Fake-Video?: Forscher bauen Videos mit anderen Lippenbewegungen

Video, Bildbearbeitung, Stimme Bildquelle: Universität von Washington
Einem Video eine andere Tonspur unterzujubeln und damit dem Sprecher andere Worte in den Mund zu legen, war bislang nicht so einfach möglich. Anhand abweichender Lippenbewegungen sind solche Ma­ni­pu­la­tions­ver­su­che leicht entlarvbar. Forschern scheint jetzt aber mit Hilfe künstlicher Intelligenz genau hier ein Durchbruch gelungen zu sein.
Ein von der University of Washington vorgestelltes System ist in der Lage, aus einer Vielzahl von Videos die zu bestimmten Worten passenden Lippenbewegungen zu errechnen und diese nahezu perfekt über eine bestehende Aufnahme zu legen. Wie erschreckend gut diese Technik funktioniert, demonstrierten die Forscher mit Aufnahmen von Ex-US-Präsident Barack Obama. Ein so genanntes neuronales Netz analysierte dazu 14 Stunden Videomaterial des Ex-Präsidenten, um ein zu einer bestimmten Aufnahme passendes Lippenmodell zu berechnen und das Video damit zu manipulieren. Obama wurden auf diese Art quasi seine eigenen Worte neu in den Mund gelegt.



Manipulationen mit Hilfe von Stimm-Imitatoren möglich

Die Technik funktioniert zwar nicht auf Anhieb und benötigt viele Aufnahmen zum Anlernen. Bei in der Öffentlichkeit stehenden Personen wie Politikern und anderen Prominenten reicht das verfügbare Videomaterial in der Regel aber mehr als aus. Wie schnell das automatische System sein Lippenmodell verbessern kann, demonstrierten die Forscher mit einem anderen Video, welches den Fortschritt nach einer bestimmten Lerndauer zeigt. Darin ist auch zu sehen, wie sich die Technik leicht für Manipulationen durch Stimm-Imitatoren nutzen lässt.



Seine besonders hohe Genauigkeit erreicht das System durch Einbeziehung der Kopfhaltung und vieler Gesichtsdetails wie etwa die Form von Wangenknochen und Kinn während des Sprechens. Eine aufwändige Nachbearbeitung bzw. Auswahl bestimmter Clips durch die Forscher selbst ist für die Videoverfremdung nicht erforderlich. Der einzige nötige manuelle Eingriff ist die Auswahl von zwei Video-Frames, in welchen die Zähne des Sprechers sichtbar und nach vorne ausgerichtet sind.

Wie geschaffen für Fake-News und Propaganda

Welche dramatischen Auswirkungen bereits auf einfachere Art verfälschte Videos haben können ist hierzulande spätestens durch das so genannte #Varoufake bekannt, bei dem Jan Böhmermanns Video-Profis aus dem Neo Magazin Royale an einer realen Mittelfinger-Geste des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis herummanipulierten. Das von Böhmermann präsentierte Video zeigte zwar die Originalaufnahme mit Mittelfinger. Für ein angebliches "Making-Of"-Video wurde dieser aber so gekonnt wegretouchiert, dass für einige Tage nicht klar war, welche Aufnahme Fake und welche Original war. Varoufakis hatte die Mittelfinger-Geste zunächst geleugnet. Video, Bildbearbeitung, Stimme Video, Bildbearbeitung, Stimme Universität von Washington
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