US-Provider Calyx: Keine Daten mehr für Behörden

Der US-Unternehmer Nicholas Merrill hat genug davon, dass die Behörden ständig Daten von Nutzern bei dem von ihm betriebenen Internet-Zugangsprovider anfordern. Er plant nun einen entsprechenden Dienst aufzubauen, der die höchsten Datenschutz-Garantien bietet.
Merrill betrieb bereits selbst einen Provider. In den letzten Jahren war er vor allem damit beschäftigt, sich vor Gerichten mit Behörden auseinanderzusetzen. Hierzulande dürfte er einigen durch seinen Vortrag auf dem 27. Chaos Communcation Congress bekannt sein, auf dem er darlegte, wie schwer es für ihn war, überhaupt öffentlich über die Daten-Anforderungen im Rahmen des Patriot Acts reden zu dürfen.

Aktuell sammelt er nun Geld für ein neues Projekt: Einen nicht gewinnorientierten Provider, dessen oberstes Prinzip der Datenschutz ist und bei dem alle Verbindungen standardmäßig verschlüsselt ablaufen. Für rund 20 Dollar im Monat will Merrill zukünftig entsprechende Internet-Verbindungen anbieten können und auch Mobilfunkdienste mit hohen Sicherheitsstandards sind in Planung, berichtete das US-Magazin 'CNet'.

Der neue ISP soll unter dem Dach des nichtkommerziellen Calyx Institute arbeiten. "Calyx wird alle rechtlichen und technischen Möglichkeiten nutzen, um die Privatsphäre und die Integrität von Nutzerdaten zu gewährleisten", erklärte Merrill.

So sollen Datenverbindungen ausschließlich verschlüsselt ablaufen. Weiterhin werden E-Mails auf den Servern des Providers automatisch kodiert, so dass die Calyx-Mitarbeiter selbst keinen Zugriff auf diese Daten haben. Dies soll letztlich auch dazu dienen, Anfragen der US-Behörden nach der Aushändigung von Informationen gar nicht erst nachkommen zu können.

Laut US-Recht sind Telekommunikationsanbieter zwar gehalten, den Strafverfolgungsbehörden einen leichten Zugang zu Daten zu gewähren. Wenn die Informationen aber verschlüsselt vorliegen, sind sie nicht verpflichtet, einen Generalschlüssel vorzuhalten.

Unterstützt wird Merrill bei seinem Projekt von verschiedenen Experten, die von verschiedenen Seiten Einblick in den Bereich haben. Im beratenden Ausschuss sitzt beispielsweise mit Brian Snow ein ehemaliger Technikchef des Geheimdienstes NSA. Aber auch der Hacker Jacob Appelbaum vom Tor Project gehört diesem an. Support kommt aber auch von verschiedenen Stiftungen und Bürgerrechtsorganisationen. Calyx Calyx
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