ACTA: US-Gesetz DMCA soll weltweit Vorbild werden

Recht, Politik & EU In den Verhandlungen um das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA)-Abkommen zum Schutz von Urheberrechten will die USA ihre Vorstellungen über ein zukünftiges Vorgehen gegen Piraterie im Internet durchdrücken.

Zentraler Punkt dessen ist es, den Charakter der Provider als reine Infrastruktur-Anbieter aufzuheben. Sie sollen statt dessen direkt dafür verantwortlich gemacht werden, was durch ihre Netze fließt. Ähnlich wie bei den "Three Strikes"-Regelungen in Frankreich und Großbritannien will man so erreichen, dass Nutzer, die Urheberrechtsverletzungen begehen, vom Netz abgeschnitten werden.


Das geht aus Informationen hervor, die der kanadische Juraprofessor Michael Geist nun veröffentlichte. Er beruft sich dabei auf gut unterrichtete Quellen aus dem Umfeld der Verhandlungsteilnehmer. Die ACTA-Unterzeichnerstaaten sollen außerdem ein restriktives Urheberrecht umsetzen, dass sich am Digital Millennium Copyright Act (DMCA) der USA orientiert.

Die Medienbranche soll so beispielsweise das Recht erhalten, Webhoster oder vergleichbare Dienstleister direkt anzuweisen, bestimmte Inhalte aus dem Netz zu entfernen. Weiterhin ist ein Verbot des Umgehens von DRM-Systemen vorgesehen, während eine Interoperabilität dieser nicht als Voraussetzung gilt.

Die Verhandlungen über ACTA laufen bereits seit 2007. Allerdings wurde bisher relativ wenig Konkretes bekannt. Immerhin werden die Diskussionen hinter verschlossenen Türen geführt. Regierungsvertreter zahlreicher Staaten arbeiten dabei an einem Abkommen, dass an den Parlamenten vorbei geht.

Geist stellt angesichts der aktuell bekannt gewordenen Informationen so auch in Frage, ob sich die kanadische Regierung überhaupt noch weiter an dem Projekt beteiligen soll. Immerhin geht es bereits weit über das hinaus, was eventuell eine engere internationale Zusammenarbeit zum Schutz von Urheberrechten umfassen würde.
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Das können die sich hinstecken wo die Sonne nicht scheint!
 
@John-C: Soviel geballte kriminelle Energie hinter verschlossenen Türen, die allzu offensichtlich einzig das Ziel hat, Menschen- und Grundrechte, so wie Demokratie und Bürgerrechte Weltweit für schnöden Mammon auszuhebeln! http://de.wikipedia.org/wiki/Mammon
 
@Fusselbär: Es ist wie bei allem im Leben... es geht nur so lange, wie es sich die Leute gefallen lassen. Eine Medienindustrie, egal wie groß sie auch sein mag, kann nicht existieren, wenn sie keine Umsetze macht. Gefällt mir als Kunde deren Handeln nicht, verzichte ich auf deren Produkte...
 
@silentius: Genau dort liegt doch das Problem. Du verzichtest ja gar nicht darauf, du saugst dir das Produkt verbotenerweise aus dem Netz. Wenn keiner die Prokukte kauf UND auch nicht aus dem Netz zieht, währe diese Überlegung die Netzbetreiber mit haftbar zu machen doch gar nicht nötig. Allerdings finde ich den Ansatz nicht schlecht, das ganze sollte man vieleicht nur woanders hinverlagern.z.B. wenn ich das nächste mal zu Schnell fahre, muss der Staat/Land/Gemeinde das Knöllchen bezahlen, weil dem ja die Strassen gehören :)
 
@Joerg01: naja ich könnte nu 2 millionen News raussuchen, wo Filme Rekordumsätze machen und sich auch Alben sehr gut verkaufen... Muss eine andere Medienindustrie sein...


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