Sigma 35mm F1.4 DG II Art: Festbrennweite in allen Belangen besser

Mit dem Sigma 35mm F1.4 DG II Art präsentiert Sigma die zweite Generation seiner lichtstarken 35-Millimeter-Festbrennweite. Das Objektiv ist nativ für Sony E-Mount und L-Mount erhältlich und wurde im Test an der Lumix S1R II eingesetzt. Die Neuauflage setzt auf eine vollständige optische und mechanische Überarbeitung, ohne den bewährten Charakter der Art-Serie aufzugeben. Die Kollegen von ValueTech TV haben es genauer angeschaut.

Auffällig ist vor allem das kompaktere Design: Gegenüber der bisherigen spiegellosen Version ist die DG II rund 1,5 Zentimeter kürzer und etwa 130 Gramm leichter. Das zahlt sich im mobilen Einsatz deutlich aus. Die Ausstattung kombiniert klassische und moderne Bedienelemente, darunter ein griffiger Fokusring, AF/MF-Schalter, eine frei belegbare Taste sowie ein mechanischer Blendenring mit zuschaltbarer Rastung und Lock-Funktion. Ein 67-Millimeter-Filtergewinde und eine Tulpen-Gegenlichtblende gehören zum Lieferumfang.
Sigma 35mm F1.4 DG II Art Sigma 35mm F1.4 DG II Art Sigma 35mm F1.4 DG II Art
Optisch liefert das 35er bereits bei Offenblende f/1.4 eine sehr hohe Schärfe im Zentrum. Leichtes Abblenden steigert Kontrast und Detailzeichnung moderat. Auch die Randleistung zeigt sich stabil und gewinnt bei kleineren Blenden weiter hinzu. Besonders positiv fällt die deutlich reduzierte chromatische Aberration auf - ein Kritikpunkt der ersten Generation wurde damit nahezu beseitigt. Die Vergütung wurde ebenfalls verbessert: Gegenlichtsituationen meistert das Objektiv souverän, Lensflares treten kaum auf.

Im Nahbereich etwas besser

Mit elf Blendenlamellen erzeugt die Festbrennweite ein rundes, harmonisches Bokeh und eignet sich damit für Porträts, Reportage- und Streetfotografie. Die Naheinstellgrenze bleibt auf dem Niveau des Vorgängers (kein Makro, Maßstab etwa 1:5), die Detailzeichnung im Nahbereich wurde jedoch optimiert.

Ein Floating-Fokus-System mit zwei Linearmotoren sorgt für schnellen und leisen Autofokus. Für Videoanwender relevant: Das Fokus-Breathing ist sichtbar reduziert, Fokuswechsel wirken weich und unauffällig.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 999 Euro liegt das Objektiv etwas über dem Vorgänger. Dafür erhalten Fotografen und Videografen eine kompaktere Konstruktion, verbesserte Gegenlichtresistenz und optimierte Korrekturen bei zugleich sehr hoher Offenblendschärfe. Wer bereits mit der ersten spiegellosen Generation zufrieden arbeitet, muss nicht zwingend wechseln; für Nutzer älterer Versionen oder Neueinsteiger stellt die DG II jedoch eine überzeugende Weiterentwicklung dar. Mehr von ValueTech: ValueTech - Technik. Einfach. ValueTech auf YouTube