Apple MacBook 2015 Reviews: Tester sind überrascht & enttäuscht

Apple, Macbook, Apple Macbook, MacBook 2015, New MacBook Bildquelle: Apple
Apples neues MacBook mit 12-Zoll-Display kommt morgen in die Läden. Jetzt ist das Embargo für die vorab mit Geräten versorgten Tester gefallen, so dass die ersten Urteile zum neuen, deutlich leichteren und dünneren Apple-Notebook vorliegen. Die Tester sind einerseits positiv überrascht, andererseits aber aufgrund der Kompromisse enttäuscht.

Endlich eine hohe Auflösung

Die wichtigste Verbesserung ist für die meisten Tester anscheinend das Display, das nun Apples-Marketing-Claim vom "Retina-Display" entspricht - endlich gibt es somit ein ultramobiles MacBook, das mit 2304x1440 Pixeln erheblich höher auflöst als die bisher verfügbaren MacBook Air-Modelle mit ihren enttäuschenden Auflösungen von lediglich 1366x768 bzw. maximal 1600x900 Pixeln.

Farbdarstellung und Blickwinkelstabilität wissen laut Joanna Stern vom Wall Street Journal ebenso zu überzeugen wie die gestiegene Pixeldichte, die ihr zufolge das Lesen und Betrachten aller Inhalte deutlich angenehmer macht als bisher. Apple schließt also die bisher verbleibende Lücke zu den kompakten Windows-Notebooks mit hochauflösenden Displays, die hier seit einiger Zeit die Nase vorn hatten. Apple MacBook 2015Das Display des neuen MacBook weiß zu überzeugen

Deutliche Einbußen bei der Leistung

Für Ernüchterung sorgt hingegen die Wahl der Plattform. Weil es sich um ein extrem dünnes und leichtes Notebook handelt, setzt Apple hier erstmals auf den mit maximal 6 Watt Verlustleistung arbeitenden Intel Core M-5Y51 (1,1 GHz Basistakt, maximal 2,6 GHz TurboBoost) oder den Intel Core M-5Y71 (1,2 GHz Basistakt, maximal 2,9 GHz per TurboBoost), der sich in einem sehr schmalen thermischen Rahmen bewegt.

Zwar können die Core-M-SoCs in Sachen Performance durch den TurboBoost kurzzeitig mit den Core-U-Chips der MacBook Air-Reihe mithalten, weil aber umgehend eine Drosselung erfolgt, fällt die Leistung bei anspruchsvolleren Aufgaben auf Dauer erheblich niedriger aus. Dana Wollman von Engadget konnte deshalb bei ihren Benchmark-Tests lediglich Werte erreichen, die jeweils rund 40 Prozent unter den beim aktuellen MacBook Air gemessenen Resultaten lagen. Apple MacBook 2015Der Intel Core M ermöglicht ein kleineres Mainboard

Tastatur und Trackpad fast perfekt

Positiv wurden das Gesamtdesign und in Verbindung damit auch das neue Keyboard und das Trackpad bewertet. Mit dem niedrigen Gewicht von nur 920 Gramm fällt das Gerät tatsächlich enorm leicht aus und auch die schmalen Ränder und die geringe Bauhöhe von maximal 13,5 Millimetern kamen gut an. Das Trackpad fühlt sich nach Meinung von Darrell Etherington von TechCrunch mit seinem durch Vibrationen und Töne simulierten Klicken fast wie ein "echtes" klickbares Trackpad an und erfüllt mit der mehr als ausreichenden Größe und guten Bedienbarkeit seinen Zweck fast uneingeschränkt.

Einzig das Fehlen der tatsächlichen "Klicks" wird von einigen US-Testern bemängelt. Generell gut angenommen wird auch das deutlich veränderte Keyboard, dessen Tastenaufnahmen im "Schmetterlings"-Design für erstaunlich viel Hub und einen hohen Schreibkomfort mit großer Genauigkeit sorgen sollen. Tastenabstand und Größe sollen "genau richtig" ausfallen, während die leicht geschwungene Form ebenfalls positiv bewertet wird. Wer schnell tippen wolle, könne sich darauf verlassen, fast immer die richtigen Tasten zu erwischen, heißt es.

