Kritische GPS-Anwendungen sind leicht angreifbar

Das Satelliten-Navigationssystem GPS kann auch mit deutlich geringerem Aufwand angegriffen werden, als bisherige Szenarien vermuten ließen. Drei neue Angriffsvektoren wurden von Sicherheitsforschern gefunden.

Laut einem Bericht des 'SC Magazine' gelang es den Experten von der Carnegie Mellon University und dem Unternehmen Coherent Navigation, GPS-Signale bereits mit einer relativ einfachen Ausrüstung zu manipulieren, die im Grunde jedermann für 2.500 Dollar erwerben kann. Eine 45-sekündige Sendung eines manipulierten Signals könnte demnach ausreichen, um bis zu 30 Prozent der GPS Continuously Operating Reference Stations (CORS) aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Anders gestaltete Signale wären in der Lage, andere Teilbereiche der GPS-Infrastruktur zu stören, hieß es. Besonders heikel sei dabei, dass sich die Protokolle des NTRIP-Netzwerkes attackieren lassen, das für Sicherheits- und Rettungs-Anwendungen zum Einsatz kommt. Damit seien kritische Einsatzbereiche des Navigations-Systems gefährdet, bis die vorhandenen Lücken geschlossen sind, hieß es.


"Die gute Nachricht ist, dass wir, soweit wir wissen, die einzigen sind, die über ein Spoofing-System verfügen, mit dem diese Angriffe durchgeführt werden können", erklärte Tyler Nighswander, einer der beteiligten Forscher. "Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass es von jedem relativ günstig und unkompliziert nachgebaut werden kann, der über einiges Wissen verfügt."

Es sei aktuell schwer abzuschätzen, wie hoch das Risiko einer entsprechenden Attacke wirklich ist. Letztlich gibt es allerdings seitens des Systems selbst wenig Hürden, die einem Angriff im Weg stehen würden. Den Forschern seien aus der Ferne erfolgreiche Manipulationen an einer ganzen Reihe von GPS-Empfängern möglich gewesen.

In den einfachsten Varianten konnte man die Standortbestimmung manipulieren, was bei der GPS-gestützten Navigation von Flugzeugen oder großen Schiffen schwerwiegende Folgen haben kann. Die Empfänger konnten aber auch gänzlich zum Absturz gebracht oder sogar ein Remote-Zugang auf ihnen freigeschaltet werden.
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dann war es schon ein fehler dies überhaupt bekannt zu machen . andere horchen nun auf
 
@eltonno: Bleibt zu hoffen, dass die Informationen schnell an die zuständigen Personen/Behörden/Unternehmen weitergeleitet werden, um etwaige Schritte einzuleiten, die das System wieder sicher machen.
 
Oh nein, was würden wir bloß ohne GPS tun... Columbus würde sich im Grabe umdrehen. Wir sind so abhängig von unserem Elektronikspielzeug geworden, daß wir ohne dieses unzuverlässige Zeugs schon gar nicht mehr lebensfähig sind. Wie tief kann man sinken... Hausaufgabe für heute: mal einen ganzen Tag lang das Handy ausgeschaltet lassen! So, und jetzt kommen gleich die ganzen "ja aber..."-Kommentare, na los :-p
 
@starship: Das gemeine Volk wird damals auch nicht navigieren hätte können, wie der werte Herr Columbus.
 
@moniduse: Das wird wohl so sein. Damals haben aber sicherlich auch die wenigsten in der Schule gelernt, mit Karte und Kompaß umzugehen. Das dürfte heute in der "modernen Welt" eigentlich kein Problem mehr darstellen. So ziemlich jeder weiß inzwischen, daß die Erde nun doch keine Scheibe ist, aber eine Landkarte mit einem Kompaß einzunorden übersteigt lustigerweise die Fähigkeiten der meisten Leute, die mit PC, Navi und Smartphone umgehen können wollen. Auch FLugzeuge und Schiffe verfügen nach wie vor über einen Kompaß und Kartenmaterial. Das qualifizierte Bordpersonal weiß in der Regel um die Unzuverlässigkeit des GPS und wird sich im Zweifel lieber nicht darauf verlassen. Es sollte mich zumindest wundern. GPS wird dort afaik nur zur Unterstützung eingesetzt, aber nicht als ultimative Navigationslösung, der man blind vertraut. Insofern ist der letzte Absatz des obigen Artikels für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Sowas zu lesen erwartet man eher in der Boulevardpresse, gleich neben den jüngsten Weltuntergangstherorien zum 21.12. :-)


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