Ihr wollt Innovationen? - Dann zerschlagt Google und Facebook!
Wenn die IT-Branche noch einmal einen ähnlichen Schub erleben will, wie es nach der Entwicklung des PCs oder der massenhaften Verbreitung von Internet-Zugängen der Fall war, müssen solch dominante Konzerne wie Google und Facebook zerschlagen oder extrem stark reguliert werden. Zu dieser Einschätzung kam der US-Journalist und -Filmemacher Jonathan Taplin.
Wie er in einer Gastvorlesung am University College London ausführte, sei das Problem mit den beiden Konzernen nicht einfach nur deren Größe. Vielmehr sei man an einen Punkt gekommen, an dem es nicht erkennbar sei, wie sie allein durch die Mechanismen des Marktes in ihre Schranken gewiesen werden könnten. Potenzielle Konkurrenten würden vor einer enormen Hürde stehen - nicht nur, weil es extrem schwer ist, mit dem Namen und den Nutzerzahlen zu konkurrieren, sondern weil das Duopol aus Facebook und Google faktisch auch den Markt für Online-Werbung kontrolliert.
Wie Taplin laut einem Bericht des Register ausführte, verfüge Google durch seine dominierende Stellung beim Video-Streaming, bei Mobile-Betriebssystemen, Online-Karten, E-Mail-Diensten, Web-Analytics und der Websuche über regelrechte "Superprofile" der Nutzer, die sich für die Zementierung der eigenen Marktmacht nutzen lassen. Und ähnlich stark weiß auch Facebook über die einzelnen Anwender Bescheid. Daher sei es kaum mehr möglich, mit einem alternativen Dienst mit den beiden Konzernen gleichzuziehen.
Dass eine starke Regulierung entgegen der Verfechter des angeblich so innovationsfreudigen Marktes sehr große Fortschritte bringen kann, konnte man laut Taplin in der Vergangenheit bereits mehrfach beobachten. So habe IBM bereits unter staatlicher Beobachtung gestanden und sich daraufhin schlicht nicht getraut, ein geschlossenes eigenes Computing-System auf den Markt zu bringen. Stattdessen wurde der IBM-PC dann als offene Plattform zur Grundlage für die rasante Entwicklung der gesamten Industrie. Und auch die Einhegung Bells in den 1960er Jahren brachte letztlich Großes hervor. Nachdem der Konzern nur noch im Telekommunikations-Bereich gegen andere Unternehmen konkurrieren durfte, gab die Forschungsabteilung alle Patente frei, die nicht direkt damit in Zusammenhang standen - darunter auch jenes der Solarzelle.
Wie Taplin laut einem Bericht des Register ausführte, verfüge Google durch seine dominierende Stellung beim Video-Streaming, bei Mobile-Betriebssystemen, Online-Karten, E-Mail-Diensten, Web-Analytics und der Websuche über regelrechte "Superprofile" der Nutzer, die sich für die Zementierung der eigenen Marktmacht nutzen lassen. Und ähnlich stark weiß auch Facebook über die einzelnen Anwender Bescheid. Daher sei es kaum mehr möglich, mit einem alternativen Dienst mit den beiden Konzernen gleichzuziehen.
Konkurrenzversuche scheitern kläglich
Gelegentlich, so Taplin weiter, gibt es Versuche, unabhängig von den beiden Unternehmen etwas neues aufzubauen. Ein Beispiel hierfür war Snapchat, das mit einem innovativen Ansatz anfing ordentlich zu wachsen und letztlich mehrere Übernahmeversuche durch Facebook abwehrte. Das dominierende Social Network reagierte letztlich damit, dass eine Reihe von Features einfach kopiert wurden, was Snapchat in seine Schranken verwies.Dass eine starke Regulierung entgegen der Verfechter des angeblich so innovationsfreudigen Marktes sehr große Fortschritte bringen kann, konnte man laut Taplin in der Vergangenheit bereits mehrfach beobachten. So habe IBM bereits unter staatlicher Beobachtung gestanden und sich daraufhin schlicht nicht getraut, ein geschlossenes eigenes Computing-System auf den Markt zu bringen. Stattdessen wurde der IBM-PC dann als offene Plattform zur Grundlage für die rasante Entwicklung der gesamten Industrie. Und auch die Einhegung Bells in den 1960er Jahren brachte letztlich Großes hervor. Nachdem der Konzern nur noch im Telekommunikations-Bereich gegen andere Unternehmen konkurrieren durfte, gab die Forschungsabteilung alle Patente frei, die nicht direkt damit in Zusammenhang standen - darunter auch jenes der Solarzelle.
Themen:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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