So kann das kleine iPad Pro 11" den Schreibtisch-PC ersetzen

Kann ein 11-Zoll-Tablet tatsächlich das Zentrum einer vollwertigen Arbeitsumgebung darstellen? Unser Kollege Andrzej Tokarski hält das nicht nur für möglich, sondern zeigt anhand seines Schreibtisch-Set-ups, was mit dem entsprechenden Modell des iPad Pro möglich ist und was weiterhin ein klassisches Desktop-System erforderlich macht.

Das iPad sitzt in einem Ständer mit Dock, der variable Blickwinkel erlaubt und Strom, Ethernet sowie USB-Anschlüsse bereitstellt. Über ein rechtwinklig geführtes USB-C-Kabel ist das Tablet verbunden, ein zweites Kabel versorgt das Dock. So ist auch der schnelle Zugriff auf ein NAS möglich. Als Eingabegeräte kommen eine Bluetooth-Tastatur und ein per USB-C angeschlossenes Apple Magic Trackpad zum Einsatz, das sich unter iPadOS deutlich präziser bedienen lässt als eine Maus.

Für die Audio-Wiedergabe stehen kabelgebundene Sony-Kopfhörer am Dock sowie Lautsprecher am externen Monitor bereit, ergänzt durch ein Qi-Ladedock fürs Smartphone und einen griffbereiten Xbox-Controller. Als Zweitdisplay dient ein 27-Zoll-Dell-UltraSharp mit 4K und 120 Hz, ergonomisch auf Augenhöhe hinter dem iPad positioniert.
iPad Pro 11" in der Praxis iPad Pro 11" in der Praxis iPad Pro 11" in der Praxis
Der Homescreen bleibt bewusst minimal: Apps liegen im Dock oder in der App-Mediathek, Widgets liefern Uhrzeit, Wetter, Kalender und weitere Schnellinfos. Auf dem großen Monitor laufen vor allem Web-Apps wie Safari, YouTube, Canva oder Feedly, während native iPad-Apps wie Lightroom direkt auf dem Tablet mit Touch und Apple Pencil genutzt werden.

Im Alltag zeigen sich jedoch Grenzen von iPadOS. Das Audio-Routing ist eingeschränkt, sodass Ausgabegeräte nicht immer fein steuerbar sind. Einige Apps, etwa Photoshop oder Google-Dienste, verhalten sich mit externem Monitor und Trackpad unzuverlässig. Zudem funktionieren bestimmte unternehmenskritische Web-Interfaces oder Drag-&-Drop-Editoren in mobilen Browsern nicht korrekt. Auch das gleichzeitige Abspielen mehrerer Audioquellen ist nicht möglich. Als Übergangslösungen werden Kopfhörer direkt am Dock betrieben oder das iPad für bestimmte Aufgaben kurz vom Setup getrennt.

Für viele ausreichend

Dem stehen klare Vorteile gegenüber: hohe Mobilität, ein aufgeräumter Arbeitsplatz, gute Performance für Büroarbeit und Bildbearbeitung sowie stabile Netzwerk- und Erweiterungsoptionen über das Dock. In den meisten Workflows erreicht das Setup eine Produktivität nahe am Desktop-Niveau.

Empfohlen wird die iPad-Workstation vor allem für Nutzer, die überwiegend mit Web-Apps, E-Mails, Texten, Social Media und leichter Bildbearbeitung arbeiten, Mobilität schätzen und bereit sind, ihre Abläufe anzupassen. Wer auf komplexe Web-Tools oder spezielle Desktop-Programme angewiesen ist, braucht weiterhin einen Mac oder PC als Ergänzung.

Schlussendlich liefert das iPad-Pro-Setup eine überzeugende Annäherung an den klassischen Desktop-Arbeitsplatz. Ergonomie und Integration stimmen, doch bei Audio-Management, App-Kompatibilität und bestimmten Web-Diensten bleiben Einschränkungen. Rund 90 bis 95 Prozent eines Desktop-Workflows sind erreichbar - für den Rest ist gelegentlich ein zusätzliches Desktop-System nötig.

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