Nach Unfall: Uber-Testautos von Straßen verbannt, dazu neue Vorwürfe
Der erste tödliche Unfall, an dem ein autonomes Fahrzeug beteiligt war, ereignete sich vergangene Woche im US-Bundesstaat Arizona. Verantwortlich dafür war ein Auto des Mitfahrdienstes Uber. Der Staat, der bisher sehr aufgeschlossen gegenüber autonomen Fahrzeugen war, hat nun dem Unternehmen die Erlaubnis dafür entzogen.
Ducey hat deshalb die regionale Verkehrsbehörde angewiesen die Erlaubnis für Testfahrten außer Kraft zu setzen. Das ist laut TechCrunch eine 180-Grad-Wende, jedenfalls in Bezug auf Uber. Denn der Gouverneur von Arizona galt bisher als glühender Verfechter dieser Technologie. Uber hat zwar selbst sein Testprogramm ausgesetzt, doch das gilt laut aktuellem Stand bis zum Ende der dazugehörigen Untersuchung. Selbst wenn man für unschuldig befunden wird (wovon nicht unbedingt auszugehen ist), wird man die Tests in Arizona nicht wieder aufnehmen dürfen.
Viele werden die Verbannung von Uber von öffentlichen Straßen begrüßen. Denn Experten zweifeln schon lange daran, dass Uber mit denselben Sicherheitsstandards operiert wie die Konkurrenz. So sagte etwa Raúl Rojas, Professor für Informatik an der Freien Universität Berlin, in einem Interview mit Spiegel Online, dass der Unfall viele Fragen aufwirft.
Dazu zählt die Frage, warum das Lidar-System nicht korrekt die tödlich angefahrene Frau "gesehen" hat. Denn Dunkelheit macht diesem System nichts aus, im Gegenteil funktioniert das mit Infrarotstrahlen im Dunklen sogar etwas besser als bei Tageslicht. Rojas: "Die Reichweite dieser neuen Systeme ist phänomenal, sie erkennen Hindernisse über mindestens hundert Meter Entfernung. Ein Ausfall dieser Sensoren kommt fast nie vor, das sind industrielle Bauteile, die an sich sehr zuverlässig sind."
Erklären kann sich Rojas nicht warum es dazu gekommen ist bzw. ist die Erklärung für Uber vernichtend: "Selbst wenn das Lidar ausgefallen war, hätte der Computer allein aufgrund der Daten aus dem Videosystem bremsen müssen, und das ist nicht passiert. Ich gehe davon aus, dass das System zusammengebrochen war. Die Eingangsdaten waren zwar vorhanden, wurden aber vom Computer nicht ausgewertet."
Schuld ist für ihn auch Uber als Unternehmen: Denn während Google lange Zeit und vorsichtig getestet hat, sieht man es bei Uber wohl anders: "Das Problem ist Uber. Die Firma geht bei ihrer Entwicklung sehr aggressiv vor. Sie testet nicht besonders lang, sondern schickt die Autos sofort auf die Straße. Sich Zeit zu nehmen und ausgiebig zu testen ist der richtige Weg, damit man keine Menschen gefährdet. Daran hält sich Uber überhaupt nicht", so der Experte.
Rojas: "Es ist nicht der erste Zwischenfall mit autonomen Autos der Firma, letztes Jahr hat eines ihrer Autos klar eine rote Ampel übersehen, die Programmierung ist in vielen Teilen nicht reif für den Straßenverkehr. Uber bringt damit das autonome Fahren in Verruf."
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"Verstörend und besorgniserregend"
Doug Ducey, der Gouverneur von Arizona, hat Uber die Erlaubnis widerrufen selbstfahrende Autos auf den Straßen des Bundesstaates testen zu dürfen. In einem Brief an Uber-CEO Dara Khosrowshahi schreibt Ducey, dass der von Kameras aufgezeichnete Unfall "verstörend und besorgniserregend" gewesen sei.Ducey hat deshalb die regionale Verkehrsbehörde angewiesen die Erlaubnis für Testfahrten außer Kraft zu setzen. Das ist laut TechCrunch eine 180-Grad-Wende, jedenfalls in Bezug auf Uber. Denn der Gouverneur von Arizona galt bisher als glühender Verfechter dieser Technologie. Uber hat zwar selbst sein Testprogramm ausgesetzt, doch das gilt laut aktuellem Stand bis zum Ende der dazugehörigen Untersuchung. Selbst wenn man für unschuldig befunden wird (wovon nicht unbedingt auszugehen ist), wird man die Tests in Arizona nicht wieder aufnehmen dürfen.
Dazu zählt die Frage, warum das Lidar-System nicht korrekt die tödlich angefahrene Frau "gesehen" hat. Denn Dunkelheit macht diesem System nichts aus, im Gegenteil funktioniert das mit Infrarotstrahlen im Dunklen sogar etwas besser als bei Tageslicht. Rojas: "Die Reichweite dieser neuen Systeme ist phänomenal, sie erkennen Hindernisse über mindestens hundert Meter Entfernung. Ein Ausfall dieser Sensoren kommt fast nie vor, das sind industrielle Bauteile, die an sich sehr zuverlässig sind."
Erklären kann sich Rojas nicht warum es dazu gekommen ist bzw. ist die Erklärung für Uber vernichtend: "Selbst wenn das Lidar ausgefallen war, hätte der Computer allein aufgrund der Daten aus dem Videosystem bremsen müssen, und das ist nicht passiert. Ich gehe davon aus, dass das System zusammengebrochen war. Die Eingangsdaten waren zwar vorhanden, wurden aber vom Computer nicht ausgewertet."
Schuld ist für ihn auch Uber als Unternehmen: Denn während Google lange Zeit und vorsichtig getestet hat, sieht man es bei Uber wohl anders: "Das Problem ist Uber. Die Firma geht bei ihrer Entwicklung sehr aggressiv vor. Sie testet nicht besonders lang, sondern schickt die Autos sofort auf die Straße. Sich Zeit zu nehmen und ausgiebig zu testen ist der richtige Weg, damit man keine Menschen gefährdet. Daran hält sich Uber überhaupt nicht", so der Experte.
Rojas: "Es ist nicht der erste Zwischenfall mit autonomen Autos der Firma, letztes Jahr hat eines ihrer Autos klar eine rote Ampel übersehen, die Programmierung ist in vielen Teilen nicht reif für den Straßenverkehr. Uber bringt damit das autonome Fahren in Verruf."
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