Defekte Grafikchips reißen Nvidia finanziell ins Minus
Nvidia konnte in den letzten drei Monaten nach eigenen Angaben Produkte im Wert von 893 Millionen US-Dollar verkaufen. Dies bedeutet einen Rückgang von 23 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal und 5 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des letzten Geschäftsjahres.
Das Unternehmen muss außerdem einen Verlust von 120,9 Millionen US-Dollar verbuchen. Ein Teil davon ist auf die kürzlich gemeldeten massiven Materialprobleme bei einigen Grafikprozessoren zurück zu führen. Rund 196 Millionen US-Dollar sollen in die Erfüllung von Garantieansprüchen von Kunden von Nvidias Hardware-Partnern gesteckt werden.
Weitere Gründe für die Verluste sind nach Angaben von Nvidia ein schwächelnder Markt für Desktop-Computer sowie Probleme bei der Preisfindung. Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang gestand die Probleme seines Unternehmens ein - das 2. Quartal sei enttäuschend gewesen. Man habe sich bei der Preisgestaltung verkalkuliert und so durch nicht ausreichend konkurrenzfähige Preise Umsätze eingebüßt, hieß es.
Das Geschäft mit Notebook-Grafikchips und Chipsätzen sowie der Verkauf von Produkten für professionelle Anwender laufe hingegen bestens, so Huang. Gegenüber dem Vorjahr sei in diesem Bereich ein Wachstum von 27 Prozent zu verzeichnen. Unterdessen gibt es aber Berichte, wonach Nvidia weiter versucht, der Öffentlichkeit Informationen über das Ausmaß der Materialprobleme vorzuenthalten.
In einigen Fällen hat das Unternehmen der Presse bereits Rufschädigung vorgeworfen, weil berichtet worden war, dass die Materialprobleme, welche zu Schäden und schließlich gar dem Defekt der betroffenen Grafikprozessoren führen können, nicht nur bei Notebook-Modellen bestehen, sondern auch Desktop-Grafikkarten betreffen. Zuletzt hieß es, dass auch die jüngeren GPUs der Serien G94 und G92 betroffen sind.
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