Rosetta: Das Netz will eine Raumsonde wecken

Raumfahrt, Esa, Rosetta Bildquelle: ESA
Eine der ehrgeizigsten Raumfahrtmissionen seit langer Zeit steht kurz davor, in ihre entscheidende Phase zu gehen. Und immer mehr Internet-Nutzer fiebern dem kommenden Montag entgegen.
Mit einer Social Media-Kampagne versucht die europäische Raumfahrt-Organisation ESA derzeit die Aufmerksamkeit auf eines ihrer anspruchsvollsten Projekte zu lenken: Die Raumsonde Rosetta. In immer kürzeren Abständen beginnen User sich auf den Weckruf für das Raumfahrzeug vorzubereiten.


Die ESA hatte hierfür einen Wettbewerb ausgelobt. Noch bis zum Montag besteht die Möglichkeit, mit einer Videobotschaft einen Weckruf für Rosetta vorzubereiten. Und immer mehr Teilnehmer nehmen diese Möglichkeit auf kreative Weise wahr: Kleine Astronauten werden der Sonde ein Stück weit entgegengeschickt, andere haben sich zu Hause ein eigenes Kontrollzentrum eingerichtet. Der inzwischen berühmt gewordene kanadische Astronaut Chris Hadfield schickt ebenso Grüße wie ein Junge, der erst geboren wurde, als die Sonde auf ihrem langen Flug gerade in den Schlafmodus ging.

Das Ziel der Mission besteht in nichts geringerem, als erstmals direkt mit einem Kometen mitzufliegen und sogar ein Landemodul auf diesem abzusetzen. Das Problem besteht dabei darin, dass diese Himmelskörper sich auf recht eigenwilligen Bahnen bewegen. Die Planungen begannen daher schon vor rund 20 Jahren. Und im Jahr 2004 wurde Rosetta von einer Ariane-Trägerrakete auf ihren Weg gebracht.

Um letztlich auf die richtige Bahn zu gelangen, war allerdings mehr nötig. Mehrmals musste die Sonde die Anziehungskraft von Erde und Mars nutzen, um Schwung zu holen. Anschließend führte sie ihre etwa sieben Milliarden Kilometer lange Reise in Richtung der Jupiterbahn. Da hier kaum noch Sonnenlicht die Solar-Panele erreicht, wurde Rosetta vor rund zweieinhalb Jahren in den Tiefschlaf versetzt. Jetzt, da sich ihr Komet "Churyumov-Gerasimenko" langsam aber sicher in Richtung Sonne bewegt, muss sie aufwachen und sich auf ihre Hauptaufgabe vorbereiten.

Am Montag Vormittag um 11 Uhr sollen die Systeme der Sonde wieder hochfahren, die Solarflächen sich zur Sonne ausrichten und eine Rückmeldung beim ESA-Team auf der Erde erfolgen. Die zehn besten Videos von Nutzern will die ESA zur Unterstützung mit einer Sendeleistung von 20 Kilowatt ins All abstrahlen. Zwei Gewinner des Wettbewerbes werden sogar eingeladen, im November ans ESOC in Darmstadt zu kommen, um live dabei zu sein, wenn die Sonde ihr Landegerät "Philae" auf dem Kometen absetzt.

Während für die meisten Menschen vor allem die lange Reise, an deren Ende das Raumfahrzeug sich mit der genau richtigen Geschwindigkeit auf der richtigen Bahn neben dem Kometen befinden soll, fast schon wie ein Wunder aussieht, bereitet den Experten bei der ESA aber vor allem die Landung Kopfzerbrechen. Denn bis heute weiß niemand wirklich, wie die Oberfläche eines Kometen beschaffen ist - von einer harten Eisfläche bis zu einer lockeren Ansammlung von Pulverschnee ist alles denkbar.

Philae ist daher gleich mit Eisbohrern an den Füßen, einer Harpune und einem nach oben gerichteten Triebwerk ausgestattet, um irgendwie Halt auf dem Objekt zu finden, das zu klein ist, um eine nennenswerte eigene Anziehungskraft zu haben. Sollten alle Vorhaben erfolgreich durchgeführt werden, erhält die Wissenschaft erstmals einen genauen Einblick, wie die Ursubstanz unseres Sonnensystems ausgesehen hat. Denn während die Materialien auf der Erde, dem Mond oder dem Mars über Milliarden Jahre Veränderungen unterworfen waren, sind sie in den Kometen seit Urzeiten eingefroren. Raumfahrt, Esa, Rosetta Raumfahrt, Esa, Rosetta ESA
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