Filesharing-Klage wegen Sicherheitslücke im Router erfolglos

Filesharing, Keyboard, Share Bildquelle: Niklas Wikström / Flickr
Wenn der Vorwurf einer Urheberrechtsverletzung durch Filesharing nicht mit der üblichen Abmahn-Prozedur aus der Welt geschafft wird und die Sache vor Gericht geht, scheitern die Rechteinhaber immer häufiger - so auch in einem nun vor dem Amtsgericht Braunschweig verhandelten Fall.
Dort ging es um die Behauptung des Constantin Filmverleih und die ihn vertretenden Anwälte der Kanzlei Waldorf Frommer, über den Anschluss eines Nutzers sei der Film "Resident Evil: Afterlife 3D" getauscht worden. Verlangt wurden 600 Euro Schadensersatz sowie 506 Euro Anwaltskosten.

Der Anwender wollte allerdings nicht persönlich und auch nicht im Rahmen der Störerhaftung die Verantwortung dafür übernehmen, dass der Film im Netz verbreitet wurde. Denn er selbst und auch seine Familie hätten kein Filesharing betrieben. Außerdem habe man nach bestem Wissen und Gewissen für eine Absicherung des Netzwerkes gegen Zugriffe Unbefugter gesorgt.

Die Kanzlei Wilde Beuger Solmecke die den Nutzer in dem Fall vertrat, argumentierte, dass trotzdem ein Zugriff Dritter stattgefunden haben könnte. Denn der Beklagte setzte zum fraglichen Zeitpunkt einen Router des Typs "Speedport W 504V" mit WPA2-Verschlüsselung des WLANs ein, der von der Deutschen Telekom zur Verfügung gestellt wurde, bei dem der Anschlussinhaber sogar ein eigenes Passwort setzte. Allerdings wurde einige Zeit, nachdem der verhandelte Vorfall stattgefunden haben soll, bekannt, dass eine Sicherheitslücke in der Firmware dafür sorgte, dass Dritte sich relativ einfach Zugang zu dem System verschaffen konnten.

Die Kläger konnten vor Gericht nicht ausreichend nachweisen, dass die Sicherheitslücke des Routers nicht von Dritten missbraucht worden sei. Damit könne nicht eindeutig belegt werden, ob der Angeklagte selbst für die Urheberrechtsverletzung verantwortlich ist. Hinzu komme, dass er auch als Störer nicht in Frage kommt, weil Konfiguration des Routers im Grunde ausreichte, um den Anforderungen der Rechtsprechung Genüge zu tun. Filesharing, Keyboard, Share Filesharing, Keyboard, Share Niklas Wikström / Flickr
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