Überall Eis: Erstmals Belege für komplette Schneeball-Erde gefunden
Forscher haben jetzt erstmals Belege dafür gefunden, dass in der Zeit der sogenannten Schneeball-Erde auch das Innere der Kontinente vollständig vereist war. Der Planet glich somit wohl wirklich einer kompletten Eiswelt.
Bisher basierte die Theorie der Schneeball-Erde vor allem auf geologischen Funden aus Küstenregionen und auf Klimamodellen. Jetzt jedoch haben Forscher im US-Bundesstaat Colorado Hinweise darauf gefunden, dass massive Eisschichten auch das Innere der damaligen Kontinente bedeckten. Ein Team von Geologen entdeckte ungewöhnliche Gesteinsformationen am Pikes Peak in Colorado, die diese Theorie stützen. Die Resultate der Untersuchung wurden kürzlich in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Der Fund betrifft sogenannte Tava-Gesteine, eine besondere Sandsteinformation, die wie durch eine Injektion in die umliegenden Granitschichten eindrang. Die Forscher gehen davon aus, dass der enorme Druck einer massiven Eisschicht Sand und Schmelzwasser in geschwächte Felsen pressen könnte. Dieser Prozess ähnelt modernen Methoden des Frackings, bei dem Flüssigkeiten in Gesteinsschichten unter Druck eingeleitet werden.
Der Nachweis der Tava-Gesteine gibt jedoch nicht nur weitere Hinweise auf die Schneeball-Erde. Die Entdeckung könnte auch eine Antwort auf eine weitere geologische Frage liefern: die Entstehung der sogenannten "Great Unconformity". Diese riesige zeitliche Lücke in der Erdgeschichte wird besonders am Grand Canyon deutlich, wo Milliarden Jahre alter Fels auf viel jüngere Schichten trifft. Die neuen Ergebnisse legen nahe, dass diese Diskontinuität bereits vor der Schneeball-Erde entstanden sein muss, und widersprechen damit bisherigen Annahmen, die die Entstehung durch die Eisschichten der Schneeball-Erde erklärten.
Siehe auch:
Eispanzer auf den Kontinenten
Vor etwa 700 Millionen Jahren soll die Erde in einer globalen Kälteperiode gefangen gewesen sein. Während dieser extremen Eiszeit, die vermutlich Millionen von Jahren andauerte, überlebte das frühe Leben dennoch - eine Tatsache, die Wissenschaftler bis heute fasziniert und die Entstehung komplexen Lebens erklärt.Bisher basierte die Theorie der Schneeball-Erde vor allem auf geologischen Funden aus Küstenregionen und auf Klimamodellen. Jetzt jedoch haben Forscher im US-Bundesstaat Colorado Hinweise darauf gefunden, dass massive Eisschichten auch das Innere der damaligen Kontinente bedeckten. Ein Team von Geologen entdeckte ungewöhnliche Gesteinsformationen am Pikes Peak in Colorado, die diese Theorie stützen. Die Resultate der Untersuchung wurden kürzlich in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Der Fund betrifft sogenannte Tava-Gesteine, eine besondere Sandsteinformation, die wie durch eine Injektion in die umliegenden Granitschichten eindrang. Die Forscher gehen davon aus, dass der enorme Druck einer massiven Eisschicht Sand und Schmelzwasser in geschwächte Felsen pressen könnte. Dieser Prozess ähnelt modernen Methoden des Frackings, bei dem Flüssigkeiten in Gesteinsschichten unter Druck eingeleitet werden.
Globale Abkühlung
Durch die Altersbestimmung des Gesteins mithilfe moderner radiometrischer Lasermethoden konnten die Forscher die Entstehung der Tava-Gesteine auf den Zeitraum vor 690 bis 660 Millionen Jahren datieren - also in die sogenannte Cryogenium-Periode. Diese Zeitspanne war durch erhebliche Klimaveränderungen geprägt, was die Entstehung der Schneeball-Erde wahrscheinlich begünstigte. Man vermutet, dass veränderte Plattentektonik und Vulkanausbrüche große Mengen Partikel in die Atmosphäre freisetzten, die das Sonnenlicht reflektierten und so eine globale Abkühlung einleiteten.Der Nachweis der Tava-Gesteine gibt jedoch nicht nur weitere Hinweise auf die Schneeball-Erde. Die Entdeckung könnte auch eine Antwort auf eine weitere geologische Frage liefern: die Entstehung der sogenannten "Great Unconformity". Diese riesige zeitliche Lücke in der Erdgeschichte wird besonders am Grand Canyon deutlich, wo Milliarden Jahre alter Fels auf viel jüngere Schichten trifft. Die neuen Ergebnisse legen nahe, dass diese Diskontinuität bereits vor der Schneeball-Erde entstanden sein muss, und widersprechen damit bisherigen Annahmen, die die Entstehung durch die Eisschichten der Schneeball-Erde erklärten.
Zusammenfassung
- Erstmals Belege für vollständige Vereisung der Kontinente gefunden
- Globale Kälteperiode vor etwa 700 Millionen Jahren dauerte Millionen
- Geologen entdeckten ungewöhnliche Gesteinsformationen am Pikes Peak
- Tava-Gesteine entstanden durch Druck massiver Eisschichten auf Sand
- Altersbestimmung datiert Tava-Gesteine auf 690 bis 660 Millionen Jahre
- Plattentektonik und Vulkanausbrüche begünstigten globale Abkühlung
- Fund könnte Entstehung der 'Great Unconformity' neu erklären
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