Hasselblad X2D II 100C: Mittelformat mit starken Features im Test

Die Hasselblad X2D II 100C ist eine moderne Mittelformatkamera, die sich an professionelle Fotografen und anspruchsvolle Enthusiasten richtet. Sie kombiniert eine sehr hohe Auflösung mit großem Dynamikumfang, einem integrierten HDR-Workflow und einer ungewöhnlich leistungsfähigen Bildstabilisierung. Die Kollegen von ValueTech TV haben sich das Modell angeschaut.

Das Gehäuse besteht überwiegend aus Metall und wirkt robust verarbeitet. Mit rund 840 Gramm inklusive Akku bleibt die Kamera für eine Mittelformatlösung vergleichsweise leicht. Acht frei belegbare Tasten sowie dreh- und klickbare Einstellräder erlauben eine flexible Anpassung an den individuellen Arbeitsstil. Bei den Anschlüssen setzt der Hersteller auf eine reduzierte Auswahl: Neben USB-C mit Datenraten bis zu 10 Gbit/s gibt es einen Anschluss für Fernauslöser und einen seitlich zugänglichen CFexpress-Slot. Auf HDMI oder andere Videoanschlüsse wurde bewusst verzichtet, was die Kamera klar auf Fotografie ausrichtet, hybride Anwendungen jedoch einschränkt.

Ein zentrales Merkmal ist das große 3,6-Zoll-OLED-Display auf der Rückseite. Es löst mit rund 2,4 Millionen Bildpunkten auf, unterstützt HDR und erreicht bis zu 1400 Nits Helligkeit, wodurch sich Aufnahmen auch bei starkem Sonnenlicht gut beurteilen lassen. Ergänzt wird das Display durch einen hochauflösenden elektronischen Sucher mit etwa 5,8 Millionen Bildpunkten. Die Menüführung ist iconbasiert, übersichtlich aufgebaut und per Touch bedienbar. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt, dass längere Menüseiten nicht immer sofort erkennen lassen, dass weitere Einträge durch Scrollen erreichbar sind.
Hasselblad X2D II 100C Hasselblad X2D II 100C Hasselblad X2D II 100C
Für den Arbeitsfluss setzt die Kamera auf eine ungewöhnliche Speicherlösung: Neben dem CFexpress-Slot ist eine interne SSD mit 1 TB Kapazität integriert. Dadurch steht ein schneller lokaler Speicher zur Verfügung, der auch als Backup genutzt werden kann. Große RAW-Dateien lassen sich über USB-C direkt und zügig übertragen.

Im Zentrum der Kamera arbeitet ein rückseitig belichteter Mittelformat-BSI-CMOS-Sensor mit 100 Megapixeln. Die native Startempfindlichkeit liegt bei ISO 50 und ermöglicht auch bei hellem Licht längere Belichtungszeiten mit lichtstarken Objektiven. Fotografen können 16-Bit-RAW-Dateien aufnehmen, was einen besonders großen Tonwertumfang erlaubt. Ergänzt wird dies durch ein HDR-Konzept namens HNCS HDR, das HDR-fähige JPEG- und RAW-Dateien bereits bei der Aufnahme erzeugt und eine direkte HDR-Vorschau auf kompatiblen Displays ermöglicht.

Stare Stabilisierung

Zu den wichtigsten technischen Neuerungen zählt die interne Bildstabilisierung. Laut Hersteller sind bis zu zehn Blendenstufen Kompensation möglich. In der Praxis können bei Brennweiten zwischen etwa 35 und 60 Millimetern Belichtungszeiten von mehreren Sekunden aus der Hand gelingen. Für Fotografen, die häufig bei schwachem Licht arbeiten oder nicht ständig ein Stativ einsetzen möchten, erweitert dies den Einsatzbereich deutlich.

Auch beim Autofokus wurde nachgerüstet: Erstmals bietet die Kamera einen kontinuierlichen Autofokus mit Motiv-Tracking. Personen und Fahrzeuge können erkannt und verfolgt werden, wobei Tests eine zuverlässige Verfolgung selbst kleiner oder teilweise verdeckter Motive zeigen. Ein 5D-Joystick und die Touch-Fokussteuerung erleichtern zusätzlich die präzise Platzierung des Fokusfelds.

Zu den wichtigsten Stärken zählen der sehr große Dynamikumfang mit 16-Bit-RAW-Workflow, das extrem helle HDR-Display, der hochauflösende Sucher sowie die effektive Bildstabilisierung. Ebenfalls positiv fällt der integrierte 1-TB-Speicher auf, der den Arbeitsfluss vereinfacht. Einschränkungen gibt es bei den Anschlüssen, insbesondere durch den fehlenden HDMI-Ausgang, sowie beim Lieferumfang, der keinen zweiten Akku enthält. Auch der Preis bleibt hoch.

Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei rund 7200 Euro und damit im üblichen Bereich für Mittelformatsysteme mit 100 Megapixeln. Der integrierte Speicher relativiert den Preis teilweise, ersetzt aber nicht zusätzliche Akkus oder Zubehör, die viele Profis benötigen.

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