Toshiba: Stromverbrauch bremst die OLED-Revolution
OLEDs gelten seit Jahren als die Technologie der Wahl für künftige Displays. Eigentlich sollten schon längst diverse Fernseher und Bildschirme auf dem Markt sein, die OLEDs nutzen - zumindest wenn die euphorischen Pläne vieler Hersteller umgesetzt worden wären, die diese noch 2005 groß bewarben.
Mittlerweile ist unter den Herstellern die Ernüchterung eingekehrt, da man die OLED-Technologie doch nicht so schnell weiterentwickeln kann, wie ursprünglich erhofft. Immerhin bietet Sony mit seinem XEL-1 mittlerweile einen ersten OLED-Fernseher an, dieser bietet jedoch ein mit nur 11 Zoll sehr kleines Displays, kostet über 1200 Euro und wird nur in sehr geringen Stückzahlen gefertigt.
Eigentlich wollte Sonys Konkurrent Toshiba spätestens ab dem Jahr 2010 so weit sein, dass OLED-Fernseher mit mindestens 30-Zoll-Bildschirmdiagonale in großen Mengen produziert werden können. Am Dienstag musste das Unternehmen nun aber mitteilen, dass aus den hoch gesteckten Plänen nichts wird.
Als Grund für die Zurückhaltung der Japaner wurden damals die hohen Kosten für die Produktion der Geräte genannt. Nun hat Katsuji Fujita, Chef von Toshibas Display-Sparte, weitere Angaben zu den Gründen für die starken Verzögerungen bei der Einführung größerer OLED-Displays gemacht.
Laut Fujita ist der Stromverbrauch eines OLED-Displays mit 30 Zoll Diagonale unter den aktuellen technischen Voraussetzungen extrem hoch. Im Vergleich zu einem LCD-Panel der gleichen Größe soll das OLED-Display zwei bis drei Mal mehr Strom benötigen.
Vergleicht man die von Sony angegebene Leistungsaufnahme seines ersten OLED-Fernsehers, der bei 11 Zoll Diagonale ganze 45 Watt benötigt, mit einem LCD-TV der gleichen Größe, bestätigen sich Toshibas Angaben - der Fernseher mit LCD-Panel kommt mit höchstens 20 Watt aus.
Deshalb will Toshiba nun zunächst daran arbeiten, den Stromverbrauch seiner OLED-Displays auf das Niveau von LC-Displays zu senken, da die Technologie in ihrer aktuellen Form kaum Marktchancen hat. Die gleichen Probleme dürften auch bei den anderen Herstellern bestehen.
OLED-Displays sollen eigentlich deutlich günstiger zu produzieren sein und technisch bedingt einen wesentlich geringeren Energiebedarf haben als LCDs. Ihr großer Vorteil besteht schließlich gerade darin, dass OLEDs farbiges Licht ausstrahlen, während LCDs nur wie farbige Filter funktionieren.
Offenbar tun sich die Elektronikhersteller also damit schwer, die theoretischen Vorteile auch bei größeren Displays umzusetzen. Bisher sind OLEDs daher nur in kleinen Endgeräten mit entsprechend kleinen Bildschirmen zu finden.
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