15 Jahre Telekom-Liberalisierung: Erfolg für Nutzer

Während die Privatisierung von Infrastrukturen in vielen Bereichen zu erheblichen Problemen führt, kann sie beim deutschen Telekommunikationsmarkt durchaus als Erfolgsgeschichte bezeichnet werden.

Dessen Liberalisierung vor 15 Jahren trug mit dazu bei, dass Kunden für Inlands-Telefonate weniger als drei Prozent des Preises von vor der Liberalisierung bezahlen. Überseegespräche kosten sogar weniger als ein Prozent des damaligen Preises. Gleichzeitig haben die Netzbetreiber zusammengerechnet mehr als 100 Milliarden Euro in den Netzausbau investiert.

Die Nachfrage nach schnellen Internet-Anschlüssen ist in den letzten Jahren stark gestiegen und konnte relativ gut bedient werden. 82 Prozent aller Haushalte in Deutschland nutzen aktuell einen Breitband-Anschluss. Vor einem Jahr waren es 78 Prozent, 2003 erst 9 Prozent. Damit liegt Deutschland mittlerweile in der EU-Spitzengruppe, teilte der IT-Branchenverband BITKOM mit.

Mittlerweile sind hierzulande für mehr als 99 Prozent aller Haushalte schnelle Internet-Zugänge mit einer Bandbreite von mindestens einem Megabit pro Sekunde verfügbar. "Der Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt hat gleichzeitig zu einer extremen Leistungssteigerung wie zu einem beispiellosen Preissturz geführt", kommentierte BITKOM-Präsident Dieter Kempf vor dem Jubiläum am 1. Januar 2013 die Entwicklung.


Anfang 1998 wurde der Festnetz-Markt geöffnet. Mit Call-by-Call sowie neuen Anbietern mit eigenem Netz kam der Markt in Bewegung. Bereits kurz nach der Freigabe gab es über tausend neue Dienste- und Netzanbieter in Deutschland. "Ohne die Liberalisierung hätte sich die Telekommunikation nicht annähernd so dynamisch entwickelt", so Kempf.

Die Kunden profitieren seither von vielen technologischen Innovationen und stetig sinkenden Preisen. Ein Inlandsgespräch zur Tageszeit hat 1997 noch 31 Cent pro Minute gekostet, heute gibt es dieselbe Leistung für deutlich unter einem Cent, teils sind sie sogar schon kostenlos in den Grundgebühren enthalten. Noch rasanter sind die Preise bei Auslandsgesprächen im Festnetz gefallen: Inzwischen telefonieren die Deutschen auch für weniger als einen Cent pro Minute in die USA; vor 15 Jahren lag der Preis bei 74 Cent.

"In diesem Wettbewerb sind die Kunden die klaren Gewinner", führte Kempf aus. Nicht allein die Konkurrenz der Anbieter sorgt für niedrige Tarife. Auch die Internet-Telefonie sowie der immer günstigere Mobilfunk setzen das Festnetz unter Preisdruck. Laut dem europäischen Marktforschungsprojekt EITO ist der Umsatz mit Festnetzgesprächen 2012 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um über 7 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro gesunken.
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Es wurde nicht Liberalisiert sondern monopolisiert. Staatseigentum wurde in den Händen eines einzigen Unternehmens gegeben. Das war eines der größten Fehler überhaupt. Die Infrastruktur hätte Staatseigentum bleiben müssen und an interessierte Unternehmen vermietet werden müssen.
 
@wasserhirsch: Zum nachschlagen: Monopol: Vorrecht, alleiniger Anspruch, alleiniges Recht, besonders auf Herstellung und Verkauf eines bestimmten Produktes (Duden) Überdenke nun bitte deine Aussage, den ein Monopol liegt nicht mehr vor.
 
@wasserhirsch: Genau das Gegenteil eines Monopols ist doch passiert oO
 
@youngdragon: Doch, das ist der Fall. Die Telekom hat das alleinige Recht zu Entscheiden was mit der Infrastruktur passiert. Ob sie ausgebaut, eingestellt oder nichts gemacht wird ist ganz alleine die Entscheidung der Telekom. Dazu hat sie noch einen Staatsauftrag das die Gewährleistung gegeben ist. Ihr einziger Auftraggeber ist die Bundesregierung die Fördermittel für eine bessere Infrastruktur locker macht. Tut sie das nicht, passiert auch nichts.
 
@wasserhirsch: Nö, stimmt so nicht ganz. Auch andere Anbieter können ausbauen, z.B. bei Neubaugebiet. Außerdem entscheidet das die Bundes Netzagentur und nicht die Telekom.


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