Flugpreise: Bei Delta entscheidet bald immer eine KI, was man bezahlt

Die nach Umsatz weltweit größte Fluglinie Delta Airlines plant, sich von einem auch nur ansatzweise nachvollziehbaren System für die Festlegung der Flugpreise zu verabschieden. Noch 2025 sollen 20 Prozent der Preise mittels Künstlicher Intelligenz berechnet werden.
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Delta

Für Delta geht es vor allem um Gewinnmaximierung

Delta Airlines setzt voll auf KI, wenn es um die Optimierung der Einnahmen aus der Vermarktung der Plätze an Bord von Flugzeugen geht. Aktuell werden bereits rund drei Prozent der Tickets zu Preisen verkauft, die von einer KI festgelegt wurden, nachdem man vor neun Monaten begonnen hatte, dieses System in kleinen Schritten zu testen.

Delta-Chef Glen Hauenstein zufolge versucht das KI-System, welches die Fluglinie in Partnerschaft mit der israelischen Firma Fetcherr einführt, im Grunde konstant einen für Delta möglichst einträglichen Preis zu ermitteln. Dabei werden diverse Faktoren berücksichtigt, darunter nicht nur die Nachfrage, erwartete Belegung und ähnliche Dinge, sondern auch persönliche Eigenschaften der Fluggäste.

Delta verspricht 'personalisierte Preise'

Letztlich soll so jeder einzelne Passagier einen "personalisierten Preis" bezahlen, womit die Fluglinie die Anpassung der Preise nicht mehr nur dynamisch gestaltet, sondern auf die Spitze treibt. Beobachter kritisieren laut einem Bericht von Fortune schon jetzt, dass eine massive Gefahr der Diskriminierung aufgrund diverser Faktoren besteht, die noch größer ist, als es bisher bereits der Fall ist.

Das Zeitalter des "fairen Preises" sei grundsätzlich vorbei, so ein von dem Magazin kritisierter Kritiker. Delta wies die Kritik zurück und erklärte, dass man keinerlei diskriminierende Preisgestaltung zulassen werde. Die US-Airline, die nach Umsatz die größte und nach den Passagierzahlen die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt ist, ist mit ihren Plänen unterdessen nicht allein.

Zu den Kunden der Firma Fetcherr, die hinter dem von Delta für die Preisgestaltung verwendeten KI-System steckt, gehören auch diverse anderen Fluglinien, darunter Azul, WestJet, Virgin Atlantic und VivaAerobus. Die Firma will die Preisfestlegung per KI-Berechnung künftig auch in diversen anderen Bereichen umsetzen, darunter Hotels, Autovermietungen, Kreuzfahrten und so weiter, verkündete einer der Mitgründer schon vor etwa drei Jahren.

Fetcherr arbeitet nach eigenen Angaben mit einem "Large Market Model", das man mit allerhand Daten zu Angeboten und Verfügbarkeit von - in diesem Fall - Flügen füttert. Unter Berücksichtigung von Nachfrage, Reisegewohnheiten, Wahrscheinlichkeiten und anderen Prognosen soll das "LMM" den Kunden der Firma aus Israel helfen, stets das Maximum an Einnahmen für ihre Produkte erzielen zu können.

Zusammenfassung
  • Delta Airlines berechnet bereits 3 Prozent der Ticketpreise mittels KI
  • Bis 2025 sollen 20 Prozent der Flugpreise durch KI-Systeme bestimmt werden
  • Die Partnerschaft mit der israelischen Firma Fetcherr ermöglicht personalisierte Preise
  • Kritiker befürchten verstärkte Diskriminierung durch die KI-basierte Preisgestaltung
  • Delta weist Bedenken zurück und verspricht keine diskriminierende Preisgestaltung
  • Auch andere große Fluggesellschaften setzen auf die KI-Lösung von Fetcherr
  • Das System soll künftig auf Hotels, Autovermietungen und Kreuzfahrten ausgeweitet werden

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