Löwe oder Wildschwein? Hilfreiches Google-Tool jetzt frei verfügbar

Die große Aufregung um eine vermeintliche Löwin, die im Umland Berlins unterwegs gewesen sein soll, hätte es mit dem nun von Google vorgestellten KI-Modell SpeciesNet wohl nicht gegeben. Das Unternehmen gibt das Tool jetzt als Open Source frei.
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SpeciesNet wurde umfassend trainiert

SpeciesNet dient dazu, Tierarten auf Fotos von Kamerafallen automatisch zu identifizieren. Forschende weltweit setzen solche Kamerafallen ein, um Wildtierpopulationen zu beobachten. Doch die enorme Datenmenge, die dabei entsteht, macht die Auswertung oft aufwendig und zeitintensiv. Hinzu kommt, dass es sich oft um Aufnahmen mit Infrarot- oder Restlicht-Optiken handelt, auf denen die Tiere nur in schwarz-weiß und nicht gerade in optimaler Haltung fotografiert werden.

Bereits vor rund sechs Jahren startete Google im Rahmen seines philanthropischen Programms Google Earth Outreach die Initiative Wildlife Insights. Diese Plattform ermöglicht es Forschenden, Bilder aus Kamerafallen hochzuladen, zu analysieren und mit anderen zu teilen, um so die Auswertung zu beschleunigen. Google SpeciesNetSo arbeitet SpeciesNet Ein zentraler Bestandteil von Wildlife Insights ist SpeciesNet. Laut Google wurde das Modell mit mehr als 65 Millionen öffentlich verfügbaren Bildern sowie Aufnahmen von renommierten Institutionen wie dem Smithsonian Conservation Biology Institute, der Wildlife Conservation Society, dem North Carolina Museum of Natural Sciences und der Zoological Society of London trainiert.

Automatische Klassifizierung

SpeciesNet kann Bilder nun in über 2000 verschiedene Kategorien einordnen. Dazu zählen nicht nur spezifische Tierarten, sondern auch allgemeinere Klassifizierungen wie "Säugetier" oder "Felidae" (Katzenartige) sowie nicht tierische Objekte wie Fahrzeuge.

"Die Veröffentlichung des SpeciesNet-KI-Modells wird Entwicklern, Wissenschaftlerinnen und Startups im Bereich Biodiversitätsforschung helfen, die Überwachung natürlicher Lebensräume in größerem Umfang durchzuführen", erklärte Google. Das Modell steht auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz zur Verfügung. Dies bedeutet, dass es auch für kommerzielle Zwecke weitgehend ohne Einschränkungen genutzt werden kann.


Google ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das sich mit der automatisierten Analyse von Kamerafallen-Bildern beschäftigt. Microsofts AI for Good Lab bietet mit PyTorch Wildlife ein weiteres Open-Source-Framework an, das speziell auf die Erkennung und Klassifizierung von Tieren trainiert wurde.

Zusammenfassung
  • Google stellt KI-Modell SpeciesNet zur Tierartenerkennung frei verfügbar
  • SpeciesNet identifiziert Tiere auf Kamerafallen-Fotos automatisch
  • Trainiert mit über 65 Millionen Bildern renommierter Institutionen
  • Kann über 2000 Kategorien von Tieren und Objekten unterscheiden
  • Veröffentlichung soll Biodiversitätsforschung in größerem Umfang fördern
  • Das Modell steht auf GitHub unter Apache-2.0-Lizenz zur Verfügung
  • Microsoft bietet mit PyTorch Wildlife ein ähnliches Framework an

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