GPS-Spoofing: Studenten 'entführen' 80-Mio-$-Yacht

Studenten der University of Texas haben im Mittelmeer erfolgreich demonstriert, wie man eine Yacht im Wert von 80 Millionen Dollar durch gefälschte GPS-Signale entführen kann.

Das so genannte GPS-Spoofing ist im Grunde keine unbekannte Angriffsform. Doch bisher galt es gemeinhin als eher theoretische Gefahr. Denn entsprechende Manipulationen fanden eher im kleinen Rahmen statt - etwa wenn Fahrer von Lieferfahrzeugen ihrem Arbeitgeber einen anderen Aufenthaltsort vorgaukeln wollten - oder aber in größerem Stil, wie in einem Fall, als das iranische Militär eine Spionage-Drohne der USA entführte.

Entführung einer Luxus-Yacht mit GPS-Spoofing
(HD-Version)

Der Versuch der Studenten zeigte nun, dass es aber durchaus möglich ist, mit vergleichsweise einfacher Technik auch gezielte Angriffe auf wichtige Ziele durchzuführen. Mit Erlaubnis des Besitzers der Yacht sorgten sie aus "sicherer" Entfernung dafür, dass die Navigationssysteme des Schiffes auf hoher See mit falschen Standort-Daten versorgt wurden.


Das Personal auf der Yacht wusste nichts von der Aktion und verließ sich auf die Informationen, die ihnen vom Navigationssystem geliefert wurden. Diesem wurden allerdings möglichst unauffällig falsche Daten geliefert, indem das echte GPS-Signal überlagert wurde. Auf seiner Reise von Monaco zur griechischen Insel Rhodos vermutete die Besatzung, vom Kurs abgekommen zu sein. Die entsprechenden Korrekturen sorgten allerdings dafür, dass ein Zielort nach Wahl der Angreifer angesteuert wurde.

Das Navigationssystem akzeptierte die falschen Signale, ohne Alarm auszulösen. Grundsätzlich lässt sich dieses Problem lösen. Allerdings hat es wohl kaum ein Gerätehersteller bisher für notwendig erachtet, die dafür erforderlichen technischen Voraussetzungen zu schaffen. Angesichts dessen, dass rund 90 Prozent des Welthandels über das Meer abgewickelt wird und die Schiffe dabei weitgehend per GPS ihren Kurs halten, könnten entsprechende Angriffe aus größerer Entfernung zu einem handfesten Problem werden.
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
Das Team dahinter veröffentlichte auch ein Video wo sie es genauer erklären http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ctw9ECgJ8L0
 
Daß man GPS manipulieren kann ist ja nichts neues, wobei es schon auffällig sein muß wenn man plötzlich ständig von einem Boot verfolgt wird, oder? Gibt es eigentlich heute noch alternative Methoden zur Positionsbestimmung wie damals ein Sextant? Sowas könnte man heute ja auch durchaus automatisch machen?
 
@Johnny Cache: Soweit ich gehört habe machen einige Kapitäne noch eine Sixtantenkontrolle, aber eher aus traditionellen Gründen. Dann gibt es bei richtig großen Schiffen natürlich noch den Kreiselkompass usw.
 
@Johnny Cache: Es gibt bestimmt irgendwelche Seekarten mit eingezeichnetem Meeresgrund. Der ändert sich ja auch nicht sooo häufig. Mit Sonar sollte das dann irgendwie umsetzbar sein. Aber da benötigt man bestimmt weiterhin GPS für die genaue Bestimmung. Aber es gibt da bestimmt irgendwelche Möglichkeiten...
 
@Schrimpes: es wäre ja wohl sehr verantwortungslos, wenn es da keine GPS-Ausfallversicherung gäbe. Soviel ich weiß sind die alten Funkfeuer noch immer das Back-Up System für die Satelliten-Navigation.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Beliebte Videos

powered by veeseo

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles