Warez-Portal "Bockwurst-Files" geschlossen

Internet & Webdienste Berichten zufolge wurden im Verlauf der gestrigen Nacht bzw. am heutigen Morgen Hausdurchsuchungen bei den Betreibern des Warez Portals "Bockwurst Files" durchgeführt, das über Jahre hinweg gecrackte bzw. sog. "raubkopierte" Software und eBooks, also digitalisierte Literatur, zum Download angeboten hatte. Die Website hatte an normalen Tagen zwischen 80 000 und 90 000, an Spitzentagen sogar bis zu 110 000 einzelne Besucher und erst in diesem Monat ihr zweijähriges Bestehen "gefeiert". Die Downloads waren bei Anbietern von Gratis-Webspace gelagert bis der jeweilige Anbieter sie wegen Verstößen gegen seine allgemeinen Geschäftsbedingungen löschte. Bei einigen Hostern waren die Dateien so teilweise über Wochen und Monate abgelegt. Mit Hilfe eines "Anti-Leech"-Skripts wurde die Anzahl der täglichen Downloads pro Datei künstlich begrenzt um nicht durch massiven Traffic vom Hosting-Anbieter abgeschaltet zu werden.

In der Vergangenheit war das Angebot bereits mehrfach geschlossen worden - darunter auch eine zum Portal gehörende Seite auf österreichischen Servern. Dort hatte die GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverstössen) den Server abschalten lassen. Das Ganze war damals allerdings folgenlos geblieben. Daraufhin suchte man sich neue Server in den USA, Holland und zuletzt in Malaysia. Diese wurden mit Hilfe von gefälschten Kundendaten angemietet.

Auf den Seiten von "Bockwurst Files" wurden Anwendungen von Firmen wie Adobe und Macromedia, aber auch Spiele und E-Books zum Download angeboten. Zuletzt hatte man jedoch beschlossen keine Spiele mehr zu "vertreiben" da die Webspace-Anbieter diese Dateien immer zügiger löschten. Die angebotenen Dateien waren meist "Releases" grösserer "Crews" aus der Szene die neu gepackt und dann bereitsgestellt wurden.

Das Portal wurde in der jüngeren Vergangenheit nach Angaben der Betreiber durch Spenden und Verkaufsaktionen eigener Artikel wie z.B. Rohlingen mit Bockwurst-Logo finanziert. Es waren zu Hochzeiten bis zu 15 "Mitarbeiter" damit beschäftigt Dateien hochzuladen und im parallel betriebenen Forum mit seinen 10 000 Mitgliedern für Ordnung zu sorgen. Vor nicht allzu langer Zeit war die Anmeldung im Forum gesperrt worden um eventuelle Ermittlungen zu erschweren.

Man bot den Nutzern die Software nur "zum Testen" an, da die Trial-Versionen der Hersteller im Funktionsumfang so stark eingeschränkt seien, dass man sich kein konkretes Bild machen könne. Ob dies und der Hinweis, die heruntergeladenen Applikationen seien nach einer angemessenen Testzeit wieder zu löschen, jedoch ausreicht um vor Gericht die Legitimität des Portals zu rechtfertigen ist fraglich. Ob die Seite erneut online geht ist augenblicklich nicht abzusehen, man will nach eigenen Angaben jedoch alles dafür tun.

Es gab sogar Deals mit deutschen Firmen, die auf den Seiten von "Bockwurst" ihre Usenet-Dienste bewarben. Unterdessen ist beinahe gleichzeitig mit "Bockwurst" das Angebot des Weiterleitungsdienstes "dl.am" abgeschaltet worden, da die Privaträume des Betreibers ebenfalls durchsucht worden waren.

Am frühen Morgen des gestrigen Tages waren Ermittler beim Betreiber von Bockwurst erschienen und hatten unter Vorlage eines Beschlusses die Wohung nach verwertbaren Unterlagen durchsucht. Kurze Zeit später waren die Beamten auch beim Weiterleitungsdienst aufgetaucht. Im Laufe des Tages waren dann auch die Wohnungen der sog. "Uploader" durchsucht worden. Teilweise wurden Unterlagen und Hardware sichergestellt, es gab allerdings keine Verhaftungen.

Quelle: WinFuture.de inhouse (B!G/nim)
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