"Bockwurst"-Betreiber wegen neuer Projekte in Haft

Internet & Webdienste Seit Montag Abend befindet sich ein 19-Jähriger in Haft, der bereits durch die Abschaltung des von ihm betriebenen Warez-Portals "Bockwurst" im Februar 2005 in die Schlagzeilen geraten war. Die erneute Verhaftung ist auf die Schließung von ähnlichen Projekten zurückzuführen, die er aufzubauen versucht hatte. Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt derzeit gegen den jungen Mann, der in "Szene"-Kreisen auch unter dem Namen "Punkt1" bekannt ist. Zuvor hatte das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern seit April dieses Jahres ermittelt. Vorangegangen waren Ermittlungen des LKA Sachsen, die auf den Hinweis eines Insiders zurückzuführen waren, der bereits am Bockwurst-Projekt beteiligt war.


Punkt1 hatte sich in einem Zivilprozeß zur Zahlung einer Summe von 513000 Euro an die Firma S.A.D. verpflichtet, die den durch die illegalen Download-Angebote entstandenen Schaden abdecken sollte. Offenbar war das anhängige Verfahren, das bis heute noch nicht ganz abgeschlossen ist, kein Grund, in Zukunft keine derartigen Projekte mehr zu starten.

Bereits kurz nach dem Auffliegen der Bockwurst-Macher begannen die Arbeiten an einem neuen Download-Portal, bei dem wieder illegale Kopien kostenpflichtiger Software zum Herunterladen bereit gestellt werden sollten. Die Planungen wurden jedoch erneut vom LKA vereitelt, nachdem man bei der Durchsuchung der Wohnung eines Mitwirkenden Hinweise auf das Vorhaben entdeckt hatte.


Auch dieses Mal war dies kein Anlass, die Arbeit an den illegalen Projekten einzustellen. So ging im Oktober 2005 ein neues Warez-Portal ans Netz, bei dem wie bei "Bockwurst" bis zu 1000 Software-Produkte zum Download angeboten wurden, ohne die Urheberrechte der Hersteller zu respektieren. Bei dem neuen Angebot setzte man sogar die selben Scripte ein, die bereits beim zuvor geschlossenen Bockwurst-Portal verwendet wurden.

Auch ein Nebenprojekt war in Planung, bei dem die Ideen von Punkt1 genutzt wurden. Zusätzlich zu den beinahe traditionellen Warez-Portalen begann der junge Mann mit der Entwicklung eines kostenlosen Hosting-Angebots für Warez, das vom Prinzip dem bekannten Datei-Hoster RapidShare nahe kommt. Eine Besonderheit gab es jedoch - Betreiber von Warez-Seiten konnten ihre Daten ablegen und wurden über ein Partnerprogramm an den Gewinnen aus Werbeeinnahmen beteiligt.


Zusätzlich bot man, ähnlich wie RapidShare und anderen Datei-Hostern, auch Premium-Nutzerkonten an, die im Gegensatz zu einem normalen Account keinerlei Beschränkungen mit sich brachten und damit den unbegrenzten Download von illegalen Kopien ermöglichten. Rund 1000 Kunden nutzten die Premium-Version des Dienstes, wofür z.B. monatlich 9,90 Euro fällig wurden. Täglich besuchten rund 150000 Nutzer das Angebot. Insider gehen davon aus, dass so 2000 Euro am Tag umgesetzt werden konnten.

Mittlerweile sind die von Punkt1 gestarteten Download-Portale nicht mehr am Netz. Lediglich der Hosting-Dienst scheint noch verfügbar zu sein. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit einem holländischen Web-Hoster betrieben, der dafür sorgte, dass das ermittelnde Landeskriminalamt nur in geringem Umfang Nutzer- und Log-Daten sammeln konnte.


Durch die in den Niederlanden geltenden Urheberrechtsgesetze, ist eine strafrechtliche Verfolgung der normalen Nutzer durch deutsche Behörden nicht möglich. Lediglich die Premium-Kunden müssen rechtliche Schritte fürchten, da das LKA in den Besitz ihrer Daten gelangte. Da der Beschuldigte in kürze nach Berlin umziehen wollte, um ein Studium zu beginnen, war das Landeskriminalamt zu schnellem Handeln gezwungen.

Für Punkt1 bedeutet seine Festnahme unterdessen nichts Gutes. Da er bereits im Bockwurst-Verfahren mindestens zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden dürfte, gilt der 19-Jährige dann als vorbestraft. Durch die Einführung neuer illegaler Download-Portale hat er zudem eine hohe kriminelle Energie bewiesen, da die Angebote teilweise über Firmen und Konten im Ausland betrieben wurden. Dies alles dürfte bei einem neuen Verfahren zu einer Gefängnisstrafe führen, weswegen Punkt1 vorläufig in Untersuchungshaft bleiben dürfte.
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