Nebula Cosmos Max 4K: Herausragender Beamer fürs Kino-Feeling

Der Nebula Cosmos Max 4K wurde einst als Kickstarter-Projekt angeschoben und sollte mit verschiedenen Problemen aufräumen, die Beamer-Fans gern bemängeln. So wurde hier endlich einmal ein richtig gutes Audio-System aus vier Lautsprechern eingebaut. Inzwischen ist der Projektor auch regulär im Handel verfügbar und unser Kollege Timm Mohn hat ihn getestet.

Bei dem Nebula-Produkt handelt es sich um einen smarten Projektor: Statt dem typischen blauen Beamerbild, das man noch aus der Schule kennt, erwartet einen beim Einschalten die Boot-Animation von Android TV 9. Die Integration des Google-Betriebssystems ermöglicht es dem Cosmos Max 4K, als All-in-One Heimkino-Projektor aufzutreten. Der Anschluss von TV-Boxen ist folglich nicht nötig. Einzig ein Fernsehempfänger könnte über HDMI verbunden werden, sollte man das Frühstücksfernsehen gern in XXL genießen wollen. Das große Format ist ein gutes Stichwort: Bis zu 150 Zoll groß kann das Bild des Cosmos Max 4K werden. Erfahrungsgemäß ist es aber durchaus möglich, das Bild noch größer werden zu lassen, ohne dass die Betrachtungsqualität in Mitleidenschaft gezogen wird. Für den Filmgenuss ist eine Leinwand nicht zwingend notwendig. Eine solche kann aber helfen, das Heimkino-Feeling weiter auszubauen.

Nebula hat sich bei der Entwicklung des Cosmos Max 4K kreativ freien Lauf gelassen, sodass der Projektor aus der Masse an Beamern heraussticht: Statt viereckig ist der Projektor oval. Das kommt dem Sound, auf den im nächsten Absatz eingegangen wird, zu Gute. Dazu gibt es einen Sternenhimmel auf der Oberseite, der, wenn der Projektor an der Decke montiert wird, erst so richtig zur Geltung kommt. Zweifelsfrei soll dieser an Kinosääle erinnern, die oftmals auch einen Sternenhimmel an der Decke haben. Nebula hat das kleine extra erfreulicherweise nicht zu aufdringlich gemacht, sodass es beim Filmgenuss nicht stört. Wer sich leicht ablenken lässt, kann über Android TV die Animation aber auch ausschalten. Während viele große Projektoren auf richtige Beamer-Stative gemountet werden müssen, reicht beim Cosmos Max 4K ein handelsübliches Stativ.

Bester Sound seiner Klasse

Als Tochterunternehmen von Anker und somit Schwesterunternehmen von Soundcore hat man bei Nebula genug Potenzial, um Geräte mit erstklassigem Sound auf den Markt zu bringen. Die Werbeversprechen auf der Homepage sind entsprechend nicht weniger vollmundig. Erfreulicherweise werden die hochgesteckten Erwartungen an den Sound der Cosmos Max 4K nicht enttäuscht: Der Projektor bietet das beste Tonerlebnis, welches unser Kollege Timm Mohn in einem solchen Projektor bisher vorgefunden hat. Action-reiche Szenen, wie bspw. der Angriff Khans auf das Sternenflottenkommando in Star Trek 12 findet praktisch im eigenen Wohnzimmer statt: Die Phaserschüsse flitzen gefühlt von links nach rechts durch den Projektor und erzeugen so einen angenehmen, aber nicht zu aufdringlichen Soundteppich, der einen tiefer in den Filmgenuss eintauchen lässt.

Gestört wird besagter Filmgenuss leider durch den Lüfter. Obwohl der Nebula Cosmos Max 4K mit 1.500 ANSI-Lumen etwas dunkler ist als der Xgimi Horizon, bleibt der Nebula-Projektor dauerhaft hörbarer als die Projektoren der Konkurrenz. Dazu vermisst der Projektor einen Umgebungsmodus, der Bild und Lüfter automatisch an die Projektionssituation anpasst. Zwar hat sich die Lüfterlautstärke mit dem letzten Update merklich verbessert, allerdings sollte Nebula zukünftig einen starken Fokus auf die Optimierung der Lüftersteuerung legen, um den Gesamteindruck nicht unnötig zu trüben. Andernfalls steht sich der Cosmos Max 4K leider selbst im Weg: Die gebotene Soundqualität würde es für Gelegenheitsgucker im Heimkino rechtfertigen, keine externe Lautsprecher anzuschaffen, wenn da nicht der Grundton des Projektors wäre. Reduzieren kann man das Betriebsgeräusch, indem man die Bildeinstellungen etwas verändert und die Helligkeit reduziert. Die 4x10 Watt Lautsprecher im Inneren könnten bei einer Kaufentscheidung der entscheidende Punkt für den Cosmos Max 4K sein - jedenfalls wenn es Nebula gelingt, den Lautstärkepegel des Lüfters noch etwas weiter zu reduzieren.

Nicht erst der Sternenhimmel auf der Oberseite zeigt, dass es Nebula mit der Kinostimmung beim Cosmos Max 4k ernst meint: Die Helligkeit des Projektors lässt auch bei dunklen Szenen eine angenehme Betrachtung zu, die Einstellungen bieten vielfältig Optionen, sich das Bild je nach Projektionsfläche zurecht zu optimieren und der Sound ist über alle anderen erhaben. Trotzdem hat der Cosmos Max noch Entwicklungspotenzial. Nutzt der Hersteller diese Chance, kann der Projektor mit wenigen Handgriffen über sich hinaus wachsen und ein noch besseres Gesamtbild abgeben. Passend zum Winter, in dem man oftmals mehr Zeit zu Hause und auf der Couch verbringt, hat Nebula den Preis des Cosmos Max auf Amazon stark reduziert: Statt 1.399 Euro kostet der smarte 4K Projektor tagesaktuell nur 1.099,99 Euro. Wer sich den Projektor zunächst lieber im lokalen Fachmarkt anschauen möchte, wird zumindest derzeit weder bei Saturn noch Media Markt fündig: Beide Elektrofachmärkte listen zwar die kleinere Capsule Max, nicht aber den Nebula Cosmos Max 4K.

Vorteile

  • Ausreichend hell für Konsum bei Tag und Nacht (1500 ANSI-Lumen)
  • Sehr guter Sound (4x10 Watt)
  • ExFat-Unterstützung
  • Ausreichend Ports (2x HDMI, 2x USB, 1xKlinke, 1x SPDIF)
  • Amazon Prime, Disney+ und Apple TV in einem Gerät
  • Netflix über Sideloading
  • Stativschrauben-Einlassung an der Unterseite
  • Sternenhimmel lässt sich komplett abschalten

Neutral

  • Keine automatische Leinwand-Erkennung
  • "Nur" Android 9

Nachteile

  • Lüfter teils zu laut

Mehr von Timm: Nerdbench Timm auf YouTube
Dieses Video empfehlen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen