Einstein-Teleskop: Sachsen bewirbt sich um Gravitationswellendetektor
In der sächsischen Lausitz laufen aktuell auf Hochtouren Bohrungen an einem großen unterirdischen Granitblock. Denn im Eilverfahren soll die Bewerbung als Standort für ein neues Gravitationswellen-Teleskop auf den Weg gebracht werden.
"Es ist tatsächlich unser Traum, das Einstein-Teleskop in dem Granitstock in der Lausitz zu etablieren", erklärte Günther Hasinger, Chef des Deutschen Zentrums für Astrophysik, gegenüber dem MDR. Um die Bewerbung für den Standort auf den Weg bringen zu können, muss das Gutachten über die Qualität des Granits fertig werden. Die Wettbewerber von Sardinien und der Euroregion Maas-Rhein sind hier schon weiter.
Im nördlichen Sachsen hat man laut Hasinger aber einen Vorteil, über den die anderen nicht verfügen: "Das Gute ist, dass wir hier auf über 100 Jahre Bergbaugeschichte aufbauen können. In der Region, in der wir nach einem Standort suchen, gab es schon Tausende von Bohrungen. Alle möglichen Leute haben nach allen möglichen Sachen gebohrt, nach Kohle, nach Kaolin, nach Grauwacke - und sie haben alle aufgehört, wenn sie auf den Granit gestoßen sind", erklärte er.
Gravitationswellen-Detektoren müssen in möglichst erschütterungsfreien Umgebungen aufgebaut werden. Über längere Tunnel können dann Laser geleitet werden, mit denen sich kleinste Längenänderungen exakt messen lassen - und genau dies passiert, wenn eine Gravitationswelle auftritt und den Raum leicht staucht oder auseinanderzieht. Der Effekt ist so winzig, dass es von der Vorhersage durch Albert Einstein bis zum ersten Nachweis über hundert Jahre dauerte, bis die nötige Technik entwickelt war.
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Spät, aber mit Vorteilen
Mit einer solchen Forschungseinrichtung würde die Region ganz im Osten Deutschlands mit einem Schlag zu den internationalen Top-Standorten der modernen Astronomie aufsteigen. Dass dies überhaupt denkbar ist, wurde durch die Mittel möglich, die seitens des Bundes als Strukturwandel-Ausgleich im Rahmen der Beendigung der Braunkohle-Wirtschaft gezahlt werden."Es ist tatsächlich unser Traum, das Einstein-Teleskop in dem Granitstock in der Lausitz zu etablieren", erklärte Günther Hasinger, Chef des Deutschen Zentrums für Astrophysik, gegenüber dem MDR. Um die Bewerbung für den Standort auf den Weg bringen zu können, muss das Gutachten über die Qualität des Granits fertig werden. Die Wettbewerber von Sardinien und der Euroregion Maas-Rhein sind hier schon weiter.
Im nördlichen Sachsen hat man laut Hasinger aber einen Vorteil, über den die anderen nicht verfügen: "Das Gute ist, dass wir hier auf über 100 Jahre Bergbaugeschichte aufbauen können. In der Region, in der wir nach einem Standort suchen, gab es schon Tausende von Bohrungen. Alle möglichen Leute haben nach allen möglichen Sachen gebohrt, nach Kohle, nach Kaolin, nach Grauwacke - und sie haben alle aufgehört, wenn sie auf den Granit gestoßen sind", erklärte er.
Modernste Hightech
Das Ergebnis dessen: Es gibt quasi bereits eine dreidimensionale Kartierung des Granits unter der Erdoberfläche. Das können die anderen so nicht bieten. Und mit der Bergakademie Freiberg ist auch gleich noch eine Universität vor Ort, die mit ihren Erfahrungen alle nötigen Daten zusammenbringen kann.Gravitationswellen-Detektoren müssen in möglichst erschütterungsfreien Umgebungen aufgebaut werden. Über längere Tunnel können dann Laser geleitet werden, mit denen sich kleinste Längenänderungen exakt messen lassen - und genau dies passiert, wenn eine Gravitationswelle auftritt und den Raum leicht staucht oder auseinanderzieht. Der Effekt ist so winzig, dass es von der Vorhersage durch Albert Einstein bis zum ersten Nachweis über hundert Jahre dauerte, bis die nötige Technik entwickelt war.
Zusammenfassung
- Sachsen bewirbt sich um Standort für Einstein-Teleskop in der Lausitz
- Bohrungen an unterirdischem Granitblock für Bewerbung im Gange
- Projekt könnte die Region zu internationalem Top-Standort machen
- Finanzierung durch Strukturwandel-Ausgleich für den Braunkohle-Ausstieg
- Vorteil: Umfangreiche Daten aus 100 Jahren Bergbaugeschichte
- Bergakademie Freiberg unterstützt mit Expertise bei Datenauswertung
- Gravitationswellen-Detektoren benötigen erschütterungsfreie Umgebung
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