Zune - Microsofts iPod-Konkurrent im Test & Vergleich

15.01.2007 17:56 
Die Software

Im Zusammenhang mit dem Toshiba Gigabeat S30 wird klar, worauf die beim Microsoft Zune verwendete Software basiert. Der Gigabeat wird mit Windows Mobile Portable Media Center 2.0 ausgeliefert. Vergleicht man nun die Benutzeroberflächen von Zune und S30, wird deutlich, dass Microsoft bei seinem Gerät eine veränderte bzw. abgespeckte Version dieser Software nutzt. Die Menüführung ist nahezu identisch und unterscheidet sich offenbar nur durch die farbliche Gestaltung und die Entfernung einiger visueller Elemente beim Zune.

Bedienung

Die Bedienung des Zune fällt aufgrund des logischen Aufbaus der Software nicht schwer. Alle Funktionen sind gut erreichbar, etwas unlogisch ist jedoch, dass sich die WLAN-Funktion nur über das Einstellungsmenü ein- und ausschalten lässt. Da sich die Akkulaufzeit bei eingeschaltetem WLAN etwas verkürzt, dürften die meisten Nutzer die Funktion abschalten und nur bei Bedarf spontan aktivieren, wenn man denn mal einen anderen Zune-Besitzer gefunden hat.

Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut und macht dank ansprechender Animationen die Nutzung des Zunes im Vergleich zu den Produkten anderer Hersteller auch optisch zu einem Erlebnis. Die gespeicherte Musik lässt sich nach Künstler, Playlist, Titel, Genre und Album abspielen, wobei sich echte Abspiellisten nur über die mitgelieferte Software für Windows erstellen lassen.


Auf dem Gerät selbst, können nur sogenannte "Quicklists" erstellt werden, wobei Titel oder Alben einfach mit einem "Flag" versehen und sofort in die Liste übernommen werden. Während der Wiedergabe werden dann die üblichen Informationen zur Abspielposition, der verbleibenden Zeit, Titel, Interpret und Album, sowie Abspielmodus angezeigt. Sind die Titelinformationen zu lang, laufen sie von rechts nach links durch.

Da das Display im Musik-Betrieb vertikal genutzt wird, bleibt reichlich Platz für Anzeige von Platten-Covern. Diese werden auf die volle Größe des Display gezogen, beim Übertragen vom PC aber kleingerechnet. Dadurch können bei einigen Covers Artefakte sichtbar werden. Im Allgemeinen reicht die Auflösung jedoch für eine einwandfreie Darstellung der Bilder.

Filme machen Spaß...

Wählt man einen Film aus, wird das Bild um 90 Grad gedreht, so dass die Ausgabe von Inhalten im heutzutage üblichen 16:9 Format zwar mit schwarzen Balken geschieht, die Wiedergabe von Serien, für die das Gerät wahrscheinlich am häufigsten genutzt werden dürfte, aber unter voller Ausnutzung des Displays erfolgen kann. Microsoft hat seinen Multimedia-Player offensichtlich vor allem für kurze Filme wie Serien oder Musikvideos entwickelt, denn auch die Möglichkeit, die Wiedergabe zu stoppen und zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt fortzusetzen deutet darauf hin.


Da das Display bei der Filmwiedergabe gedreht wird, verändert sich auch die Bedienung des Players an sich. Die Belegung des nicht weiter beschrifteten Bedienkreuzes wird ebenfalls gedreht, so dass die Funktionen in ihrer Position bleiben und eine logische Nutzung möglich ist. Bei der Filmwiedergabe wird auf Knopfdruck die aktuelle Abspielstelle sowie die vergangene und verbleibende Laufzeit ausgegeben.

...die PC-Software weniger.

Bei der auf dem PC zu installierenden Software des Zune handelt es sich um eine modifizierte Version des im letzten November erschienenen Windows Media Player 11. Dementsprechend gleichen Bedienung, Layout und Funktion auch zum größten Teil dem Media Player. Leider hat man durch die Entscheidung die Zune-Software, deren Name übrigens dem des eigentlichen Players gleicht, auch die kleinen Macken des Windows Media Player 11 übernommen. Insgesamt treten bei der täglichen Nutzung aber kaum Probleme auf.


Einziger großer Nachteil der aktuellen Firmware des Zune ist die fehlende Option, das Gerät als externe Festplatte zu nutzen. Mit Hilfe von Veränderungen in der Registrierungsdatenbank des PCs, an dem der Player angeschlossen wird, ist dies zwar möglich, Musik kann jedoch auch dann nur über die mitgelieferte Software aufgespielt werden. Microsoft hat bereits Besserung versprochen und will den Zune in Zukunft auch als Datenspeicher nutzbar machen.

Die Übertragung von Filmen und Musik geschieht recht flott. Innerhalb von ungefähr einer halben Stunde konnten wir rund 15 Gigabyte Mp3s auf das Gerät übertragen. Bei Filmen muss zunächst dafür gesorgt werden, dass die Daten im richtigen Format vorliegen, denn der Zune unterstützt ausschließlich das Microsoft-eigene Format Windows Media Video. Bei vielen gängigen Formaten erfolgt die Umwandlung automatisch durch die Zune-Software. DivX- oder Xvid-Filme können jedoch nicht ohne vorherige Umwandlung mit einem externen Programm übertragen werden.


Mittlerweile gibt es jedoch bereits eine Reihe von Tools, die die Umwandlung übernehmen. Auch in diesem Fall wäre es zu begrüßen wenn Microsoft nachbessern würde, da bei der Konkurrenz von Creative entsprechende Möglichkeiten vorhanden sind. Die Machbarkeit ist also gegeben, wobei es gut möglich wäre, dass man in Redmond von dieser Option abgesehen hat, weil die Filmindustrie etwas einzuwenden hat. Schließlich zahlt Microsoft für jeden verkauften Zune bereits einen geringen Betrag an die Plattenfirma Universal.

Tauschen ist schön, aber...

Aufgrund des Drucks der Musikindustrie dürfte auch eines der wichtigsten Features des Zune nicht die Erwartungen der Käufer erfüllen. Wer ein anderes Gerät per WLAN mit Musik versorgen will, wird dabei stark eingeschränkt. So lassen sich die Titel zwar zügig übertragen, doch anschließend können sie nur drei Tage lang maximal drei Mal abgespielt werden. Je nachdem welcher Fall zuerst eintritt, werden die Stücke dann einfach gelöscht. Wie so oft wird also eine gute Idee durch rechtliche Vorgaben untauglich gemacht.

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