


Bottomley zufolge gibt es aber eben Verzögerungen. Man habe zwar einen entsprechenden Vertrag mit Microsoft abgeschlossen und die entsprechenden Dateien liegen bereits für die Veröffentlichung vor, doch die Signierung durch die Redmonder mache Probleme. So sei der erste Versuch fehlgeschlagen, die Dateien über das System Developer Center von Microsoft signieren zu lassen.

Später habe er einen erneuten Anlauf gewagt, der auch funktionierende und signierte Dateien lieferte, doch Microsoft zufolge sei die Zertifizierung nicht ordnungsgemäß erfolgt. Offenbar sei kein auf der Linux Foundation zugeordneter Key verwendet worden, sondern ein allgemeingültiger Schlüssel. Microsoft müsse sich nun aufraffen, das Problem schnell in den Griff zu bekommen, forderte Bottomley. Es könne sonst noch bis zum nächsten Jahr dauern.
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"...was manche Linux-Interessierte ohne technisches Wissen nicht bewältigen könnten" -> Wer im BIOS die Option nicht deaktiveren kann, sollte aber auch die Finger von Linux lassen... (nichtsdestotrotz sollte das natürlich mit MS geklärt werden)
 
@sushilange2: Ist das eine Funktion im UEFI oer windows 8
 
@-adrian-: Es ist eine Funktion im UEFI die Windows 8 nützt. Ohne die Funktion im Bios zu aktivieren vergibt Microsoft dem Hersteller kein Zertifikat.
 
@nowin: muesste ich ja mal schauen ob mein uefi diese funktion mit sich bringt.
 
@sushilange2: Meine Eltern nutzen Ubuntu und wissen nicht mal was ein BIOS ist. Beim ersten mal hab ich es ihnen installiert, bei ihrem neuen Notebook haben sie es selbst gemacht. Ich haben ihnen nur gesagt sie sollen die CD einlegen und immer auf "Weiter" klicken. Das haben sie gemacht und sie nutzen nun seit über einem halben Jahr Ubuntu ohne, dass sie je irgendwelche fortgeschritteneren Computerkenntnisse gebraucht hätten.


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