Plattner: SAP soll eigene Laden-Kette aufbauen

Europas größter Software-Hersteller SAP soll nach dem Vorbild von Apple, Microsoft und Co. künftig seine Produkte und Beratungsleistungen auch in Ladengeschäften anbieten. Dies forderte Aufsichtsratschef Hasso Plattner in einem Interview.

Der Wirtschaftswoche sagte Plattner: "Die Zukunft ist eine Kombination aus Verkauf und Beratung im Internet und Shops mit hoher Visibilität in den großen urbanen Zentren weltweit." Ihm sei dabei bewusst, dass dies für eine Firma wie SAP mit Geschäftskunden schwieriger sei als für andere.

Dennoch beharrt der SAP-Gründer auf den Schritt in die Stadtzentren; "Apple macht das, Burberry, jetzt auch Microsoft. Ich habe SAP schon vor Jahren gesagt, sie sollen über eine Shop-Idee nachdenken". Zahlen und Standorte nannte Plattner allerdings nicht.

Auch beim Thema Personal und SAP als Arbeitgeber nannte Plattner amerikanische IT-Firmen als Vorbild. "Wenn man sich bei SAP bewirbt, kann es sein, dass man erst Wochen später eine Antwort bekommt. Das ist heute untragbar", kritisierte er. "Microsoft in Berlin reagiert innerhalb von 48 Stunden." Die Unternehmenskultur bei SAP müsse sich ändern. "Junge Leute wollen was machen können und nicht ständig bevormundet werden. Die Amis predigen das jeden Tag: Es muss die Freiheit da sein, Fehler zu machen", sagte der 69-Jährige und fügte hinzu: "Die Fehlervermeidung - und dazu neigen wir Deutschen ja ein wenig - ist der Tod der Kreativität."

Der Multimillionär ist für klare Aussagen bekannt. Einmal in Fahrt, nahm er im Interview mit der Wirtschaftswoche gleich noch den SAP-Web-Store ins Visier. "SAP hat einen Web-Store, der bisher nur eingeschränkt funktioniert", sagte Plattner. "Man kann zum Beispiel bisher nur in den USA und Kanada mit Kreditkarte online bezahlen. Das reicht nicht."


SAP bietet Software für Geschäftskunden von Buchhaltung bis Personalführung, als größter Mitbewerber gilt Oracle. Derzeit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben gut 55.000 Mitarbeiter und kommt auf einen Jahresumsatz von mehr als 16 Milliarden Euro.
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"Visibilität" - Welch schöne Worte uns die Wirtschaftsmenschen doch manchmal bescheren ...
 
@bgmnt: Laut solchen Wirtschaftsmenschen schaffen es auch 9 Frauen innerhalb von einem Monat ein Kind zu kriegen ;)
 
@bgmnt: Mach mal einen Gegenvorschlag, welches deutsche Wort das englische "visibility" besser erfasst.
 
@JanKrohn: Warum? Er ist Deutscher, der Artikel von einer deutschen Zeitung, daher ist es naheliegend, daß er auch Deutsch gesprochen hat. Hätte er sich doch vorher überlegen können, was er aussagen möchte, dann müsste er sich nicht mit irgendwelchen Sprachkrücken behelfen. Ansonsten würde alles mit sichtbar passen. Oder präsent. Oder aufmerksam. Oder auffällig. Oder wahrnehmbar. Oder Erscheinung. Je nach Intention hätte er das treffende Wort in seinen Satz einbauen können (und garantiert noch weitere finden können). Stattdessen kommt Geschwurbel. Nur weil "Visibilität" hochtrabender klingt, bedeutet es dennoch nur Sichtbarkeit.
 
@bgmnt: Naja, immerhin ist er einer der Gründer von Europas führenden Softwareunternehmen und als Förderer des Plasso-Instituts hat er sich denke ich auch verdient gemacht. Von solchen Machern bräuchte es mehr. Reine "Wirtschafsmenschen" sind für mich eher die Leute, die das Geld anderer Leute Gassi führen und hin und wieder sich mal verzocken.


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