Der neue Windows Live Messenger - Was erwartet uns?

22.05.2006 00:00 
Die Entwicklung der Beta-Versionen

Als Microsoft im November 2005 mit dem Beta-Test des Windows Live Messenger begann, befand sich das Programm noch mitten in der Entwicklung. Bis auf die vorläufige Oberfläche hatte sich noch nicht viel getan, einige neue Features waren allerdings bereits integriert. Mit der Einführung des neuen Messengers wollte man den Erfolg des MSN Messenger 7.5 fortsetzen und das Programm für die Zukunft und damit auch Windows Vista fit machen.

Als wichtige Neuerung gab man bereits damals die Vereinigung der verschiedenen Online-Dienste von Microsoft an. Damit gab man also schon erste Hinweise auf die bevorstehende Einführung zahlreicher vernetzter Web-Services, die inzwischen unter der Marke "Windows Live" firmieren. Das deutlichste Zeichen war die Ankündigung der sogenannten "Unified Contacts", also die Verknüpfung der Adressbücher von Windows Live Messenger und Windows Live Mail, aber auch Features wie "Music Mix", mit dem man gemeinsam Musik hören kann, wurden bereits angedeutet.

Microsoft hat seitdem in beinahe monatlichen Abständen neue Beta-Versionen des WLM veröffentlicht. Nachdem man die Testphase mit der Build 290 begonnen hatte, veröffentlichte das Unternehmen erst mit der Build 365 eine Version, die offiziell an Beta-Tester ausgeliefert wurde. Zunächst war der Test nur intern angelaufen, ab Dezember 2005 wurden nun auch neue Tester ins Programm aufgenommen. Bereits zu Anfang war die Teilnahme nur über ein Einladungssystem möglich, ähnlich dem, welches Google bereits bei seinem Webmail-Dienst GMail eingeführt hatte. Um teilzunehmen, musste man von einem Freund oder Bekannten eine Einladung erhalten. Auf diese Weise wollte man dafür sorgen, dass keine übermäßig hohe Zahl von Nutzern an der frühen Testphase teilnahm, um die Rückmeldungen der Anwender besser auswerten zu können.

Im Januar 2006 wurde dann das angekündigte Music Mix Feature eingeführt. Damit konnten die Nutzer des Windows Live Messenger, aber auch die Kunden, welche noch den MSN Messenger 7.5 einsetzen, in einigen Regionen erstmals die Funktion für gemeinsames Musikhören ausprobieren. Nachdem das Feature, wahrscheinlich aus Urheberrechtsgründen, zunächst nur amerikanischen und britischen Anwendern angeboten wurde, können mittlerweile auch deutsche User diese Funktion nutzen.

Zwischenzeitlich wurde es dann eine Zeit lang sehr ruhig um den Windows Live Messenger. Erst gegen Mitte Februar stellte Microsoft mit der Build 562 eine neue Version bereit. Diese wartete dafür mit umso mehr Neuerungen auf. In ihr war zum Beispiel die neue Oberfläche, die in ähnlicher Form auch das Design der finalen Ausgabe sein wird, integriert, die einen Großteil der häufig von den Nutzern bemängelten Unübersichtlichkeit wieder wett machte.

Um der Meinung der Beta-Tester Rechnung zu tragen, wurden zudem einige unerwünschte Features entfernt. Unter anderem führten die Entwickler mit Build 562 die "alten" MSN Messenger Status-Icons wieder ein, die zwischenzeitlich durch überarbeitete Modelle ersetzt worden waren, die von den Testern aber wenig positiv bewertet wurden. In dieser Ausgabe hatte Microsoft offenbar vor allem auf Stabilität hingearbeitet, so dass die Software nun wesentlich verlässlicher lief und auch der Anmeldeprozess wesentlich weniger Zeit in Anspruch nahm.

Mit der Build 566, die seit Ende Februar 2006 an Betatester ausgeliefert wird, wurde der Windows Live Messenger einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit war es erstmals möglich, sich problemlos mit Hilfe eines speziellen Links und der Verwendung eines Passport-Kontos selbst in den Test einzuladen. Mit der neuen Version wurden zudem erstmals die bisher etwas nervig am äußeren Rand platzierten "Tabs" in die Oberfläche des Programms integriert, so dass der Eindruck eines nun aufgeräumteren User Interfaces erneut verstärkt wurde.

Anfang Mai 2006 wurde in Form der Build 689 die vorerst letzte Vorabversion zum Download bereit gestellt. Beinahe zeitgleich gab Microsoft auch die offizielle Öffnung des Beta-Programms bekannt. Wer also den Windows Live Messenger ausprobieren möchte, kann sich nun ohne Umstände für den Test registrieren lassen und erhält sofort Zugriff auf die letzte Beta.

In dieser voerst letzten Vorabversion wurden in Vorbereitung auf die Veröffentlichung der finalen Ausgabe im Juni nochmals einige Änderungen vorgenommen. Sie enthält nun die fertige Benutzeroberfläche der Software, von der bereits vorab einige Bilder im Internet aufgetaucht waren. Zudem zeigt nun auch das Login-Fenster die gewählte Skin-Farbe. Ebenfalls neu sind zahlreiche überarbeitete Symbole und die aufgefrischte Login-Animation, die nun bereits das überarbeitete Programm-Icon zeigt.

Inzwischen lassen sich außerdem noch mehr Farben für die Programmoberfläche auswählen. Für die Minimalisten unter den Anwendern wurden weiterhin einige Möglichkeiten integriert, die Programmfenster nach den eigenen Wünschen zu modifizieren. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Funktion Windows Live Call gewidmet, die wie erwähnt Telefongespräche ins Fest- & Mobilfunknetz erlaubt.

Auch für die Ohren gab es in dieser Version etwas Neues. Neben einer Reihe von neuen Tönen und Effekten, die sich über ein spezielles Menü ganz individuell verwalten lassen, wurde der Musikdienst "Rhapsody" von Real Networks eingebaut, welcher vorerst allerdings nur in den USA genutzt werden kann. Erstmals ist nun auch das lang ersehnte Offline-Messaging möglich, bei dem einem Kontakt auch dann eine Nachricht gesendet werden kann, wenn dieser nicht online ist.

Microsoft und die Entwickler des Windows Live Messenger 8.0 forderten anlässlich des kurz bevorstehenden Release der neuen Final-Version alle Interessierten auf, sich an der abschließenden Testphase zu beteiligen. Wer also die stark verbesserter neue Ausgabe des MSN Messenger testen möchte, sollte sich das Programm über Ideas.Live.com als herunterladen.

Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, was Microsoft mit dem neuen Windows Live Messenger vor hat, und wie er sich im Vergleich zur Vorgängerversion zum positiven verändert hat. Ausserdem haben wir eine Liste der wichtigsten Features des Programms und eine Übersicht der Hardwareanforderungen zusammengestellt.

Ideas.Live.comWeiterlesen auf Seite 5


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