Klage: Google soll iPhone-Datenschutz bewusst ausgehebelt haben
Der Suchmaschinenkonzern Google gilt ohnehin schon als besonders fleißiger Sammler von Nutzerdaten. Und nun soll das Unternehmen auch noch zu illegalen Methoden gegriffen haben, um mehr Informationen zu bekommen - und zwar von iPhone-Usern. Und diese wollen Google nun vor Gericht zur Verantwortung ziehen.
Laut den Vorwürfen britischer Verbraucherschützer soll Google in den Jahren 2011 und 2012 gezielt die Datenschutz-Konfiguration des Safari-Browsers auf iPhones ausgehebelt haben. Das Ziel bestand darin, unter anderem über die Cookies an weitergehende Informationen über das Nutzungsverhalten der Anwender zu kommen. Dieses sei dann genutzt worden, um gezielter lukrative Werbung ausspielen zu können.
Als Kläger tritt eine Gruppe mit dem Namen "Google You Owe Us" auf. Diese will erreichen, dass die ganze Angelegenheit als Sammelklage zugelassen wird. Ist dies erst einmal geschafft, will man für bis zu 5,4 Millionen iPhone-Nutzer, die von dem Vorgehen betroffen waren, Schadensersatzansprüche geltend machen. Wie hoch die Forderungen letztlich sind, muss im Verfahren allerdings noch genauer geklärt werden.
Google rechtfertigt sein Vorgehen damit, dass man nur allgemein bekannte Verfahren eingesetzt habe, um Daten zum Nutzungsverhalten zu sammeln. Allerdings deutet das praktische Vorgehen des Unternehmens darauf hin, dass man sich sehr wohl des Problems bewusst war. Denn als Informationen über die Methode öffentlich im Netz zu kursieren begannen, zog Google seinen Umgehungs-Code wieder zurück.
Als Kläger tritt eine Gruppe mit dem Namen "Google You Owe Us" auf. Diese will erreichen, dass die ganze Angelegenheit als Sammelklage zugelassen wird. Ist dies erst einmal geschafft, will man für bis zu 5,4 Millionen iPhone-Nutzer, die von dem Vorgehen betroffen waren, Schadensersatzansprüche geltend machen. Wie hoch die Forderungen letztlich sind, muss im Verfahren allerdings noch genauer geklärt werden.
Sperren bewusst umgangen
Apple hatte den Mobile-Safari damals so konfiguriert, dass Cookies aus Drittquellen zurückgewiesen wurden. Google konnte daher kein Tracking über Webseiten einsetzen, wenn diese nur AdSense-Werbung oder auch den +1-Button von Google+ eingebunden hatten. Man fand jedoch heraus, dass sich die Blockade umgehen ließ, wenn man ein nicht sichtbares Formular in die Seiten einbettete. Auch Facebook machte über den Code seiner Like-Buttons von dem Trick Gebrauch.Google rechtfertigt sein Vorgehen damit, dass man nur allgemein bekannte Verfahren eingesetzt habe, um Daten zum Nutzungsverhalten zu sammeln. Allerdings deutet das praktische Vorgehen des Unternehmens darauf hin, dass man sich sehr wohl des Problems bewusst war. Denn als Informationen über die Methode öffentlich im Netz zu kursieren begannen, zog Google seinen Umgehungs-Code wieder zurück.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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