Apple: Nominell weniger iPhones - und ein leicht verzerrtes Bild

Apple, Tokio, applestore Bildquelle: d. FUKA / Flickr
Beim Computerkonzern Apple läuft inzwischen sogar die Bekanntgabe der Quartalsbilanzen anders, als bei allen anderen Unternehmen. Die Analysten prognostizieren hier keine Finanzdaten mehr, sondern iPhone-Verkäufe. Und das ist nicht unbedingt sinnvoll, wie die neuesten Zahlen zeigen.
Laut dem jetzt veröffentlichten Bilanzbericht für das zweite Geschäftsquartal hat Apple weniger Smartphones verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahlen sanken hier von 51,19 Millionen auf 50,76 Millionen Stück. Nach dem neuen Rekord im vorhergehenden Quartal hatten die Analysten allerdings 52,27 Millionen Stück als Ziel ausgegeben, was nun dazu führte, dass die Apple-Aktie erst einmal nach unten ging.

Ein genauerer Blick zeigt aber, dass die genannte Zahl nur einen Teil des Bildes wiedergibt. Denn die Angabe umfasst die Zahl der iPhones, die Apple an den Handel abgegeben hat. Apples Finanzchef erläuterte, dass in den Lagern der Vertriebsketten auch noch einige Geräte aus dem Weihnachtsgeschäft lagen, die noch mit abverkauft wurden. Die realen Verkaufszahlen an die Verbraucher hätten bei rund 52 Millionen Stück gelegen - wobei es hier allerdings keinen konkreten Vergleichswert zum Vorjahr gibt.

Hinzu kommt, dass Apple mehr Kunden für die teureren Modelle begeistern konnte und der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gerät etwas höher lag. Der Umsatz mit iPhones konnte so im Jahresvergleich um 1,2 Prozent gesteigert werden. Der Fokus des Interesses wird nun langsam vom iPhone 7 weggehen - denn im Jahresproduktzyklus ist nun die Halbzeit erreicht - und im September steht der Launch der nächsten Generation und gleichzeitig das 10. Jubiläum des iPhones an, was in Kombination die Gefahr ziemlich übersteigerter Erwartungen in sich birgt.


Services boomen

Der starke Fokus auf die iPhones sorgt außerdem dafür, dass andere Entwicklungen - die entscheidend für die Zukunft des Unternehmens sein können - außer Acht gelassen werden. Zu seinen Lebzeiten hatte Konzerngründer Steve Jobs beispielsweise Wert darauf gelegt, das Services-Geschäft stärker anzustoßen. Und dies trägt inzwischen eindeutig Früchte. Auch wenn die Grundlage für das gesamte Ökosystem natürlich der Hardware-Verkauf ist, darf man die Services keineswegs außer Acht lassen - denn diese sind weniger den kurzfristigen saisonalen Schwankungen des Geräte-Verkaufs ausgesetzt. Inzwischen tragen die verschiedenen Dienste zu 13 Prozent zum Konzernumsatz bei und wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzt, könnten sie in nur drei Jahren immerhin ein Drittel des gesamten Geschäfts Apples ausmachen.

Das letzte Quartal hat Apple nun nach Finanzdaten mit einem Umsatzwachstum um 4,6 Prozent auf 52,90 Milliarden Dollar abgeschlossen. Daraus entwickelte sich letztlich ein Nettogewinn von 11,03 Milliarden Dollar nach 10,52 Milliarden Dollar vor einem Jahr.

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