Roaming wird wie geplant ab Juni "abgeschafft" (oder so ähnlich)

Eu, Europa, Europäische Union, Flagge Bildquelle: Nicolas Raymond / Flickr
Die EU wächst seit Jahren zusammen und viele Grenzen sind gefallen, politische und wirtschaftliche. Einige haben sich aber gehalten, weil sie für beteiligte Unternehmen schlichtweg ein gutes Geschäft sind. Das ist etwa beim Thema Roaming der Fall. Doch diesem geht es nun endgültig an den Kragen, die EU hat heute die letzten Hürden genommen. Sagt jedenfalls die EU.
Vor ziemlich genau zehn Jahren unternahm die Europäische Union, übrigens unter deutscher Ratspräsidentschaft, den ersten Versuch, gegen die besonders hohen Roaming-Kosten vorzugehen. Damals ging es vor allem um Telefonie, inzwischen sind vor allem Daten ein Thema. Doch damals wie heute war und ist der Widerstand der Telekommunikationsindustrie gegen die Entschärfung und Abschaffung von Zusatzkosten bei Auslandsaufenthalten groß.

Großhandelspreise

Doch seit heute steht fest: Roaming wird wie geplant ab Juni dieses Jahres abgeschafft, so zumindest die offizielle Diktion: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, einigten sich Vertreter des Europaparlaments und der Mitgliedsstaaten in den frühen Morgenstunden auf die noch ausstehenden Obergrenzen für Großhandelspreise in Bezug auf Roaming. Das sind jene Beträge, die sich die europäischen Telekomfirmen gegenseitig in Rechnung stellen können.

Die Obergrenzen für Datenroaming betragen demnach ab dem 15. Juni 2017 maximal 7,70 Euro pro Gigabyte, im Jahr 2022 sinkt dieser Wert dann auf 2,50 pro GB. Bei Telefonaten liegt der Wert künftig bei 3,20 Cent pro Minute (bisher: 5 Cent/Minute), bei SMS-Nachrichten halbiert sich der Betrag auf einen Cent.

Die EU selbst schreibt, dass damit ab dem 15. Juni mobiles Roaming endet, auch die hauptverantwortliche EU-Politikerin Miapetra Kumpula-Natri schreibt auf Twitter "Goodbye Roaming". Ob man da dann tatsächlich von einem "Ende" sprechen kann, ist aber fraglich, vielmehr handelt es sich um eine Senkung der Kosten.

Wie erwähnt handelt es sich hier um die Großhandelspreise, die sicherlich eine Auswirkung auf die Kosten für die Endkunden haben werden. Wie diese für die Konsumenten konkret aussehen werden, kann man derzeit aber nicht sagen. Eu, Europa, EU-Kommission, Karte Eu, Europa, EU-Kommission, Karte k.a.
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