O3b: Satelliten-Internet für weitere 3 Mrd. Menschen

Satellit, Rakete, Arianespace, Sojus, O3B Bildquelle: Arianespace
Mit dem Start einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana wird damit begonnen, zahlreiche derzeit unterversorgte Menschen an das Internet anzukoppeln.
Gleich vier Telekommunikations-Satelliten brachte das Trägersystem in den Erdorbit. Insgesamt sollen es eines Tages zwölf Stück sein. Diese gehören zu einem Projekt namens "O3b", was für "other 3 billion" steht - also die anderen 3 Milliarden Menschen, die heute noch kaum eine Möglichkeit haben, eine schnelle Verbindung zum Internet aufzubauen.

Die Satelliten-Flotte soll später einmal rund 180 Länder mit weltraumgestützter Internet-Kommunikation versorgen, in denen bis heute keine ausreichenden Infrastrukturen vorhanden sind. "Wir stehen kurz davor, ein Netzwerk zu starten, dass die Leben vieler Menschen auf sehr praktische Weise verändern kann - und das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Brian Holz, der Technikchef von O3b. Start der O3b-Satelliten in KourouStart der O3b-Satelliten in Kourou Greg Wyler, der Gründer von O3b, hatte das Projekt angestoßen, nachdem er 2007 eine Reise ins afrikanische Ruanda machte. Dort erlebte er persönlich, wie schlecht die Internet-Versorgung ist, da wirkliche Breitband-Netze im Wesentlichen auf die Industriestaaten begrenzt sind. Ein Jahr später legte er erste Pläne vor, Staaten im Inneren Afrikas, die keinen Zugang zu den inzwischen existierenden Unterseekabel-Ringen verfügen, und auch die Inseln des Pazifik mit Netzverbindungen im Gigabit-Bereich zu versorgen.

Wyler betonte die Bedeutung breitbandiger Anbindungen für die Weiterentwicklung dieser Regionen - denn nur so können die dort lebenden Menschen ihren Bildungsstand mit E-Learning steigern und via Telemedizin besser versorgt werden. Nicht zuletzt müssen sie aber auch die Möglichkeit haben, die Inhalte ihrer Kulturen mit der vernetzten Welt zu teilen - was über die derzeit meist nur vorhandenen sehr langsamen Datenverbindungen kaum geht.

Satelliten sind der schnellste und effektivste Weg, die fraglichen Regionen schnell mit Telekommunikations-Technologien zu versorgen. Herkömmliche Telekommunikations-Satelliten sind aber in der Regel in einem geostationären Orbit in rund 36.000 Kilometern Entfernung positioniert. Allein dadurch kommt es zu hohen Latenzen: Selbst wenn ein Server ohne Zeitverzögerung auf ein eingehendes Datenpaket reagiert und die Antwort schickt, vergeht beim Nutzer bis zum Eintreffen mindestens eine halbe Sekunde.

Bei O3b entschied man sich daher, ein ganzes Netzwerk von Satelliten einzusetzen, die die Erde in nur 8.000 Kilometern Entfernung umkreisen. Damit soll sichergestellt sein, dass immer mindestens ein System von jedem Ort der Breitengrade zwischen 45 Grad Nord und Süd zu sehen ist und die Latenz trotzdem sehr gering bleibt. Dabei setzt man bei dem Projekt auch kleinere Satelliten ein und rechnet damit, dass die Preise für die Internet-Verbindungen so letztlich auf bis zur Hälfte derzeitiger Dienste gedrückt werden können.

Die Betreibergesellschaft des Weltraumbahnhofs, Arianespace, wird die nächsten vier Satelliten in den kommenden Wochen starten. Dann ist das System faktisch schon einsatzbereit. Weitere vier Satelliten folgen aber noch und dienen als Backup-Systeme. Satellit, Rakete, Arianespace, Sojus, O3B Satellit, Rakete, Arianespace, Sojus, O3B Arianespace
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