KIs sollen Coder schneller machen, doch real ist das Gegenteil der Fall
KI-Coding-Tools versprechen schnellere Entwicklung, doch eine Studie zeigt das Gegenteil: Erfahrene Entwickler arbeiten mit KI-Unterstützung 19 Prozent langsamer. Paradox dabei: Die Programmierer glauben fälschlicherweise, durch KI schneller zu sein.
Infografik Generative KI: Welche GenAI-Tools werden in Deutschland genutzt?
Das überraschende Ergebnis stammt aus einer aktuellen Studie: Wenn Entwickler KI-Tools nutzen, benötigen sie 19 Prozent mehr Zeit als ohne KI-Unterstützung. Noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Teilnehmer selbst nach Abschluss der Untersuchung glaubten, die KI hätte ihnen geholfen, Aufgaben 20 Prozent schneller zu erledigen.
Forscher der gemeinnützigen Organisation Model Evaluation and Threat Research (METR) haben für ihre Untersuchung 16 erfahrene Entwickler aus großen Open-Source-Projekten rekrutiert. Diese Teilnehmer verfügten über umfangreiche Erfahrung mit Codebasen von durchschnittlich über einer Million Zeilen - ein wichtiger Faktor, der sich später als entscheidend für die Ergebnisse herausstellen sollte.
Die Wissenschaftler ließen die Entwickler insgesamt 246 reale Aufgaben bearbeiten, darunter Bugfixes, neue Features und Code-Überarbeitungen. Diese Aufgaben wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: mit oder ohne KI-Unterstützung. Bei erlaubter KI-Nutzung konnten die Entwickler frei wählen, hauptsächlich kam Cursor Pro mit Claude 3.5 und 3.7 Sonnet zum Einsatz. Die Forscher wählten bewusst reale Entwicklungsszenarien statt künstlicher Testaufgaben, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
Die METR-Forscher identifizierten fünf Hauptgründe für die Verlangsamung:
Die Entwickler akzeptierten in der Praxis weniger als 44 Prozent der generierten Vorschläge und verbrachten erhebliche Zeit mit Überprüfung und Bereinigung der KI-Vorschläge bzw. -ergebnisse.
Entwickler investierten Zeit in die Formulierung und Verfeinerung von Prompts, die Qualität der KI-Vorschläge war oft unzureichend, und für Codebasen, die sie bereits gut kannten, bot die KI nur begrenzte Vorteile.
Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zu vielen Marketingaussagen der KI-Branche, decken sich aber mit anderen wissenschaftlichen Untersuchungen. Eine aktuelle Studie des KI-Coding-Unternehmens Qodo ergab (via The Register), dass einige Vorteile der KI-Softwareunterstützung durch den zusätzlichen Aufwand zur Überprüfung von KI-Code-Vorschlägen zunichtegemacht wurden.
Die Forscher fügen hinzu, dass ihre Ergebnisse weder implizieren, dass aktuelle KI-Systeme nicht nützlich sind, noch dass zukünftige KI-Modelle nicht besser abschneiden werden. Besonders für weniger erfahrene Entwickler oder bei der Arbeit mit unbekannten Codebasen könnten KI-Tools durchaus Vorteile bieten.
Was haltet ihr von diesen Erkenntnissen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit KI-Coding-Tools gemacht oder seid ihr schneller geworden? Teilt eure Erlebnisse in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
KI-Assistenten machen erfahrene Entwickler langsamer
Die Versprechen klingen verlockend: Künstliche Intelligenz soll Softwareentwickler produktiver machen und die Programmierarbeit beschleunigen. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass die Realität fundamental anders aussieht. Erfahrene Entwickler brauchen mit KI-Unterstützung tatsächlich deutlich länger für ihre Aufgaben - und bemerken diese Verlangsamung nicht einmal.Infografik Generative KI: Welche GenAI-Tools werden in Deutschland genutzt?
Das überraschende Ergebnis stammt aus einer aktuellen Studie: Wenn Entwickler KI-Tools nutzen, benötigen sie 19 Prozent mehr Zeit als ohne KI-Unterstützung. Noch bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Teilnehmer selbst nach Abschluss der Untersuchung glaubten, die KI hätte ihnen geholfen, Aufgaben 20 Prozent schneller zu erledigen.
Forscher der gemeinnützigen Organisation Model Evaluation and Threat Research (METR) haben für ihre Untersuchung 16 erfahrene Entwickler aus großen Open-Source-Projekten rekrutiert. Diese Teilnehmer verfügten über umfangreiche Erfahrung mit Codebasen von durchschnittlich über einer Million Zeilen - ein wichtiger Faktor, der sich später als entscheidend für die Ergebnisse herausstellen sollte.
Die Wissenschaftler ließen die Entwickler insgesamt 246 reale Aufgaben bearbeiten, darunter Bugfixes, neue Features und Code-Überarbeitungen. Diese Aufgaben wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: mit oder ohne KI-Unterstützung. Bei erlaubter KI-Nutzung konnten die Entwickler frei wählen, hauptsächlich kam Cursor Pro mit Claude 3.5 und 3.7 Sonnet zum Einsatz. Die Forscher wählten bewusst reale Entwicklungsszenarien statt künstlicher Testaufgaben, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten.
