Zune - Microsofts iPod-Konkurrent im Test & Vergleich

15.01.2007 17:56 
Ausblick & Fazit

Microsoft liefert mit dem Zune Dank seines starken Partners Toshiba einen Multimedia-Player, der zwar noch die üblichen Macken eines neu entwickelten Geräts aufweist, doch diese sind fast ausschließlich auf Seiten der Software zu suchen. Vor dem iPod braucht sich der Zune keinesfalls verstecken. Man könnte sogar soweit gehen, zu behaupten, dass Microsofts erster selbst entwickelter Player der Beste seiner Art ist, wenn man gern auch mal auf dem Weg zur Arbeit die letzte Folge seiner Lieblingsserie schauen will.

Bei der reinen Musikwiedergabe ist der iPod weiterhin das Maß aller Dinge, zumindest wenn man die mitgelieferten Kopfhörer nutzt. Diese bieten einen im Vergleich zum Zune satten Bass und auch ansonsten konnte Apple über die Jahre fast alle Macken seines Produkts ausmerzen, so dass das Gerät aktuell noch der Maßstab ist. Sollte Microsoft jedoch die angekündigten Funktionen des Zune tatsächlich einführen, könnte es langsam eng werden.


Gerade die Möglichkeit, mit mehreren Freunden gleichzeitig dieselbe Musik zu hören, statt sie vorher umständlich per WLAN versenden zu müssen, wäre ein große Verbesserung, die technisch durchaus machbar ist, wie sich anhand der von Toshiba bei den US-Behörden hinterlegten Dokumente erkennen lässt. Generell bietet der Zune Hardware-seitig viel Potenzial, dass von den Entwicklern der Software nur noch ausgeschöpft werden muss. Sollte dies eines Tages der Fall sein, dürfte die Zune-Plattform in Kombination mit Microsofts Marketing-Power zum ersten wahren Konkurrenten für Apples iPod werden - zumindest im Markt für Festplatten-basierte Multimedia-Player.

Wer dem Zune eine Chance geben will, muss sich als Europäer wahrscheinlich noch bis mindestens Mitte 2007 gedulden. Microsoft ließ erst kürzlich durchblicken, dass man das Gerät möglicherweise noch in diesem Jahr nach Europa bringen könnte, will sich offiziell jedoch noch nicht festlegen. Ursprünglich war von einem Termin im Jahr 2008 die Rede. Bis dahin kann man den ersten Multimedia-Player aus Redmond zum Beispiel über das Online-Auktionshaus eBay ordern.

Einige deutsche Händler bieten das Gerät zu Preisen jenseits der 300 Euro bereits an. US-Händler verkaufen den Zune auch nach Deutschland, wobei man meist günstiger fährt. In unserem Fall wurden 205 Euro zuzüglich 30 Euro Versandkosten fällig. Mit Glück und dem Wohlwollen der Zollbeamten kann man so einen vielseitigen Player günstiger als Apples iPod erwerben. Der von uns getestete iPod wurde uns von Deutschlands größtem Apple-Händler GRAVIS zur Verfügung gestellt, der ihn für rund 280 Euro verkauft.
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