Nichts für Schnellschüsse: 360-Grad-Kamera Insta360 X5 im Test
Bei der Insta360 X5 handelt es sich um eine 360-Grad-Actionkamera, die Videos mit bis zu 8K und 30 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Alternativ stehen 5,7K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde oder 4K mit maximal 120 Bildern pro Sekunde zur Verfügung. Insta360 verbaut zwei 1/1,28-Zoll-Sensoren sowie ein System aus drei Bildverarbeitungschips.
Das Vorgängermodell der gerade geleakten Insta360 X6 wiegt 200 Gramm und ist mit zwei leicht hervorstehenden Objektiven ausgestattet. Was unser Kollege Timm Mohn an der Insta360 X5 besonders spannend findet: Sie verändert die Art und Weise, wie man überhaupt filmt. Bei einer gewöhnlichen Actionkamera muss man sich bereits vor der Aufnahme überlegen, wohin die Kamera zeigt. Bei einer 360-Grad-Kamera kann man diese Entscheidungen auf später verschieben.
360-Grad-Kameras ermöglichen aber noch mehr: Aus einer einzigen Aufnahme lassen sich mehrere unterschiedliche Einstellungen erstellen. Zuerst kann die Perspektive auf den Fahrer gerichtet sein, anschließend auf die Straße und danach auf ein Detail am Fahrrad. Obwohl all diese Szenen aus demselben Videoclip stammen, können sie im fertigen Video wie Aufnahmen verschiedener Kameras wirken.
Für Timms Fahrradvideos ist besonders der Ich-Modus interessant. Dabei richtet sich ein Objektiv auf die filmende Person, während die Kamera daraus ein klassisches Video erstellt. Die X5 übernimmt dabei einen Teil der Ausrichtung und hält die Person möglichst passend im Bild. An das Filmen mit einer 360-Grad-Kamera muss man sich trotzdem erst gewöhnen. Nach ein paar Aufnahmen entwickelt man allerdings ein Gefühl dafür, wo sich die Kamera befindet.
Im Test hat die Bildqualität bei schlechter werdendem Licht überrascht. Während einer der Testfahrten wurde es bereits merklich dunkler. In der Folge wurde das Gesicht des Fahrers kaum noch direkt von der Sonne beleuchtet. Beim Filmen hätte man folglich davon ausgehen müssen, dass das Material später stark aufgehellt werden müsste. In Final Cut stellte sich jedoch heraus, dass die Aufnahme bereits im Original sehr brauchbar aussah. Eventuelle Farbkorrekturen fielen am Ende sogar schlechter aus als das unbearbeitete Material der Kamera. Für besonders dunkle Situationen bietet die X5 zusätzlich einen PureVideo-Modus mit KI-gestützter Rauschunterdrückung. Dieser steht sowohl für 360-Grad-Aufnahmen als auch bei der Verwendung eines einzelnen Objektivs zur Verfügung.
Ganz ohne zusätzliche Arbeit kommt man bei einer 360-Grad-Kamera allerdings nicht aus. Wer von einer GoPro oder einer gewöhnlichen Actionkamera kommt, ist es vermutlich gewohnt, die Speicherkarte in den Computer zu stecken und die Videodateien direkt in das Schnittprogramm zu ziehen. Bei vollständigen 360-Grad-Aufnahmen funktioniert das nicht ganz so einfach. Die Dateien müssen zunächst über die Insta360-App oder Insta360 Studio bearbeitet und exportiert werden. Lediglich Videos aus dem normalen Einzelobjektiv-Modus werden direkt als gewöhnliche MP4-Dateien gespeichert. 360-Grad-Aufnahmen speichert die Kamera dagegen im herstellereigenen INSV-Format. Insta360 Studio steht kostenlos für MacOS und Windows zur Verfügung. Dort lassen sich die Perspektive, der Bildausschnitt und verschiedene Kamerabewegungen festlegen. Anschließend wird das fertige flache Video exportiert und kann beispielsweise in Final Cut weiterverarbeitet werden.
Trotz eines leistungsstarken Macs mit M4 Max dauert der Export eine Weile. Dabei sind sogar die Lüfter deutlich zu hören. Die Bearbeitung ist nicht kompliziert, benötigt aber zusätzliche Zeit und ausreichend Speicherplatz. Schließlich nimmt eine Kamera mit einer maximalen Bitrate von 180 Mbit/s keine besonders kleinen Dateien auf. Insta360 empfiehlt eine MicroSD-Karte der Geschwindigkeitsklasse UHS-I V30 oder schneller. Positiv fällt auf, dass Insta360 seine Software regelmäßig weiterentwickelt. Bereits einen Tag nach der Installation von Insta360 Studio stand ein neues Update bereit.
Insta360 bietet mehrere Bundles für die X5 an. Das günstigste ist die Standard-Edition, die ohne umfangreiches Zubehör aktuell 459 Euro kostet. Neben der Kamera hat sich unser Kollege Timm Mohn ein zusätzliches Ladegerät, einen zweiten Akku, einen Linsenschutz und verschiedene Halterungen gekauft. Die Insta360 X5 ist keine Kamera für Situationen, in denen lediglich möglichst schnell irgendein Video aufgenommen werden soll. Dafür gibt es günstigere und vor allem simplere Actionkameras. Bei diesen landet die Videodatei auf der Speicherkarte und kann direkt verwendet werden. Die X5 benötigt mehr Vorbereitung, mehr Speicherplatz und mehr Zeit bei der Nachbearbeitung. Dafür bietet sie Möglichkeiten, die sich mit einer normalen Actionkamera nur schwer oder überhaupt nicht umsetzen lassen.
