Alpha 7R VI: Sony bringt neues Top-Modell mit starkem Sensor-Upgrade

Mit der Alpha 7R VI präsentiert Sony eine neue hochauflösende Vollformatkamera für anspruchsvolle Fotografen. Die wichtigste Neuerung ist dabei weniger das Plus an Megapixeln als vielmehr der neue, deutlich schnellere 67-Megapixel-Exmor-RS-Sensor. Dank der Stacked-Bauweise erreicht die Kamera bis zu 30 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung, unterstützt 14-Bit-RAW-Serien und reduziert Rolling-Shutter-Effekte spürbar. Damit kombiniert die Alpha 7R VI erstmals hohe Auflösung und hohe Geschwindigkeit deutlich überzeugender als frühere R-Modelle.

Ganz ohne Einschränkungen bleibt das Konzept allerdings nicht, wie die Kollegen von ValueTech TV berichten. Die maximale Serienbildrate hält die Kamera nur für kurze Bildfolgen durch, bevor der Pufferspeicher an seine Grenzen kommt. Mit mechanischem Verschluss sind weiterhin maximal 10 Bilder pro Sekunde möglich. Für viele Anwender dürfte das dennoch ausreichend sein, denn die enormen Datenmengen der 67-Megapixel-RAW-Dateien stellen bereits hohe Anforderungen an Speicher und Nachbearbeitung.

Auch bei Bildstabilisierung und Dynamikumfang legt Sony nach. Die kamerainterne Stabilisierung soll nun bis zu 8,5 Blendenstufen erreichen, während der Dynamikumfang gegenüber der Alpha 7R V nochmals leicht verbessert wurde. Beim Autofokus konzentriert sich Sony dagegen eher auf Feinschliff. Neue Motiverkennungsmodi und optimiertes Tracking für Augen und Vögel verbessern die Trefferquote, ein grundlegender Technologiesprung bleibt jedoch aus. Sony Alpha 7R VIAlpha 7R VI Im Videobereich ergänzt Sony Funktionen wie LUT-Unterstützung, 32-Bit-Float-Audio, Dual Gain für besseres Rauschverhalten und 4K-Streaming mit 30p. Obwohl die Kamera klar als Fotomodell positioniert ist, erweitert Sony damit die Einsatzmöglichkeiten für Hybrid-Anwender deutlich.

Auch das Gehäuse wurde überarbeitet. Der elektronische Sucher soll bis zu dreimal heller sein und unterstützt nun DCI-P3. Hinzu kommen moderne Schnittstellen wie zwei USB-C-Ports und Wi-Fi 7. Kritik dürfte dagegen der neue Akku auslösen: Er bietet zwar mehr Kapazität, ist jedoch weder mit älteren noch mit neueren Sony-Akkus kompatibel.

Dicht an der Alpha 1 II

Interessant wird die Alpha 7R VI vor allem im Vergleich zur Alpha 1 II. Viele Funktionen liegen inzwischen erstaunlich dicht beieinander. Unterschiede zeigen sich vor allem bei Profi-Features wie schnellerer Sensorauslesung, LAN-Anschluss, Blitz mit elektronischem Verschluss oder erweiterten Agenturfunktionen. Für viele Fotografen dürfte die Alpha 7R VI daher die attraktivere Preis-Leistungs-Option darstellen.

Der Preis liegt bei rund 5100 Euro und damit klar im Premium-Segment. Parallel stellte Sony außerdem das neue FE 100-400mm F4.5 GM OSS vor. Das Telezoom bietet eine durchgehende Lichtstärke von F4.5, eine aufwendige optische Konstruktion und hohe Abbildungsleistung, bringt mit rund 1,8 Kilogramm aber auch deutlich Gewicht mit. Der Preis liegt mit etwa 5500 Euro sogar noch oberhalb der Kamera selbst.

Unterm Strich wirkt die Alpha 7R VI wie ein konsequentes Upgrade der R-Serie. Besonders Nutzer älterer Modelle wie der Alpha 7R IV dürften vom schnelleren Sensor, den moderneren Anschlüssen und der höheren Serienbildleistung profitieren. Besitzer einer Alpha 7R V erhalten dagegen eher eine evolutionäre Weiterentwicklung als einen zwingenden Wechselgrund.

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