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Verkürzte Laufzeit und nervige Adapter-Spielchen

Für Kritik sorgen wiederum weitere Design-bedingte Abstriche, denn Apple hat das MacBook in der 2015er Variante mit 12-Zoll-Display zwar deutlich geschrumpft, opfert im Gegenzug aber sämtliche externen Anschlüsse. Letztlich verbleibt lediglich ein im Micro-Format ausgeführter USB-Type-C-Port (neben dem kombinierten Audio-Port), der nun mit allerhand teuren Dongles versehen werden muss, um die USB-2.0- und USB-3.0-Geräte der MacBook-Eigner anzuschließen.

Für 70 Euro gibt es zwar einen mit Display-Port, Stromanschluss und USB-Port versehenen Dongle, doch vergisst man diesen, war es das mit der Konnektivität. Ein Vorteil ist natürlich, dass durch den universellen Stecker auch USB-Peripherie-Produkte von günstigeren Drittherstellern angeschlossen werden können - deren Type-C-Stecker vorausgesetzt. Apple MacBook 2015MacBook 2015: Dünner, aber nur noch ein USB-Anschluss für alles Für Enttäuschung sorgte außerdem ein weiteres Problem, das mit der Schrumpfung des Formfaktors zugunsten von weniger Gewicht und Größe einhergeht - die Akkulaufzeit leidet. Zwar hat Apple sowohl Hardware als auch Software sicherlich optimal aufeinander abgestimmt, doch trotz der sparsamen Intel-Plattform fällt die Akkulaufzeit für die vom MacBook Air mit 13-Zoll-Display verwöhnten US-Kollegen enttäuschend aus.

Mit maximal rund sieben bis acht Stunden, teilweise aber auch mehr wie im Fall von Dieter Bohn von The Verge sind die Meinungen zu diesem Thema allerdings ebenso zwiegespalten wie zum neuen MacBook insgesamt. Die einen klagen, dass die Laufzeit im Vergleich zu kurz ausfällt, während andere davon beeindruckt sind, wie lange das Gerät tatsächlich läuft.

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Das neue MacBook ist seiner Zeit voraus

Das 12-Zoll-MacBook kommt aus der Zukunft - nur ist jetzt eben noch nicht die Zukunft. So oder so ähnlich lässt sich der Querschnitt der Meinungen zum neuen Apple-Notebook zusammenfassen. Während CPU-Leistung und Konnektivität derzeit noch Grund zur Kritik geben, würden sich diese Probleme im Laufe der Zeit (und der Modellgenerationen) vermutlich in Luft auflösen. Weil der Trend zu drahtloser Konnektivität geht, sehen die Tester in dem einzelnen USB-Port künftig kein Problem mehr - nur jetzt gerade nervt sie eben, dass man Adapter nutzen muss.

Das gleiche gilt auch für die Leistung, die nach Einschätzung der Tester im Lauf der Zeit zunehmen wird. Wie so oft werde Apple mit dem neuen MacBook Maßstäbe setzen, die von der breiten PC-Industrie nachgeahmt werden. Tatsächlich zeichnen sich die gleichen Probleme, wie sie das MacBook mit 12-Zoll-Display nun zeigt, auch schon bei einigen Windows-Geräten ab.

So wurde das Lenovo Yoga 3 Pro als erstes Gerät mit dem Intel Core M ebenfalls wegen mangelnder Leistung und zu kurzer Akkulaufzeit kritisiert. Intel hat außerdem gerade erst auf dem IDF 2015 seine Vision für die noch in diesem Jahr erwartete nächste Generation der mit seinen CPUs ausgerüsteten Notebooks gezeigt - anhand eines Prototypen, der nur noch zwei USB-Type-C-Ports aufweist.

Wer aktuell mit dem Kauf des Apple MacBook in der 2015er-Version liebäugelt muss sich also wohl im Klaren darüber sein, dass das Gerät zwar äußerst mobil ist, aber auch Kompromisse eingeht, die es zwar als "Überall-Schreibmaschine" taugen lassen, als Arbeitspferd und Ersatz zu den größeren MacBooks aber eben nicht. Apple, Macbook, Apple Macbook, MacBook 2015, New MacBook Apple, Macbook, Apple Macbook, MacBook 2015, New MacBook Apple
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