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Das Vorgängermodell der gerade geleakten Insta360 X6 wiegt 200 Gramm und ist mit zwei leicht hervorstehenden Objektiven ausgestattet. Was unser Kollege Timm Mohn an der Insta360 X5 besonders spannend findet: Sie verändert die Art und Weise, wie man überhaupt filmt. Bei einer gewöhnlichen Actionkamera muss man sich bereits vor der Aufnahme überlegen, wohin die Kamera zeigt. Bei einer 360-Grad-Kamera kann man diese Entscheidungen auf später verschieben.
360-Grad-Kameras ermöglichen aber noch mehr: Aus einer einzigen Aufnahme lassen sich mehrere unterschiedliche Einstellungen erstellen. Zuerst kann die Perspektive auf den Fahrer gerichtet sein, anschließend auf die Straße und danach auf ein Detail am Fahrrad. Obwohl all diese Szenen aus demselben Videoclip stammen, können sie im fertigen Video wie Aufnahmen verschiedener Kameras wirken.
Für Timms Fahrradvideos ist besonders der Ich-Modus interessant. Dabei richtet sich ein Objektiv auf die filmende Person, während die Kamera daraus ein klassisches Video erstellt. Die X5 übernimmt dabei einen Teil der Ausrichtung und hält die Person möglichst passend im Bild. An das Filmen mit einer 360-Grad-Kamera muss man sich trotzdem erst gewöhnen. Nach ein paar Aufnahmen entwickelt man allerdings ein Gefühl dafür, wo sich die Kamera befindet.
Im Test hat die Bildqualität bei schlechter werdendem Licht überrascht. Während einer der Testfahrten wurde es bereits merklich dunkler. In der Folge wurde das Gesicht des Fahrers kaum noch direkt von der Sonne beleuchtet. Beim Filmen hätte man folglich davon ausgehen müssen, dass das Material später stark aufgehellt werden müsste. In Final Cut stellte sich jedoch heraus, dass die Aufnahme bereits im Original sehr brauchbar aussah. Eventuelle Farbkorrekturen fielen am Ende sogar schlechter aus als das unbearbeitete Material der Kamera. Für besonders dunkle Situationen bietet die X5 zusätzlich einen PureVideo-Modus mit KI-gestützter Rauschunterdrückung. Dieser steht sowohl für 360-Grad-Aufnahmen als auch bei der Verwendung eines einzelnen Objektivs zur Verfügung.
Ganz ohne zusätzliche Arbeit kommt man bei einer 360-Grad-Kamera allerdings nicht aus. Wer von einer GoPro oder einer gewöhnlichen Actionkamera kommt, ist es vermutlich gewohnt, die Speicherkarte in den Computer zu stecken und die Videodateien direkt in das Schnittprogramm zu ziehen. Bei vollständigen 360-Grad-Aufnahmen funktioniert das nicht ganz so einfach. Die Dateien müssen zunächst über die Insta360-App oder Insta360 Studio bearbeitet und exportiert werden. Lediglich Videos aus dem normalen Einzelobjektiv-Modus werden direkt als gewöhnliche MP4-Dateien gespeichert. 360-Grad-Aufnahmen speichert die Kamera dagegen im herstellereigenen INSV-Format. Insta360 Studio steht kostenlos für MacOS und Windows zur Verfügung. Dort lassen sich die Perspektive, der Bildausschnitt und verschiedene Kamerabewegungen festlegen. Anschließend wird das fertige flache Video exportiert und kann beispielsweise in Final Cut weiterverarbeitet werden.
Trotz eines leistungsstarken Macs mit M4 Max dauert der Export eine Weile. Dabei sind sogar die Lüfter deutlich zu hören. Die Bearbeitung ist nicht kompliziert, benötigt aber zusätzliche Zeit und ausreichend Speicherplatz. Schließlich nimmt eine Kamera mit einer maximalen Bitrate von 180 Mbit/s keine besonders kleinen Dateien auf. Insta360 empfiehlt eine MicroSD-Karte der Geschwindigkeitsklasse UHS-I V30 oder schneller. Positiv fällt auf, dass Insta360 seine Software regelmäßig weiterentwickelt. Bereits einen Tag nach der Installation von Insta360 Studio stand ein neues Update bereit.
Insta360 bietet mehrere Bundles für die X5 an. Das günstigste ist die Standard-Edition, die ohne umfangreiches Zubehör aktuell 459 Euro kostet. Neben der Kamera hat sich unser Kollege Timm Mohn ein zusätzliches Ladegerät, einen zweiten Akku, einen Linsenschutz und verschiedene Halterungen gekauft. Die Insta360 X5 ist keine Kamera für Situationen, in denen lediglich möglichst schnell irgendein Video aufgenommen werden soll. Dafür gibt es günstigere und vor allem simplere Actionkameras. Bei diesen landet die Videodatei auf der Speicherkarte und kann direkt verwendet werden. Die X5 benötigt mehr Vorbereitung, mehr Speicherplatz und mehr Zeit bei der Nachbearbeitung. Dafür bietet sie Möglichkeiten, die sich mit einer normalen Actionkamera nur schwer oder überhaupt nicht umsetzen lassen.
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