Wahrnehmung und Realität
Das Bemerkenswerte an der Studie ist die enorme Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität. Vor Beginn der Studie prognostizierten die Entwickler eine Beschleunigung von 24 Prozent durch KI-Unterstützung. Diese Fehleinschätzung zeigt, wie trügerisch das subjektive Empfinden bei der Nutzung neuer Technologien sein kann.Die METR-Forscher identifizierten fünf Hauptgründe für die Verlangsamung:
- Übertriebener Optimismus bezüglich des Nutzens der KI
- Hohe Vertrautheit der Entwickler mit den Repositories
- Große und komplexe Codebasen: KI arbeitet schlechter in Repositories mit mehr als einer Million Codezeilen
- Geringe KI-Zuverlässigkeit: Weniger als 44 Prozent der Vorschläge wurden akzeptiert
- Fehlender impliziter Repository-Kontext: KI verstand den Gesamtkontext nicht
Die Entwickler akzeptierten in der Praxis weniger als 44 Prozent der generierten Vorschläge und verbrachten erhebliche Zeit mit Überprüfung und Bereinigung der KI-Vorschläge bzw. -ergebnisse.
Zusätzliche Arbeit statt Zeitersparnis
Ein genauerer Blick auf die Arbeitsweise der Entwickler offenbart, wo die Zeit verloren geht, wie es in der Studie heißt: "Wenn KI erlaubt ist, verbringen Entwickler weniger Zeit mit aktivem Programmieren und der Suche nach oder dem Lesen von Informationen. Stattdessen verbringen sie Zeit damit, die KI anzuweisen, auf KI-Ausgaben zu warten, diese zu überprüfen oder sind untätig."Entwickler investierten Zeit in die Formulierung und Verfeinerung von Prompts, die Qualität der KI-Vorschläge war oft unzureichend, und für Codebasen, die sie bereits gut kannten, bot die KI nur begrenzte Vorteile.
Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zu vielen Marketingaussagen der KI-Branche, decken sich aber mit anderen wissenschaftlichen Untersuchungen. Eine aktuelle Studie des KI-Coding-Unternehmens Qodo ergab (via The Register), dass einige Vorteile der KI-Softwareunterstützung durch den zusätzlichen Aufwand zur Überprüfung von KI-Code-Vorschlägen zunichtegemacht wurden.
Differenzierte Betrachtung notwendig
Die Autoren der METR-Studie betonen, dass ihre Ergebnisse nicht verallgemeinert werden sollten. Sie weisen darauf hin, dass die beobachtete Verlangsamung nicht bedeutet, dass aktuelle KI-Tools generell die Produktivität von Entwicklern nicht verbessern können. "Wir finden Belege dafür, dass die hohe Vertrautheit der Entwickler mit den Repositories und die Größe und Reife der Repositories zur beobachteten Verlangsamung beitragen, und diese Faktoren gelten nicht in vielen Softwareentwicklungsumgebungen", erklären sie.Die Forscher fügen hinzu, dass ihre Ergebnisse weder implizieren, dass aktuelle KI-Systeme nicht nützlich sind, noch dass zukünftige KI-Modelle nicht besser abschneiden werden. Besonders für weniger erfahrene Entwickler oder bei der Arbeit mit unbekannten Codebasen könnten KI-Tools durchaus Vorteile bieten.
Was haltet ihr von diesen Erkenntnissen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit KI-Coding-Tools gemacht oder seid ihr schneller geworden? Teilt eure Erlebnisse in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Die Studie zeigt: Entwickler arbeiten mit KI-Unterstützung 19 Prozent langsamer
- Programmierer glauben fälschlich, durch KI-Tools bis zu 20 Prozent schneller zu sein
- Forscher identifizierten fünf Hauptgründe für die unerwartete Verlangsamung
- Weniger als 44 Prozent der KI-generierten Vorschläge wurden tatsächlich akzeptiert
- Statt zu programmieren, verbringen Entwickler Zeit mit Anweisen und Prüfen der KI
- Besonders bei bekannten und komplexen Codebasen bietet KI nur begrenzte Vorteile
- Ergebnisse gelten nicht allgemein - für Anfänger könnte KI dennoch hilfreich sein
Siehe auch:
- Exportverbot beendet: Nvidia greift wieder nach Chinas KI-Milliarden
- Microsoft hat eine halbe Milliarde Dollar mit KI in Call-Centern gespart
- USA: Stromkosten für Endkunden explodieren wegen Netzausbau für KI
- YouTube verschärft Regeln: Inhalte mit "KI-Müll" ab Juli demonetarisiert
- KI baut Killer-Protein gegen antibiotikaresistente Superbakterien
Thema:
Videos zum Thema KI
- KI hält in Kameras Einzug: Was sie dort tut und was es bringt
- Super Bowl 2026: OpenAI lässt uns mit Codex Neues erschaffen
- Super Bowl 2026: Claude verrät, wie man einen Sixpack bekommt
- Super Bowl 2026: Oakley Meta-Brillen halten epische Sportmomente fest
- Super Bowl 2026: Base44 zeigt, wie KI jeden zum Programmierer macht
Beiträge aus dem Forum
Interessante Links
Neue Nachrichten
- Nutzen umstritten, UK bannt dennoch Social Media für Unter-16-Jährige
- Fox kauft Roku: Neuer Streaming-Gigant für 22 Milliarden Dollar
- Drohnen-Alternative: Schlangenroboter prüfen Hochspannungsleitungen
- 110 Billiarden Kilometer: Forscher arbeiten an Karte von Pilzgeflechten
- Genialer 5G-Tarif ist zurück: Vodafone Unlimited-Flat für 14,99 Euro
- Zelda Ocarina of Time: Leak verrät neue Details zum Gameplay
- AMD trollt Apple und meint, dass das MacBook Neo beim Gaming versagt
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen?
Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links,
um WinFuture zu unterstützen:
Vielen Dank!
Alle Kommentare zu dieser News anzeigen