NSU: Breite Handydaten-Abfrage bringt kein Ergebnis

Die Auswertung von mehreren Millionen Mobilfunk-Datensätzen hat keine Hinweise auf weitere Helfer der Neonazi-Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) erbracht.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus in seiner heutigen Ausgabe unter Berufung auf neue Akten des Bundeskriminalamts (BKA). Die Ermittler hatten versucht, über eine so genannte Funkzellen-Abfrage Anhaltspunkte für bislang unbekannte NSU-Helfer zu erhalten. Laut dem Bericht werteten die Beamten dafür mehrere Millionen Funkzellen-Datensätze aus, die unmittelbar nach Mordanschlägen und Raubüberfällen an insgesamt zehn NSU-Tatorten erhoben worden waren. Darunter waren München, Dortmund, Heilbronn, Kassel, Köln und Nürnberg.

Die Ermittler überprüften demnach, ob sich bestimmte Mobiltelefone an mindestens drei Tatorten eingeloggt hatten. Das hätte als Indiz dafür gegolten, dass die Terroristen bei ihren Taten bestimmte Unterstützer hatten. Laut einem Aktenvermerk des BKA vom 29. Mai 2013 lieferte die Funkzellen-Auswertung jedoch keine entsprechenden Informationen: "Es konnten keine Personen ermittelt werden, die eine Verbindung zum NSU erkennen lassen", hieß es.


Bei der so genannten Funkzellen-Analyse überprüft die Polizei, welche Mobiltelefone beziehungsweise SIM-Karten zum Zeitpunkt eines Verbrechens in Tatortnähe eingeloggt waren. Entsprechende Daten werden von den Handynetzbetreibern über einen bestimmten Zeitraum gespeichert und können mit richterlichem Beschluss von den Strafverfolgungsbehörden ausgewertet werden.

Die Methode steht allerdings in der Kritik. Denn mit ihr lassen sich im Grunde nur Täter finden, die unüberlegt vorgehen. Wenn diese ihr Mobiltelefon schlicht zuhause lassen, läuft die Methode ins Leere. Im Gegenzug werden von den Ermittlern dann aber Informationen von tausenden Bürgern abgegriffen, die zufällig zur gleichen Zeit in den fraglichen Bereichen ins Mobilfunknetz eingebucht wurden. In der Regel werden diese nicht darüber informiert, dass sie mit strafrechtlichen Ermittlungen in Berührung kamen, wie es bei anderen Maßnahmen eigentlich vorgesehen ist.
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das ist aber auch genau das was ich anzweifle an "solchen" methoden... die sog. "terroristen" die unsere geliebten "überwachungsorganisationen" erwischen wollen, wissen genau wie man verschlüsselt, wie man "abhörsicher" ist und wie man mit daten umgeht (die nutzen noch USB-Sticks und DVDs)... aber es werden alle überwacht -> mein fazit, nahezu nur unschuldige werden überwacht! ... ich weiß sicherlich gibt es immer dumme, und würde nicht so viel überwacht werden, wären auch die terroristen unvorsichtiger... aber warum schreibt man dann so: "über einen bestimmten Zeitraum gespeichert" handelt aber anders? NACHTRAG: oke (999 Jahre ist ein bestimmter zeitraum)
 
@baeri: Du triffst den Nagel auf den Kopf. Analog dazu habe ich gestern ein schönes Video gefunden, was die Problematik recht gut versinnbildlicht. http://youtu.be/iHlzsURb0WI
 
@funny1988: sau gut das video! danke!!!
 
@baeri: Gern. Ich finde der Autor verdeutlicht die Problematik sehr gut und das auf eine Weise, die jeder versteht. Sind die knapp 11 Minuten auf alle Fälle wert.
 
@funny1988: Danke für den LINK!


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