China: Oma bleibt nach dem Tod als Deepfake da - KI-Dienste boomen
Andere Länder, andere Sitten: In China führen immer mehr Nutzer regelmäßig Videochats mit geliebten Angehörigen, die bereits gestorben sind. Möglich machen das diverse Unternehmen, die mit KI-Modellen digitale Kopien der Toten anfertigen.
Für einfachere Versionen braucht es nicht viel. Ein oder mehrere Fotos und der Zugang zu einigen Sprachnachrichten auf der allgegenwärtigen WeChat-Plattform genügen, um einen einfachen KI-Avatar herzustellen. Diese können dann allerdings meist nur zuhören und an mehr oder weniger passenden Stellen mit einer Nachfrage oder einer Antowrt reagieren.
Wer mehr investieren kann und will, bekommt inzwischen aber auch schon deutlich leistungsfähigere Avatare bereitgestellt. Die besseren Technologien dürften auch schon bald deutlich breiter zum Einsatz kommen, da die Preise schnell sinken.
Allerdings sind die Avatare auch eine moderne Ausprägung einer kulturellen Tradition: Die Chinesen haben schon immer Trost darin gefunden, sich den Toten anzuvertrauen. Und letztlich genügt es auch, wenn nur ein Teil der Bevölkerung solche Dienste in Ordnung findet. "Selbst wenn nur 1 Prozent der Chinesen KI-Klone von Toten akzeptieren, ist das immer noch ein riesiger Markt", sagte Sima Huapeng, Chef und Mitbegründer von Silicon Intelligence.
Siehe auch:
Avatare diverser Qualität
Hierzulande dürften Menschen, die am Telefon beispielsweise mit der vor Jahren gestorbenen Mutter sprechen, im besten Fall als etwas merkwürdig angesehen werden. In China gibt es hingegen bereits mehrere Firmen, die die Erstellung entsprechender Avatare mit neuesten Technologien als Dienstleistung anbieten, berichtet das US-Magazin Technology Review.Für einfachere Versionen braucht es nicht viel. Ein oder mehrere Fotos und der Zugang zu einigen Sprachnachrichten auf der allgegenwärtigen WeChat-Plattform genügen, um einen einfachen KI-Avatar herzustellen. Diese können dann allerdings meist nur zuhören und an mehr oder weniger passenden Stellen mit einer Nachfrage oder einer Antowrt reagieren.
Wer mehr investieren kann und will, bekommt inzwischen aber auch schon deutlich leistungsfähigere Avatare bereitgestellt. Die besseren Technologien dürften auch schon bald deutlich breiter zum Einsatz kommen, da die Preise schnell sinken.
Nicht ohne Widerspruch
Ohne Diskussionen läuft dieses Geschäft aber auch in China nicht ab. So bezweifeln viele durchaus, dass die KI-Nachbildungen von Verstorbenen tatsächlich eine gesunde Art der Trauerbewältigung sind. Auch die rechtlichen und ethischen Fragen sind noch nicht zuende geklärt - denn es dürfte in den meisten Fällen beispielsweise keine Genehmigung der Verstorbenen vorliegen, dass ihre Nachkommen sich eine digitale Kopie anfertigen lassen können.Allerdings sind die Avatare auch eine moderne Ausprägung einer kulturellen Tradition: Die Chinesen haben schon immer Trost darin gefunden, sich den Toten anzuvertrauen. Und letztlich genügt es auch, wenn nur ein Teil der Bevölkerung solche Dienste in Ordnung findet. "Selbst wenn nur 1 Prozent der Chinesen KI-Klone von Toten akzeptieren, ist das immer noch ein riesiger Markt", sagte Sima Huapeng, Chef und Mitbegründer von Silicon Intelligence.
Zusammenfassung
- In China nutzen viele Menschen Videochats mit KI-Avataren Verstorbener
- Unternehmen stellen digitale Kopien von Toten für Gespräche her
- Einfache KI-Avatare entstehen aus Fotos und Sprachnachrichten
- Investition ermöglicht Zugang zu fortgeschritteneren KI-Avataren
- Debatte über ethische und rechtliche Aspekte der KI-Nachbildungen
- Tradition des Trostfindens in der Kommunikation mit Verstorbenen
- Marktpotenzial trotz Bedenken, da auch geringe Akzeptanz ausreicht
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