Facebook veröffentlicht erstmals Daten zu Copyright-Verstößen
Das soziale Netzwerk hat Daten zu den so genannten "Piracy Takedown Notices" veröffentlicht. Rund ein Drittel aller Löschanfragen wegen angeblicher Copyright-Verstöße werden demnach abgelehnt. Pro Tag werden von einem speziellen Team etwa 10.000 Inhalte von Facebook entfernt.
Bei dem hohen Datenaufkommen mit inzwischen mehr als zwei Milliarden aktiven Nutzern gleicht Facebooks Löscharbeit von unrechtmäßig geteilten Inhalten einer Sisyphusarbeit. Neben automatischen Werkzeugen wie einem Rechtemanager setzt Facebook ebenfalls den externen Dienst Audible Magic ein, um geschützte Musik zu erkennen, die auf Facebook geteilt wird. Rechteinhaber werden von dem sozialen Netzwerk automatisch benachrichtigt und können entscheiden, ob sie die Inhalte löschen wollen, oder Facebook diese im Auftrag monetarisieren soll. Damit dies noch besser möglich ist, will Facebook mit der Musikindustrie entsprechende Vereinbarungen treffen.
Wer häufig durch Teilen von rechtlich geschütztem Material auffällt, muss mit einer Deaktivierung seines Accounts rechnen. Facebook schließt auch Gruppen und löscht Seiten, die durch Rechteverletzungen auffallen.
Erstmals Zahlen zur Löschpraktik
Bislang gab es zu Facebooks Löschpraktiken nur wenige Informationen. Der jetzt veröffentlichte "Transparency Report" offenbart erstmals umfangreiche Details. In der ersten Jahreshälfte erhielt Facebook demnach 224.464 Löschanfragen, bei denen oftmals mehrere einzelne Inhalte betroffen waren. Im Berichtszeitraum wurden laut Facebook insgesamt 1.818.794 einzelne Inhalte gelöscht. Dabei handelt es sich meist um Dateien, Bilder, Videos und Musikstücke.30% der Löschanfragen abgelehnt
Die Löschanfragen werden von Facebooks "IP Operations Team" mit Mitarbeitern auf der ganzen Welt rund um die Uhr und in den einzelnen Landessprachen manuell bearbeitet. Die Bearbeitungszeit für Löschanfragen liegt laut Facebook bei unter einem Tag. Lange müssen die Rechteinhaber also nicht warten. In 31 Prozent der Fälle lehnt Facebook die Löschung allerdings ab. In der Regel seien dafür inakkurate oder unvollständige Angaben oder Missbrauch verantwortlich. Instagram wird in Facebooks Report gesondert aufgeschlüsselt. Ungefähr ein Drittel aller Löschanfragen beziehen sich auf das Foto-Sharing-Netzwerk, was viele überraschen dürfte.Wer häufig durch Teilen von rechtlich geschütztem Material auffällt, muss mit einer Deaktivierung seines Accounts rechnen. Facebook schließt auch Gruppen und löscht Seiten, die durch Rechteverletzungen auffallen.
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